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S.11.5.
Sieg durch einen guten Spruch
1-2.
Sávatthí ist der Schauplatz.
(Der
Erhabene sprach also:) "In früherer Zeit einmal, ihr Bhikkhus, stand ein
Kampf bevor zwischen den Göttern und den Dämonen.
3.
Da nun, ihr Bhikkhus, sprach der Dämonenfürst Vepacitti zu Sakka, dem Fürsten
der Götter also: 'Es soll, du Fürst der Götter, durch einen guten Spruch der
Sieg sich entscheiden (*1).' - 'Gut, Vepacitti, es soll durch einen
guten Spruch der Sieg sich entscheiden.'
4.
Da nun stellten, ihr Bhikkhus, die Götter und die Dämonen Leute aus ihrer
Gefolgschaft auf: Sie sollen unseren guten oder üblen Spruch beurteilen.
5.
Da nun ihr Bhikkhus, sprach der Dämonenfürst Vepacitti zu Sakka, dem Fürsten
der Götter, also: 'Trage du, Fürst der Götter, eine Strophe vor!'
6.
Auf dieses Wort hin, ihr Bhikkhus, sprach Sakka, der Fürst der Götter, zu dem
Dämonenfürsten Vepacitti also: 'Ihr, Vepacitti, seid doch die älteren Götter
(*2). Trage du, Vepacitti, eine Strophe vor!'
7.
Auf dieses Wort hin, ihr Bhikkhus, sprach der Dämonenfürst Vepacitti die
folgende Strophe:
'Nur
noch mehr werden die Toren sich erzürnen,
wenn
niemand da ist, der sie abwehrt:
Darum
soll der Kraftvolle mit der härtesten Strafe den Toren abwehren (*3).'
8.
Als aber diese Strophe, ihr Bhikkhus, von dem Dämonenfürsten Vepacitti
gesprochen war, spendeten die Dämonen Beifall, die Götter schwiegen stille.
9.
Da nun, ihr Bhikkhus, sprach der Dämonenfürst Vepacitti zu Sakka, dem Fürsten
der Götter, also: 'Trage du, Fürst der Götter, eine Strophe vor!'
10.
Auf dieses Wort hin, ihr Bhikkhus, sprach Sakka, der Fürst der Götter, die
folgende Strophe:
'Dies
eben, meine ich, ist die Abwehr des Toren,
Wenn
einer, der den andern erzürnt sieht, besonnen in Ruhe verharrt.'
11.
Als aber diese Strophe, ihr Bhikkhus, von Sakka, dem Fürsten der Götter,
gesprochen war, spendeten die Götter Beifall, die Dämonen schwiegen stille.
12.
Da nun, ihr Bhikkhus, sprach Sakka, der Fürst der Götter, zu dem Dämonenfürsten
Vepacitti also: 'Trage du, Vepacitti, eine Strophe vor!'
13.
(Auf dieses Wort hin, ihr Bhikkhus, sprach der Dämonenfürst Vepacitti die
folgende Strophe:)
,Darin,
daß du solches erträgst, sehe ich einen Fehler, o Vásava!
Wenn
der Tor denkt: aus Furcht erträgt er das von mir -
Wird
der Verblendete noch dreister,
wie
ein Rind es immer mehr wird gegen den, der davon läuft.'
14.
Als aber diese Strophe, ihr Bhikkhus, von dem Dämonenfürsten Vepacitti
gesprochen war, spendeten die Dämonen Beifall, die Götter schwiegen stille.
15.
Da nun, ihr Bhikkhus, sprach der Dämonenfürst Vepacitti zu Sakka, dem Fürsten
der Götter, also: 'Trage du, Fürst der Götter, eine Strophe vor!'
16.
Auf dieses Wort hin, ihr Bhikkhus, sprach Sakka, der Fürst der Götter, die
folgenden Strophen:
'Nach
Belieben mag er denken oder nicht aus Furcht erträgt er das von mir -
Es
gibt nichts höheres als die Geduld, den Segen,
der
der höchste Segen für den Guten ist.
Wahrlich,
wenn einer, der stark ist, von dem Schwachen (etwas) erträgt,
Das
nennt man die höchste Geduld; immer duldet (sonst) der Schwache.
Schwäche
nennt man die Stärke, wenn jemandes Stärke die Stärke der Torheit ist;
Für
die Stärke, die vom Recht geschützt wird, gibt es keinen Widersacher.
Es
ist für einen nur noch schlimmer, wenn man dem Erzürnten wieder zürnt;
Wer
aber dem Erzürnten nicht wieder zürnt,
der
siegt im Kampfe, wo schwer der Sieg zu erringen.
Für
beider Segen, für den eignen wie für den des andern, wirkt
Wer,
wenn er den andern erzürnt sieht, besonnen in Ruhe verharrt.
Ihn,
der beiden Heilung bringt, sich selber und dem andern,
Halten
für einen Toren nur die Leute, die unkundig sind der wahren Lehre.'
17.
Als aber diese Strophen, ihr Bhikkhus, von Sakka, dem Fürsten der Götter,
gesprochen waren, spendeten die Götter Beifall, die Dämonen schwiegen stille.
18-19.
Da nun, ihr Bhikkhus, sprachen die Leute aus der Gefolgschaft der Götter und
der Dämonen (*4) also: Von dem Dämonenfürsten Vepacitti sind Strophen
gesprochen worden, und diese gehören in das Bereich der Gewalt (*5), in
das Bereich der Waffen, sind Streit, sind Zwietracht, sind Hader. Von Sakka,
dem Fürsten der Götter, sind Strophen gesprochen worden, und diese gehören
nicht in das Bereich der Gewalt, nicht in das Bereich der Waffen, sind
Nichtstreit, sind Nichtzwietracht, sind Nichthader. Sakka, dem Fürsten der
Götter, gehört wegen seiner guten Sprüche der Sieg.
20.
Also, ihr Bhikkhus, wurde Sakka, dem Fürsten der Götter, der Sieg zu
teil."
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