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Samyutta Nikáya

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  • 12. Nidána-Samyutta - Von den Ursachen
    • 1-10 Buddhavagga - Der Abschnitt vom Buddha
      • S.12.2. Zergliederung
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S.12.2. Zergliederung

 

In Sutta 2, Vibhangam betitelt, werden die einzelnen in der Nidánakette vorkommenden Begriffe erläutert. Es geschieht dies aber nach der Weise und Auffassung der späteren Scholastik, ohne daß dabei auf die etwaige besondere Bedeutung Rücksicht genommen wird. - Zu 4 ff. vergl. Seidenstücker, Páli-Buddhismus in Übersetzungen (1923), Nr. 28 S. 32ff.

 

1. Ort der Begebenheit: Sávatthí *f2).

 

2. "Ich will euch, ihr Bhikkhus, das Gesetz von der ursächlichen Entstehung lehren, ich will es euch zergliedern; höret zu, merket wohl auf, ich will es euch verkünden." "Wohl, Herr!" erwiderten die Bhikkhus aufhorchend dem Erhabenen.

 

3. Der Erhabene sprach also: "Welches ist aber, ihr Bhikkhus, das Gesetz von der ursächlichen Entstehung? Aus dem Nichtwissen als Ursache entstehen die Gestaltungen; aus den Gestaltungen als Ursache entsteht das Bewußtsein; aus dem Bewußtsein als Ursache entsteht Geist und Körper; aus Geist und Körper als Ursache entstehen die sechs Sinnesbereiche; aus den sechs Sinnesbereichen als Ursache entsteht die Berührung; aus der Berührung als Ursache entsteht die Empfindung; aus der Empfindung als Ursache entsteht der Durst; aus dem Durst als Ursache entsteht das Erfassen aus dem Erfassen als Ursache entsteht das Werden; aus dem Werden als Ursache entsteht die Geburt; aus der Geburt als Ursache entstehen Alter und Tod, Schmerz, Kummer, Leid Betrübnis und Verzweiflung. Auf solche Art kommt der Ursprung der ganzen Masse des Leidens zustande.

 

4. Was aber, ihr Bhikkhus, ist Alter und Tod? Das Altern *f3) der verschiedenen Einzelwesen in den verschiedenen Klassen von Wesen, ihr Hinsiechen, ihr Gebrechlichwerden *f4), das Ergrauen der Haare, das Welkwerden der Haut, die Abnahme der Lebenskraft, der Verfall der Sinne: das heißt Alter. - Das Fortgehen und Ausscheiden der verschiedenen Einzelwesen aus den verschiedenen Klassen von Wesen, ihre Vernichtung, ihr Verschwinden, ihr Hingang und Sterben, der Ablauf der Lebenszeit, die Vernichtung der Wesensbestandteile (khandha), das Abwerfen der Leiblichkeit: das heißt Tod. So ist dieses das Alter, dieses der Tod: das, ihr Bhikkhus, heißt Alter und Tod.

 

5. Was aber, ihr Bhikkhus, ist Geburt? Die Geburt *f6) der verschiedenen Einzelwesen in den verschiedenen Klassen von Wesen, ihr Geborenwerden, ihr Eintritt ins Dasein, ihr Wiederentstehen *f7) das Auftreten der Wesensbestandteile, die Erlangung der Sinnesbereiche: das, ihr Bhikkhus, heißt Geburt.

 

6. Was aber, ihr Bhikkhus, ist Werden? Die drei Formen des Werdens *f8) ihr Bhikkhus

das, ihr Bhikkhus, heißt Werden.

 

7. Was aber, ihr Bhikkhus, ist Erfassen? Die vier Arten des Erfassens, ihr Bhikkhus

das, ihr Bhikkhus, heißt Erfassen.

 

8. Was aber, ihr Bhikkhus, ist Durst? Die sechs Gruppen des Durstes

das, ihr Bhikkhus, heißt Durst.

 

9. Was aber, ihr Bhikkhus, ist Empfindung? Die sechs Gruppen der Empfindung

das, ihr Bhikkhus, heißt Empfindung.

 

10. Was aber, ihr Bhikkhus, ist Berührung? Die sechs Gruppen der Berührung

das, ihr Bhikkhus, heißt Berührung.

 

11. Was aber, ihr Bhikkhus, sind die sechs Sinnesbereiche

das, ihr Bhikkhus, heißt die sechs Sinnesbereiche.

 

12. Was aber, ihr Bhikkhus, ist Geist und Körper

das heißt Geist

Die vier groben Elemente *f12) und die durch die vier groben Elemente bedingte Form: das heißt Körper. So ist dieses der Geist, dieses der Körper: das, ihr Bhikkhus, heißt Geist und Körper *f13).

 

13. Was aber, ihr Bhikkhus, ist Bewußtsein? Die sechs Gruppen des Bewußtseins

das, ihr Bhikkhus, heißt Bewußtsein.

 

14. Was aber, ihr Bhikkhus, sind Gestaltungen? Die drei Arten Gestaltung

das, ihr Bhikkhus, heißt Gestaltungen.

 

15. Was aber, ihr Bhikkhus, ist Nichtwissen

das, ihr Bhikkhus, heißt Nichtwissen.

 

16. So entstehen aus dem Nichtwissen als Ursache die Gestaltungen; aus den Gestaltungen als Ursache entsteht das Bewußtsein usw. usw. Auf solche Art kommt der Ursprung der ganzen Masse des Leidens zustande. Aus dem restlosen Verschwinden aber und der Aufhebung des Nichtwissens folgt Aufhebung der Gestaltungen; aus der Aufhebung der Gestaltungen folgt Aufhebung des Bewußtseins usw. Auf solche Art kommt die Aufhebung der ganzen Masse Leidens zustande."




*f2) Wörtlich: "Er weilt in Sávatthí". Es ist das eine Abkürzung der Einleitungsformel in Sutta 1. 1-2, die also hier wörtlich zu wiederholen wäre bis zu "Der Erhabene sprach also" am Anfang von § 3.



*f3) Die wörtlich gleiche Definition von játi, jará und marana findet sich auch im Dígha 22.18 (= 11. 305) und im Majjhima 141 (= 111. 249).



*f4) P. khandicca, was der Kommentar (11.14.7 der Siames. Ausgabe, nach der ich zitiere) auf das Brüchigwerden der Nägel und Zähne bezieht.



*f6) P. játi - Im Kommentar, 11.17.2 wird játi von dem folgenden samjáti "Geborenwerden" in der Weise unterschieden, daß jenes Geburt mit unvollkommenen, dieses Geburt mit vollkommenen Sinnen, (a)paripunnáyatanavasena, bedeute.



*f7) P. okkanti "Eintritt ins Dasein" bezieht sich nach dem Kommentar 11.17.4 auf die Geburt der Wesen, die aus dem Ei oder aus der Gebärmutter hervorgehen; abhinibbatti "Wiederentstehen" auf die Geburt der Wesen, die als samsedajá "aus Feuchtigkeit entstanden" und die als opapátiká "auf übernatürliche Weise geboren" bezeichnet werden. Zu dieser Vierteilung der Wesen bei den Indern s. Hultzsch, Zeitschr. d. D. Morgenl. Gesellsch. 73. 224 ff.



*f8) Die drei bhavá entsprechen den drei Welten, die der Buddhist unterscheidet: kámaloka "Welt der Sinnlichkeit", rúpaloka "Welt der Form oder Körperlichkeit" und arúpaloka "Welt der Formlosigkeit". In der ersten wohnt die große Menge der teuflischen, tierischen, menschlichen und niedrigeren göttlichen Wesen. Die zweite umfaßt den Brahmahimmel und die nächst höheren himmlischen Welten bis zu der der akanitthá devá genannten Götter. In der dritten wohnen die rein geistigen Götterwesen. Kirfel, Die Kosmographie der Inder, S. 207.



*f9) Sinn: "Das Sich-abgeben mit, das Haften an der Sinnlichkeit (káma), bezw. den falschen Anschauungen usw."



*f10) Also das Verlangen nach den Objekten der Sinne. Über die "Dinge vgl. die folgende Note.



*f11) "Berührung" ist die Berührung der Sinne mit den Objekten. Statt der Sinne werden die Organe Auge, Ohr usw. genannt. Der Körper ist das Organ des Tastsinnes. Als Objekt des sechsten (inneren) Sinnes (manas "Geist") werden in 8 die dhammá, die Dinge der Erscheinungswelt genannt. Der "Geist" ist das Organ, das sie im Zusammenwirken mit den übrigen Sinnen der denkenden Seele, dem citta, übermittelt.



*f12) Der Begriff der cattáro mahábhútá gehört wieder bereits dem Samkhya-Yoga an. Vgl. Garbe, S.239, 2.Aufl. S.302f. Es sind die Elemente Erde, Wasser, Feuer, Luft, P. pathavídhátu, ápodhátu, tejodhátu, váyodhátu.



*f13) "Name" (náma) bezeichnet also die geistigen, und "Form" (rúpa) die materiellen Bestandteile des Individuums (P. puggala).



*f14) P. káya-, vací-, cittasamkhára (dafür auch manosamkhára Dígha 28.6 = III.104). Die Trias káya (wtl. "Körper"), vací und citta (bezw. manas) entspricht unserem Dreiklang Werke, Worte, Gedanken. Ebenso bindet sich káya-, vací-, mansosucaritam (bezw. duccaritam) "gute (bzw. böse) Werke, Worte, Gedanken". Die samkhárá sind nichts anderes als das kamma (d.h. die Summe unseres Tuns in den bisherigen Existen: das die Wiedergeburt bedingt, wie auch schon Warren (Buddhism in Translations = Harvard Oriental Series, ed. Lanman, vol. III, 1896) Wort wiederzugeben pflegt.  







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