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11-20 Áhára-vagga - Von den Nahrungsstoffen
S.12.11.
Die Nahrungsstoffe
Der Ausdruck áhára "Nährstoff,
Nahrung" berührt sich auf das engste mit upádána (Glied 9 der
Nidánakette). Beide Wörter bedeuten ursprünglich "das Ansichnehmen, das
Ergreifen, Erfassen". Beide bezeichnen den Nahrungsstoff von Feuer oder
Lampe. Vgl. Samy. 22. 88. 25 (= III. 126) tass' eva telassa ca vattiyá ca
pariyádáná (telapadípo) anáháro nibbáyeyya "durch Wegfall von Öl und
Docht würde die Lampe, weil ohne Nahrung, erlöschen." Nach unserem Sutta §
3 ist áhára durch tanhá "Durst" bedingt, wie upádána
in der Nidánakette. Majjh. 11 (= I. 67) ist von vier Upádánas die Rede, und es wird von ihnen
im weiteren Verlaufe wörtlich das gleiche ausgesagt, wie in unserem Sutta und
in Majjh. 38 (= I. 261) von den vier Áháras.
1.
Also habe ich vernommen.
Einstmals
weite der Erhabene in Sávatthí im Jetahain, im Parke des Anáthapindika.
2.
"Diese vier Nahrungsstoffe, ihr Bhikkhus, dienen den Wesen, die (schon)
geboren sind, zur Erhaltung, oder den Wesen, die nach Wiedergeburt suchen, zur
Förderung.
Welche
vier? Die eßbare Speise, grobe oder feine; die Berührung ist der zweite; die
Denktätigkeit des Geistes ist der dritte; das Bewußtsein ist der vierte. Das
also sind, ihr Bhikkhus, die vier Nahrungsstoffe für die Wesen, die (schon)
geboren sind, zur Erhaltung, und für die Wesen, die nach Wiedergeburt suchen,
zur Förderung.
3.
Diese vier Nahrungsstoffe aber, ihr Bhikkhus, was haben sie zur Ursache, was
zum Ursprung, was zur Herkunft, was zur Entstehung? Diese vier Nahrungsstoffe
haben den Durst zur Ursache, den Durst zum Ursprung, den Durst zur Herkunft,
den Durst zur Entstehung.
4.
Dieser Durst aber, ihr Bhikkhus, was hat er zur Ursache, was zum Ursprung, was
zur Herkunft, was zur Entstehung? Der Durst hat die Empfindung zur Ursache, die
Empfindung zum Ursprung, die Empfindung zur Herkunft, die Empfindung zur
Entstehung.
5.
Diese Empfindung aber, ihr Bhikkhus, was hat sie zur Ursache, was zum Ursprung,
was zur Herkunft, was zur Entstehung? Die Empfindung hat die Berührung zur
Ursache, die Berührung zum Ursprung, die Berührung zur Herkunft, die Berührung
zur Entstehung.
6.
Diese Berührung aber, ihr Bhikkhus, was hat sie zur Ursache, was zur
Entstehung? Die Berührung hat die sechs Sinnesbereiche zur Ursache, die sechs
Sinnesbereiche zum Ursprung, die sechs Sinnesbereiche zur Herkunft, die sechs
Sinnesbereiche zur Entstehung.
7.
Diese sechs Sinnesbereiche aber, ihr Bhikkhus, was haben sie zur Ursache, was
zum Ursprung, was zur Herkunft, was zur Entstehung? Die sechs Sinnesbereiche
haben Name und Form zur Ursache, Name und Form zum Ursprung Name und Form zur
Herkunft, Name und Form zur Entstehung.
8.
Diese (beiden) Name und Form aber, ihr Bhikkhus, was haben sie zur Ursache, was
zum Ursprung, was zur Herkunft, was zur Entstehung? Name und Form haben das
Bewußtsein zur Ursache, das Bewußtsein zum Ursprung, das Bewußtsein zur
Herkunft, das Bewußtsein zur Entstehung.
9.
Dieses Bewußtsein aber, ihr Bhikkhus, was hat es zur Ursache, was zum Ursprung,
was zur Herkunft, was zur Entstehung? Das Bewußtsein hat die Gestaltungen zur
Ursache, die Gestaltungen zum Ursprung, die Gestaltungen zur Herkunft, die
Gestaltungen zur Entstehung.
10.
Diese Gestaltungen aber, ihr Bhikkhus, was haben sie zur Ursache, was zum
Ursprung, was zur Herkunft, was zur Entstehung? Die Gestaltungen haben das
Nichtwissen zur Ursache, das Nichtwissen zum Ursprung, das Nichtwissen zur
Herkunft, das Nichtwissen zur Entstehung.
11.
= 4.27.
12.
Aus dem restlosen Verschwinden aber und der Aufhebung des Begehrens folgt
Aufhebung der Gestaltungen, aus der Aufhebung der Gestaltungen folgt Aufhebung
des Bewußtseins usw. (= 1. 4). Auf solche Art kommt die Aufhebung der ganzen
Masse des Leidens zustande".
[ETML-N:/]
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