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Samyutta Nikáya

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  • 12. Nidána-Samyutta - Von den Ursachen
    • 11-20 Áhára-vagga - Von den Nahrungsstoffen
      • S.12.15. Der Sproß aus dem Hause Kaccáyana
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S.12.15. Der Sproß aus dem Hause Kaccáyana

 

In diesem Sutta § 6 begegnet uns eine Reihe von Terminis, die kurzer Erläuterung bedürfen. "Aufsuchen, Erfassen, Dabeiverbleiben" (= p. upáya, upádána, vinivesa) beziehen sich auf unser Verhältnis zu den empirischen Dingen. Sie stellen eine Klimax dar, durch welche die stufenweise sich vollziehende Verbindung des Denkens mit den Objekten zum Ausdruck gebracht wird. Durch sie wird der Geist an die Objekte "gefesselt". Auf das cetas bezogen, werden die Ausdrücke "Wollen" (adhitthána), "Eindringen" (abhinivesa) und "Beharren" (anusaya) gebraucht. Ebenso steht Samyutta 22.3.9 (= III. 10), Majjhima 112 (= III. 30-31) usw. rúpe (vedanáya,saññáya,samkháre,viññáne) upáyúpádána cetaso adhitthánábhini-vesánusaya. Der Ausdruck vinivesa fehlt in diesen Stellen; es scheint also, daß es in den unsrigen die drei vom cetas ausgesagten Begriffe zusammenfassend vorweg nimmt.

 

Der Sinn von ist dieser: Der Buddhajünger, der weiß, daß es keine Seele gibt, daß das, was man so nennt, nur Leiden d.h. etwas Vergängliches ist, das entsteht und vergeht, nämlich nur das Aggregat der "Wesensbestandteile" (vgl. die Anm. zu Sutta 2, 4), - der läßt sich nicht durch die Objekte fesseln, der hat die "richtige Einsicht" in das Wesen der Dinge.

 

1. Ort der Begebenheit: Sávatthí.

 

2. Und es begab sich der würdige Sproß aus dem Hause Kaccáyana *f27) dorthin, wo der Erhabene sich befand. Nachdem er sich dorthin begeben und den Erhabenen ehrfürchtig begrüßt hatte, setzte er sich zur Seite nieder.

 

3. Zur Seite sitzend, sprach dann der würdige Sproß aus dem Hause Kaccáyana zu dem Erhabenen also: "Rechte Einsicht, rechte Einsicht, Herr, sagt man. In wie weit, Herr, gibt es nun rechte Einsicht?"

 

4. "Auf zweierlei (Möglichkeit) kommt, Kaccáyana, diese Welt zumeist hinaus *f28), auf Sein und auf Nichtsein.

 

5. Für den nun, Kaccáyana, der den Ursprung der Welt der Wirklichkeit gemäß mit richtigem Verständnis betrachtet, gibt es das nicht, was in der Welt ,Nichtsein' (heißt); für den aber, Kaccayana, der die Aufhebung der Welt der Wirklichkeit gemäß mit richtigem Verständnis betrachtet, gibt es das nicht, was in der Welt ,Sein' (heißt).

 

6. Durch Aufsuchen, Erfassen und Dabeiverbleiben *f29) ist ja, Kaccáyana, diese Welt zumeist gefesselt. Wenn nun jemand *f30), Kaccáyana, dieses Aufsuchen und Erfassen, das Wollen des Denkens, sein Eindringen und Darinbeharren nicht aufsucht, nicht erfaßt, nicht dazu den Willen hat in dem Gedanken: es ist in mir kein Ich *f31), - und wenn er dann daran, daß Leiden alles ist, was entsteht und Leiden alles ist, was vergeht, nicht zweifelt und kein Bedenken hat und infolge seines ausschließlichen Vertrauens *f32) schon das Wissen hievon besitzt - in so weit, Kaccáyana, gibt es rechte Einsicht.

 

7. ,Alles Ist', das, Kaccáyana, ist das eine Ende. ,Alles ist nicht, das ist das andere Ende. Diese beiden Enden vermeidend, verkündet in der Mitte der Tathágata seine Lehre:

 

8. Aus dem Nichtwissen als Ursache entstehen die Gestaltungen; aus den Gestaltungen als Ursache entsteht das Bewußtsein usw. usw. Auf solche Art kommt der Ursprung der ganzen Masse des Leidens zu stande. Aus dem restlosen Verschwinden aber und der Aufhebung des Nichtwissens folgt Aufhebung der Gestaltungen; aus der Aufhebung der Gestaltungen folgt Aufhebung des Bewußtseins usw., usw. Auf solche Art kommt die Aufhebung der ganzen Masse des Leidens zu stande."

 

 




*f27) Kaccáyanagotta ist einfach Umschreibung des Familiennamens Kaccáyana = skr. Kátyáyana.



*f28) Der Buddha will darlegen, daß die Alternative atthitá und natthitá zwei Extreme bedeutet, zwischen denen die Wahrheit liegt. Der Kommentar, II. S. 41-2 v. n. erklärt dvayam nissito durch dve kottháse n.; unter ayamn loko yebhuyyena "diese Welt zumeist" versteht er die große Masse der Menschen, mit Ausnahme der ariyapuggalá, die der buddhistischen Lehre folgen.



*f29) Ich lese mit Buddhaghosa und einem Teil der Handschriften vinivesam statt abhinivesam. Es wird dadurch vermieden, daß im folgenden (cetaso adhitthánam abhinivesánusayam) der gleiche Ausdruck wieder gebraucht wird.



*f30) P. ayam "dieser". Der Kommentar umschreibt es mit ayam ariyasávako "dieser Buddhajünger".



*f31) Es ist natürlich atta na me ti zu trennen. Der Herausgeber des Textes hat das nicht gesehen.



*f32) P. aparappaccayá, nämlich zu dem Buddha und zu seiner Lehre. Zu meiner Übersetzung veranlaßt mich die Wendung aparappaccayo satthu sásane "ausschließlich sich verlassend auf (glaubend an) die Lehre des Meisters". Dígha I.148, II.41, 43ff.; Majjhima I.491; Vinaya I.12 usw.  







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