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S.12.19.
Wie sich der Weise vom Toren unterscheidet
1.
Ort der Begebenheit: Sávatthí.
2.
"Einem Toren, dem das Hemmnis des Nichtwissens zu eigen, und der mit Durst
behaftet war, ist dadurch dieser gegenwärtige Körper zu teil geworden. So (ist)
dieser gegenwärtige Körper (entstanden) und außer ihm (gibt es) Name und Form
*f50). Auf diese Weise (ist da) ein Paar (vorhanden) und infolge des
(Vorhandenseins eines) Paares (gibt es) Berührung, (nämlich) die sechs
Sinnesbereiche, durch deren Berührung der Tor Lust und Leiden empfindet, oder
durch eines von ihnen.
3.
Einem Weisen, dem das Hemmnis des Nichtwissens zu eigen, und der mit Durst
behaftet war, ist dadurch dieser gegenwärtige Körper zu teil geworden. So (ist)
dieser gegenwärtige Körper (entstanden) und außer ihm (gibt es) Name und Form.
Auf diese Weise (ist da) ein Paar (vorhanden) und infolge des (Vorhandenseins
eines) Paares (gibt es) Berührung, (nämlich) die sechs Sinnesbereiche, durch
deren Berührung der Weise Lust und Leiden empfindet, oder durch eines von
ihnen.
4.
Was gibt es da für eine Besonderheit, was für einen Unterschied, was für eine
Verschiedenheit des Weisen vom Toren?"
5.
"Im Erhabenen, Herr, wurzeln unsere Lehrmeinungen, vom Erhabenen werden
sie geleitet, auf den Erhabenen stützen sie sich. Wohlan denn, dem Erhabenen
wolle der Sinn des Gesagten aufleuchten (*f73); vom Erhabenen ihn hörend werden
die Bhikkhus ihn erfassen."
6.
"So höret denn zu, ihr Bhikkhus, merket wohl auf, ich will es euch
verkünden." "Wohl, Herr!" erwiderten die Bhikkhus aufhorchend
dem Erhabenen.
7.
Der Erhabene sprach also: "Durch das Nichtwissen, ihr Bhikkhus, durch das
er gehemmt war, durch den Durst, mit dem er behaftet war, ist dem Toren dieser
gegenwärtige Körper zu teil geworden. Aber eben dieses Nichtwissen ist von dem
Toren nicht aufgegeben und der Durst nicht unterdrückt. Aus welchem Grunde?
Nicht hat, ihr Bhikkhus, der Tor einen heiligen Wandel geführt, das Leiden
vollkommen zu vernichten. Darum geht der Tor nach dem Zerfall seines Körpers
(wieder) in einen Körper ein. Und da er (wieder) in einen Körper eingeht, wird
er nicht erlöst von Geburt, von Alter und Tod, von den Anfällen von Schmerz,
Kummer, Leid, Betrübnis und Verzweiflung: er wird nicht erlöst vom Leiden, sage
ich.
8.
Durch das Nichtwissen, ihr Bhikkhus, durch das er gehemmt war, durch den Durst,
mit dem er behaftet war, ist dem Weisen dieser gegenwärtige Körper zu teil
geworden. Aber eben dieses Nichtwissen ist von dem Weisen aufgegeben und der
Durst unterdrückt. Aus welchem Grunde? Es hat, ihr Bhikkhus, der Weise einen
heiligen Wandel geführt, das Leiden vollkommen zu vernichten. Darum geht der
Weise nach dem Zerfall seines Körpers nicht (wieder) in einen Körper ein. Und
da er nicht (wieder) in einen Körper eingeht, wird er erlöst von Geburt, von Alter
und Tod, von den Anfällen von Schmerz, Kummer, Leid, Betrübnis und
Verzweiflung; er wird erlöst vom Leiden, sage ich.
9.
Darin also, ihr Bhikkhus, besteht die Besonderheit, darin der Unterschied,
darin die Verschiedenheit des Weisen vom Toren, nämlich in der Führung eines
heiligen Wandels."
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