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Samyutta Nikáya

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  • 12. Nidána-Samyutta - Von den Ursachen
    • 31-40 Kalárakhattiya-Vagga - Vom Edelmann Kalára
      • S.12.33. Die Gegenstände des Wissens (1)
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S.12.33. Die Gegenstände des Wissens (1)

 

1. Ort der Begebenheit: Sávatthí.

 

2. "Ich will euch, ihr Bhikkhus, die vierundvierzig Gegenstände des Wissens *f103) lehren; höret zu, merket wohl auf, ich will es euch verkünden." "Wohl, Herr!" erwiderten die Bhikkhus aufhorchend dem Erhabenen.

 

3. Der Erhabene sprach also: "Welches sind nun, ihr Bhikkhus, die vierundvierzig Gegenstände des Wissens?

 

4. Das Wissen von Alter und Tod, das Wissen vom Ursprung von Alter und Tod, das Wissen von der Aufhebung von Alter und Tod, das Wissen von dem zur Aufhebung von Alter und Tod führenden Weg.

 

5-14. Das Wissen von der Geburt - vom Werden, vom Erfassen, vom Durst, von der Empfindung, von der Berührung, von den sechs Sinnesbereichen, von Name und Form, vom Bewußtsein, - das Wissen von den Gestaltungen, das Wissen vom Ursprung der Gestaltungen, das Wissen von der Aufhebung der Gestaltungen, das Wissen von dem zur Aufhebung der Gestaltungen führenden Weg. - Diese heißen, ihr Bhikkhus, die vierundvierzig Gegenstände des Wissens.

 

(Vgl. zum folg. oben Sutta 12.2.4 und Sutta 12.27.3)

 

15. Was aber, ihr Bhikkhus, ist Alter und Tod? Das Altern der verschiedenen Einzelwesen in den verschiedenen Klassen von Wesen, ihr Hinsiechen, ihr Gebrechlichwerden, das Ergrauen der Haare, das Welkwerden der Haut, die Abnahme der Lebenskraft, der Verfall der Sinne: das heißt Alter. - Das Fortgehen und Ausscheiden der verschiedenen Einzelwesen aus den verschiedenen Klassen von Wesen, ihre Vernichtung, ihr Verschwinden, ihr Hingang und Sterben, der Ablauf der Lebenszeit, die Vernichtung der Wesensbestandteile, das Abwerfen der Leiblichkeit: das heißt Tod. So ist dieses das Alter, dieses der Tod das, ihr Bhikkhus, heißt Alter und Tod.

 

16. Aus dem Ursprung der Geburt folgt der Ursprung von Alter und Tod, aus der Aufhebung der Geburt folgt die Aufhebung von Alter und Tod, der edle achtgliedrige Pfad ist der zur Aufhebung von Alter und Tod führende Weg, nämlich: rechte Anschauung, rechtes Wollen, rechtes Reden, rechtes Tun, rechte Lebensführung, rechtes Sichbemühen, rechtes Sichbesinnen, rechte geistige Sammlung.

 

17. Wann nun, ihr Bhikkhus, ein edler Jünger auf diese Weise Alter und Tod kennt, auf diese Weise den Ursprung von Alter und Tod kennt, auf diese Weise die Aufhebung von Alter und Tod kennt, auf diese Weise den zur Aufhebung von Alter und Tod führenden Weg kennt:

 

18. Das ist für ihn das Wissen von der Wahrheit *f105). Vermöge dieser Wahrheit, die er geschaut und erkannt hat, die an keine Zeit gebunden ist, die er erreicht und durchdrungen hat *f106), zieht er in Bezug auf Vergangenheit und Zukunft die Schlußfolgerung:

 

19. Alle die Samanas oder Bráhmanas, die in der vergangenen Zeit Alter und Tod begriffen haben, den Ursprung von Alter und Tod begriffen haben, die Aufhebung von Alter und Tod begriffen haben, den zur Aufhebung von Alter und Tod führenden Weg begriffen haben, - alle diese haben das ganz in der gleichen Weise begriffen, wie auch ich eben jetzt.

 

20. Und alle die Samanas oder Bráhmanas, die in der zukünftigen Zeit Alter und Tod begreifen werden, den Ursprung von Alter und Tod begreifen werden, die Aufhebung von Alter und Tod begreifen werden, den zur Aufhebung von Alter und Tod führenden Weg begreifen werden - alle diese werden das ganz in der gleichen Weise begreifen wie auch ich eben jetzt: das ist für ihn das Wissen von der (notwendigen) Folge *f107).

 

21. Wann nun, ihr Bhikkhus, ein edler Jünger dieses doppelte Wissen gereinigt und geläutert besitzt, das Wissen von der Wahrheit und das Wissen von der (notwendigen) Folge: ein solcher, ihr Bhikkhus, heißt ein edler Jünger, der mit (richtiger) Anschauung begabt ist, der mit Einsicht begabt ist, der zu dieser guten Lehre gelangt ist, der diese gute Lehre schaut, der die Erkenntnis des Strebenden besitzt, der das Wissen des Strebenden besitzt, der mit dem Ohr der Wahrheit begabt ist, ein edler, der die (in die höchste Wahrheit) eindringende Erkenntnis besitzt, der da anpocht an die Pforte des Nirvana.

 

22-30. Was aber, ihr Bhikkhus, ist Geburt - Werden - Erfassen - Durst - Empfindung - Berührung - die sechs Sinnesbereiche - Name und Form - Bewußtsein *f108)? -

 

31. Was aber sind die Gestaltungen? Die drei Arten Gestaltung, ihr Bhikkhus, die Gestaltung des körperlichen Tuns, die Gestaltung des Redens, die Gestaltung des Denkens: das, ihr Bhikkhus, heißt Gestaltungen.

 

32. Aus dem Ursprung des Nichtwissens folgt der Ursprung der Gestaltungen, aus der Aufhebung des Nichtwissens folgt die Aufhebung der Gestaltungen, der edle achtgliedrige Pfad ist der zur Aufhebung der Gestaltungen führende Weg, nämlich: rechte Anschauung, rechtes Wollen, rechtes Reden, rechtes Tun, rechte Lebensführung, rechtes Sichbemühen, rechtes Sichbesinnen, rechte geistige Sammlung.

 

33. Wann nun, ihr Bhikkhus, ein edler Jünger auf diese Weise die Gestaltungen kennt. auf diese Weise den Ursprung der Gestaltungen kennt, auf diese Weise die Aufhebung der Gestaltungen kennt, auf diese Weise den zur Aufhebung der Gestaltungen führenden Weg kennt: das ist für ihn das Wissen von der Wahrheit. Vermöge dieser Wahrheit, die er geschaut und erkannt hat, die an keine Zeit gebunden ist, die er erreicht und durchdrungen hat, zieht er in Bezug auf Vergangenheit und Zukunft die Schlußfolgerung:

 

34. Alle die Samanas oder Bráhmanas, die in der vergangenen Zeit die Gestaltungen begriffen haben, den Ursprung der Gestaltungen begriffen haben, die Aufhebung der Gestaltungen begriffen haben, den zur Aufhebung der Gestaltungen führenden Weg begriffen haben, - alle diese haben das ganz in der gleichen Weise begriffen, wie ich eben jetzt.

 

35. Und alle die Samanas oder Bráhmanas, die in der zukünftigen Zeit die Gestaltungen begreifen werden, den Ursprung der Gestaltungen begreifen werden, die Aufhebung der Gestaltungen begreifen werden, den zur Aufhebung der Gestaltungen führenden Weg begreifen werden, - alle diese werden das ganz in der gleichen Weise begreifen, wie ich eben jetzt: das ist für ihn das Wissen von der (notwendigen) Folge.

 

36. Wann nun, ihr Bhikkhus, ein edler Jünger dieses doppe1te Wissen gereinigt und geläutert besitzt, das Wissen von der Wahrheit und das Wissen von der (notwendigen) Folge: ein solcher, ihr Bhikkhus, heißt ein edler Jünger, der mit (richtiger) Anschauung begabt ist, der mit Einsicht begabt ist, der zu dieser guten Lehre gelangt ist, der diese gute Lehre schaut, der die Erkenntnis des Strebenden besitzt, der das Wissen des Strebenden besitzt, der mit dem Ohr der Wahrheit begabt ist, ein edler, der die (in die höchste Wahrheit) eindringende Erkenntnis besitzt, der da anpocht an die Pforte des Nirvana."




*f103) ñánavatthúni. Ich fasse vatthu hier im Sinne von "Objekt". Mrs. Rhys Davids übersetzt "bases of knowledge".



*f105) Oder "das Wissen von der wahren, rechten Lehre" (dhamme ñánam).



*f106) iminá dhammena ditthena viditena akálikena pattena pariyogálhena. Den Ausdruck akálika gibt der Komm. (II, 86.17) wieder durch kimci kálam anatikamitvá pativedhánantaram phaladáyakena, d. h. die Frucht (der Erfolg, das Ergebnis) tritt unmittelbar nach dem Eindringen in die Wahrheit ein, ohne das noch eine Zeit verstreicht.



*f107) anvaye ñánam. Das W. anvaya bedeutet urspr. "Aufeinanderfolge, Reihenfolge, Zusammenhang". Hier ist es die Erkenntnis von der logischen Folge, von der im paticcasamuppáda gelehrten Kausalität, die immer die gleiche war und immer die gleiche sein wird.



*f108) Der Text ist hier in den Handschriften gekürzt. Jede einzelne Frage ist nach dem Muster der §§15 bis 21 ausgeführt, zu denken. Die Antworten auf die Fragen stimmen überein mit Sutta 2. 5-13 unseres Samyutta. Die Schlußfrage nach dem Wesen der "Gestaltungen" ist dann wieder in 31 bis 36 ausführlich behandelt.







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