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S.12.38. Das Denken (1)
Der Grundgedanke von
Sutta 38, 39 und 40 ist der, daß es das kamma ist, das die Widergeburt
bedingt. Durch unsere Beziehungen zur empirischen Welt, die durch ceteti "denkt",
pakappeti "plant, beabsichtigt" und anuseti "verweilt,
beharrt" (vergl. über anusaya die Einl. zu Sutta 15) ausgedrückt
werden, kommen die samkhárá, d.h. das Kamma zu stande.
Es bildet die
"Grundlage" (árammana) dafür, daß das "Bewußtsein" (viññána)
über den leiblichen Tod hinaus fortbesteht und durch den vorhandenen Stoff
"zunimmt, wächst" (virúlha), d.h. neue Nahmng empfängt.
Diese Fortdauer des
Bewußtseins führt dazu, daß "Name und Geist" (náma-rúpa) und
die übrigen Glieder die Nidánakette sich einstellen, die zu "Werden"
und "Geburt" hinüber leiten. In Sutta 39 werden sie einzeln
aufgezählt in Sutta 38 mit dem Begriff "Wiedergeburt und
Neuerstehung" (punabhavábhinibbatti) zusammen gefaßt. Es ist zu
beachten, daß in Sutta 12. 3 dieser Ausdruck innerhalb der Nidánakette an Stelle
des auf viññána folgenden námarúpa steht. In Sutta 40 endlich
treten für punabhavábhibbatti zwei Begriffe ein, die den Kreislauf der
Existenzen, den samsára, bezeichnen, nämlich "Kommen und
Gehen" (ágatigati) und "Ausscheiden und Wiedererstehen" (cutúpapáta).
Die Verbindung zwischen dem "Bewußtsein" und dem "Kommen und
Gehen" wird durch die "Hinneigung" (nati) zu den Dingen
der Erscheinungswelt hergestellt.
1.
Ort der Begebenheit: Sávatthí.
2.
"Was einer denkt, ihr Bhikkhus, und was er beabsichtigt, und wobei er
verharrt *f118), damit entsteht eine Grundlage *f119) für den
Bestand des Bewußtseins. Wenn eine Grundlage vorhanden ist, so tritt Fortdauer
des Bewußtseins ein. Wenn das Bewußtsein fortdauert und zunimmt, so tritt für
die Zukunft Wiedergeburt und Neuerstehung ein. Wenn für die Zukunft
Wiedergeburt und Neuerstehung vorhanden ist, so entstehen für die Zukunft
Geburt, Alter und Tod, Schmerz, Kummer, Leid, Betrübnis und Verzweiflung. Auf
solche Art kommt der Ursprung der ganzen Masse des Leidens zustande.
3.
Wenn einer nicht denkt, ihr Bhikkhus, und nichts beabsichtigt, aber doch (bei
den Dingen) verharrt, so entsteht damit eine Grundlage für den Bestand des
Bewußtseins. Wenn eine Grundlage vorhanden ist, so tritt Fortdauer des Bewußtseins
ein. Wenn das Bewußtsein fortdauert und zunimmt, so tritt für die Zukunft
Wiedergeburt und Neuerstehung ein. Wenn Wiedergeburt und Neuerstehung vorhanden
ist, so entstehen für die Zukunft Geburt, Alter und Tod, Schmerz, Kummer, Leid,
Betrübnis und Verzweiflung. Auf solche Art kommt der Ursprung der ganzen Masse
des Leidens zustande.
4.
Wenn einer aber nicht denkt, ihr Bhikkhus, und nichts beabsichtigt und auch
nicht (bei den Dingen) verharrt, - so entsteht damit keine Grundlage für den
Bestand des Bewußtseins. Wenn keine Grundlage vorhanden ist, so tritt Fortdauer
des Bewußtseins nicht ein. Wenn das Bewußtsein nicht fortdauert und nicht
zunimmt, so tritt für die Zukunft Wiedergeburt und Neuerstehung nicht ein. Wenn
Wiedergeburt und Neuerstehung nicht vorhanden ist, so werden für die Zukunft
Geburt, Alter und Tod, Schmerz, Kummer, Leid, Betrübnis und Verzweiflung
aufgehoben. Auf solche Art kommt die Aufhebung der ganzen Masse des Leidens
zustande."
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