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S.12.45. Nátika
Das Dorf Náika wird im
Kanon mehrfach erwähnt. So in Samyutta 14. 13 (= II. 153), 35. 113 (= IV. 90),
44. 11 (= IV. 401), 55. 8 (= V. 356); ferner im Anguttara, Ekádasanipáta 10 (=
V. 322) und im Vinaya, Mahávagga VI. 30. 6 (= Vin. I. 232). Im Dígha 16. 2.5 (=
II. 91) und 18. 1ff. (= II. 200 ff.), sowie im Majjhima 31 (= I. 205) kommt es
in der Form Nádika vor. Nach einer Angabe im Kommentar zu D. II. 91.15 soll es
zwei nahe beisammen gelegene Dörfer gleichen Namens gegeben haben. Unter Giñjakávasatha,
das als nähere Ortsbezeichnung hinzugefügt wird, ist ein bestimmtes Gebäude
gemeint, ein vihára, das dem Buddha zur Wohnung dient. Im Kommentar zu
der ersterwähnten Díghastelle (II. 185.12) wird das Wort durch "in dem aus
Ziegeln bestehenden Hause" (itthakámaye ávasathe) erklärt. Vergl.
Rhys Davids, Dialogues of the Buddha II. 97, Anm. 1.
1.
Also habe ich vernommen.
Einstmals
weilte der Erhabene in Nátika im Ziegelhause.
2.
Da nun verkündete der Erhabene, in der Einsamkeit meditierend folgende
Lehrdarlegung:
3.
"Infolge des Sehens und der (sichtbaren) Formen entsteht das Bewußtsein
des Sehens. Die Verbindung der drei ist die Berührung. Aus der Berührung als
Ursache entsteht die Empfindung; aus der Empfindung als Ursache entsteht der
Durst usw. usw. Auf solche Art kommt der Ursprung der ganzen Masse des Leidens
zu stande.
4-8.
Infolge *f136) des Hörens und der Töne usw. usw. - infolge des Riechens
und der Gerüche usw. usw. - infolge des Schmeckens und der Geschmäcke usw. usw.
- infolge des Fühlens und der fühlbaren Gegenstände usw. usw. - infolge des
Denkens und der Dinge entsteht das Bewußtsein des Denkens. Die Verbindung der
drei ist die Berührung. Aus der Berührung als Ursache entsteht die Empfindung;
aus der Empfindung als Ursache entsteht der Durst usw. usw. Auf solche Art
kommt der Ursprung der ganzen Masse des Leidens zu stande.
9.
Infolge des Sehens und der (sichtbaren) Formen entsteht das Bewußtsein des
Sehens. Die Verbindung der drei ist die Berührung. Aus der Berührung als
Ursache entsteht die Empfindung; aus der Empfindung als Ursache entsteht der
Durst. Aus dem restlosen Verschwinden aber und der Aufhebung eben dieses
Durstes folgt Aufhebung des Erfassens; aus der Aufhebung des Haftens folgt
Aufhebung des Werdens; aus der Aufhebung des Werdens folgt Aufhebung der
Geburt; durch Aufhebung der Geburt werden Alter und Tod, Schmerz, Kummer, Leid,
Betrübnis und Verzweiflung aufgehoben. Auf solche Art kommt die Aufhebung der
ganzen Masse des Leidens zu stande.
10-14.
Infolge des Hörens und der Töne usw. usw. - infolge des Riechens und der
Gerüche usw. usw. - infolge des Schmeckens und der Geschmäcke usw. usw. -
infolge des Fühlens und der fühlbaren Gegenstände usw. usw. - infolge des
Denkens und der Dinge entsteht das Bewußtsein des Denkens. Die Verbindung der
drei ist die Berührung. Aus der Berührung als Ursache entsteht die Empfindung;
aus der Empfindung als Ursache entsteht der Durst. Aus dem restlosen
Verschwinden aber und der Aufhebung eben dieses Durstes folgt Aufhebung des
Erfassens; aus der Aufhebung des Erfassens folgt Aufhebung des Werdens; aus der
Aufhebung des Werdens folgt Aufhebung der Geburt; durch Aufhebung der Geburt
werden Alter und Tod, Schmerz, Kummer, Leid, Betrübnis und Verzweiflung
aufgehoben. Auf solche Art kommt die Aufhebung der ganzen Masse des Leidens zu
stande."
15.
Zu dieser Zeit aber stand nun da ein Bhikkhu, dem Erhabenen zuzuhören.
16.
Es sah nun der Erhabene den Bhikkhu, der dastand, zuzuhören, und wie er den
Bhikkhu gesehen, sprach der Erhabene also: "Hast du, o Bhikkhu, diese
Lehrdarlegung gehört?" - "Ja, Herr!"
17.
"Lerne du, o Bhikkhu, diese Lehrdarlegung; eigne dir, o Bhikkhu, diese
Lehrdarlegung an. Zum Segen gereicht (atthasamhita), o Bhikkhu, diese
Lehrdarlegung, sie führt ein in den heiligen Wandel (ádibrahmacariyaka)."
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