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S.12.60. Grundlage
Das Dorf Kammásadamma
(oder -dhamma) im Gebiete der Kurus wird mehrfach genannt. Im Dígha
II. 55 ist es der Schauplatz der Erörterung des Mahánidána-Suttanta (Nr. 15),
mit dessen Eingang der des unsrigen wörtlich übereinstimmt, und nach dem dieses
offenbar seinen Titel "Nidána" führt. Ferner kommt es im Dígha, Nr.
22 (= II. 290 ff.) vor, im Satipatthána-Suttanta, von dem die §§ 1-17 und 22
mit Majjhima Nr. 10 (= I. 55ff.) sich decken. Im Kommentar zu den Therígáthás
S. 87, 89 wird das Dorf als Heimat der beiden Bhikkhunís Nanduttará und Mittakálí
genannt, denen die Verse 87-91 und 92-96 zugeschrieben werden. Die Legende von
der Gründung des Dorfes wird am Schluß des Mahásutasoma-Játaka (Nr. 537 = Ját.
V. 511) erzählt. Die hier gegebene Deutung des Namens zeigt, daß die Schreibung
Kammásadamma als die richtige anzusehen ist.
Schwierig ist die Stelle
in 4, wo die geistige Verwirrung der Menschheit durch tantákulajátá
gulagunthikajátá muñjababbajabhútá gekennzeichnet wird. Parallelstelle ist
Dígha II. 55, die zusammen mit dem Kommentar die Herstellung des Textes
ermöglicht. Die Bilder sind hergenommen von der Weberei und der
Mattenflechterei. Zu dem ersten Ausdruck bemerkt der Komm. (II. 1223):
"verwirrt wie ein Gewebe; wie nämlich ein schlecht aufbewahrtes von Mäusen
zerbissenes Gewebe da und dort verwirrt wird ... "
Danach richtet sich
meine Übersetzung "wirr wie ein (vernachlässigtes) Gewebe". Bei dem
zweiten Ausdruck scheint an die Knoten (gula) gedacht zu sein, wie sie
sich in den Fäden der Kette bilden, wenn sie nicht genügend "geschlichtet"
sind, und das Abreißen verursachen. Der Komm. (II. 123.2) läßt aber die
Möglichkeit offen, daß das Nest eines bestimmten Vogels (des Webervogels?)
gemeint sein konnte. Was endlich den dritten Ausdruck betrifft, so werden
sowohl das Muñjagras (Saccharum Muñja), wie das Babbajagras (skr. balbaja,
Eleusine indica) zum Mattenflechten verwendet. Der Gedanke ist nun entweder
der, daß die Flechtarbeit mißraten muß, wenn die Gräser nicht richtig
hergerichtet sind - dies ist anscheinend die Meinung des Kommentars - oder wenn
sie nebeneinander zu dem gleichen Stück verwendet werden.
1.
Einstmals weilte der Erhabene im Gebiete der Kurus *f163). (Sein
Aufenthalt war) das Dorf der Kurus mit Namen Kammásadamma.
2.
Und es begab sich der ehrwürdige Ananda dorthin, wo der Erhabene sich befand.
Nachdem er sich dorthin begeben und den Erhabenen ehrfürchtig begrüßt hatte,
setzte er sich zur Seite nieder.
3.
Zur Seite sitzend sprach dann der ehrwürdige Ananda zu dem Erhabenen also:
"Wunderbar, Herr, unvergleichlich, Herr, wie so sehr tief dieses Gesetz
von der ursächlichen Entstehung ist und wie tief es erscheint *f164);
aber doch kommt es mir vollkommen klar vor."
4.
"Nicht so, Ananda, nicht so, Ananda! Tief ist, Ananda, dieses Gesetz von
der ursächlichen Entstehung und tief erscheint es. Infolge der Unkenntnis
dieses Gesetzes, Ananda, infolge des Nichtverstehens und Nichtbegreifens ist
dieses Geschlecht wirr geworden wie ein (vernachlässigtes) Gewebe und verknotet
wie ein Garnknäuel und gleich dem Muñja- und dem Babbajagras und kommt nicht
hinaus über niedrige Daseinsform, über leidvolle Existenz, über Verdammnis
*f165), über den Kreislauf der Wiedergeburten.
5.
Bei dem, Ananda, der das Annehmliche an den Dingen, die mit dem Erfassen zusammenhängen,
im Auge hat, nimmt der Durst zu. Aus dem Durst als Ursache entsteht das
Erfassen usw. usw.."
Das folgende (5-10) ist
völlig gleichlautend mit Sutta 55.
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