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Samyutta Nikáya

IntraText CT - Text

  • 1. Devatá-Samyutta - Von den Devatas
    • 1 – 10 Nalavagga - Der Abschnitt vom Rohr
      • S.1.1. Die Flut
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S.1.1. Die Flut

Unter den devatá versteht der indische Volksglaube die zahlreichen Geisterwesen, die in der den Menschen umgebenden Natur ihren Wohnsitz haben, die Baum und Quellnymphen, die Schutzgeister von Wald und Feld und Flur, von Vieh und Haus und Hof. Der Buddhismus hat sie in sein Weltbild aufgenommen, und sie gelten ihm, wie Tiere und Menschen und Götter, als Wesen auf einer bestimmten Entwicklungsstufe innerhalb des samsára, der Folge der Wiedergeburten. Über den Unterschied zwischen der Bezeichnung devatá und devaputta siehe die Vorbemerkung zum 2. Samyutta.

 

1. Also habe ich vernommen.
Einstmals weilte der Erhabene in Savatthi im Jetahaine, im Parke des Anáthapindika

2. Da nun begab sich in vorgeschrittener *f1) Nacht eine Devatá, mit ihrer herrlichen Schönheit den ganzen Jetahain erhellend, dorthin, wo sich der Erhabene befand. Nachdem sie sich dorthin begeben und den Erhabenen ehrfurchtsvoll begrüßt hatte, trat sie zur Seite.

3. Zur Seite stehend sprach dann die Devatá zu dem Erhabenen also:

"Wie hast denn du, Herr, die Flut *f2) überschritten?" -

"Ohne Halt und ohne Kampf *f3) hab' ich die Flut überschritten."

 

4. "Wie aber hast du denn, Herr, ohne Halt und ohne Kampf die Flut überschritten?" -

"Wann ich inne hielt, Verehrte, dann sank ich unter, wann ich mich abkämpfte, dann wurde ich abgetrieben. So habe ich, Verehrte, ohne Halt und ohne Kampf die Flut überschritten."

5. 

"Da seh' ich fürwahr einen Brahmanen,
der lange schon ins Nirvana eingegangen,
Der ohne Halt und ohne Kampf
das Hangen an der Welt hat überwunden."

So sprach die Devatá. Seine Zustimmung bekundete der Meister.

 

6.      Da nun dachte die Devatá: 'der Meister bekundet mir seine Zustimmung'; sie begrüßte ehrfurchtsvoll den Erhabenen, umwandelte ihn mit Zukehrung der rechten Seite und verschwand.




*f1) P. abhikkanta in beiden Fällen. Daß abhikkanta "herrlich, schön" bedeutet, steht durch die häufige Phrase abhikkantam, bhante usw. "ausgezeichnet, Herr" (z.B. Dígha I. 85) und durch anderes fest. In der Verbindung mit ratti soll es nach dem Komm. (z.B. Samyutta-Komm. I. 15.18 der Siam. Ausg.) "fortgeschritten" bedeuten, die Nacht, wo die erste Wache vergangen ist. Nur ist das zweifelhaft, da abhi-kkam doch nur "herankommen" bedeutet.



*f2) D.i. die Folge der Wiedergeburten, den samsára, der häufig mit einem Meere verglichen wird, wo das Nirvana das rettende Ufer ist. Der Komm. denkt an kámogha, bhavogha, ditthogha, avijjogha "Flut der sinnlichen Lust, des Werdens (Werdedranges), der falschen Anschauung, des Nichtwissens". Sachlich kommt das auf das gleiche hinaus.



*f3) P. appatittham anáyúham. Daß dies Adverbien sind, geht aus dem Vers in 5 hervor. Der Buddha spricht in der Form eines Rätsels. Denn Halt und Kampf (d.h. Anstrengung, Bemühung) sind an sich nötig zur Überschreitung des Meeres. Wie er die Sache meint, geht aus dem Folgenden hervor.




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