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S.16.2. Nicht feinfühlig
1.
Also habe ich vernommen.
Einstmals
weilten der ehrwürdige Mahákassapa und der ehrwürdige Sáriputta in Báránasí, in
Isipatana, im Antilopenhain.
2.
Da erhob sich der ehrwürdige Sáriputta um die Abendzeit aus einsamer Meditation
und begab sich dorthin, wo der ehrwürdige Mahákassapa sich befand, und nachdem
er mit dem ehrwürdigen Mahákassapa die (üblichen) Begrüßungen und Höflichkeiten
ausgetauscht,setzte er sich zur Seite nieder.
3.
Zur Seite sitzend sprach dann der ehrwürdige Sáriputta zu dem ehrwurdigen
Mahákassapa also:
4.
"Man sagt so, verehrter Kassapa, daß einer, der nicht eifrig und nicht
feinfühlig ist, unfähig sei zur vollkommenen Erleuchtung, unfähig zum Nirvana,
unfähig zur Erlangung des Unvergleichlichen inneren Friedens *f53); wer
aber eifrig und feinfühlig ist, der ist fähig zur vollkommenen Erleuchtung,
fähig zum Nirvana, fähig zur Erlangung des unvergleichlichen inneren Friedens.
5.
Inwiefern nun, Verehrter, ist man nicht eifrig, nicht feinfühlig, unfähig zur
vollkommenen Erleuchtung, unfähig zum Nirvana, unfähig zur Erlangung des
unvergleichlichen inneren Friedens? Inwiefern aber ist man eifrig, feinfühlig,
fähig zur vollkommenen Erleuchtung, fähig zum Nirvana, fähig zur Erlangung des
unvergleichlichen inneren Friedens?"
6.
"Da macht, Verehrter, ein Bhikkhu keine eifrige Anstrengung (indem er
nicht denkt): 'das sündhafte Böse *f54), das in mir noch nicht
aufgekommen ist, möchte mir, wenn es aufkommt, zum Unsegen gereichen.' Und er
macht keine eifrige Anstrengung (indem er nicht denkt): 'das sündhafte Böse,
das in mir aufgekommen ist, möchte mir, wenn es nicht aufgegeben wird, zum Unsegen
gereichen.' Und er macht keine eifrige Anstrengung (indem er nicht denkt): 'das
Gute, das in mir noch nicht aufgekommen ist, möchte mir, wenn es nicht
aufkommt, zum Unsegen gereichen.' Und er macht keine eifrige Anstrengung (indem
er nicht denkt): 'das Gute, das in mir aufgekommen ist, möchte mir, wenn es
wieder schwindet, zum Unsegen gereichen.'
Auf
diese Weise also, Verehrter, ist man ein Nichteifriger. "
7.
"Und wie, Verehrter, ist man ein Nichtfeinfühliger?"
"Da
hat, Verehrter, ein Bhikkhu kein Feingefühl (indem er nicht denkt): 'das
sündhafte Böse, das in mir noch nicht aufgekommen ist, möchte mir, wenn es
aufkommt, zum Unsegen gereichen.' Und er hat kein Feingefühl (indem er nicht
denkt): 'das sündhafte Böse, das in mir aufgekommen ist, möchte mir, wenn es
nicht aufgegeben wird, zum Unsegen gereichen.' Und er hat kein Feingefühl
(indem er nicht denkt): 'das Gute, das in mir noch nicht aufgekommen ist,
möchte mir, wenn es nicht aufkommt, zum Unsegen gereichen.' Und er hat kein
Feingefühl (indem er nicht denkt): 'das Gute, das in mir aufgekommen ist,
möchte mir, wenn es wieder schwindet, zum Unsegen gereichen.'
Auf
diese Weise also, Verehrter, ist man ein Nichtfeinfühliger.
8.
Auf diese Weise also, Verehrter, ist man nicht eifrig, nicht feinfühlig,
unfähig zur vollkommenen Erleuchtung, unfähig zum Nirvana, unfähig zur
Erlangung des unvergleichlichen inneren Friedens."
9.
"Und wie, Verehrter, ist man ein Eifriger?"
"Da
macht, Verehrter, ein Bhikkhu eifrige Anstrengung (indem er denkt): 'das sündhafte
Böse, das in mir noch nicht aufgekommen ist, möchte mir, wenn es aufkommt, zum
Unsegen gereichen; - das sündhafte Böse, das in mir aufgekommen ist, möchte
mir, wenn es nicht aufgegeben wird, zum Unsegen gereichen; - das Gute, das in
mir noch nicht aufgekommen ist, möchte mir, wenn es nicht aufkommt, zum Unsegen
gereichen; - das Gute, das in mir aufgekommen ist, möchte mir, wenn es wieder
schwindet, zum Unsegen gereichen.'
Auf
diese Weise also, Verehrter, ist man ein Eifriger."
10.
"Und wie, Verehrter, ist man ein Feinfühliger?"
"Da
hat, Verehrter, ein Bhikkhu Feingefühl (indem er denkt): 'das sündhafte Böse,
das in mir noch nicht aufgekommen ist, möchte mir, wenn es aufkommt, zum
Unsegen gereichen; - das sündhafte Böse, das in mir aufgekommen ist, möchte
mir, wenn es nicht aufgegeben wird, zum Unsegen gereichen; - das Gute, das in
mir noch nicht aufgekommen ist, möchte mir, wenn es nicht aufkommt, zum Unsegen
gereichen; - das Gute, das in mir aufgekommen ist, möchte mir, wenn es wieder
schwindet, zum Unsegen gereichen.'
Auf
diese Weise also, Verehrter, ist man ein Feinfühliger.
11.
Auf diese Weise also, Verehrter, ist man eifrig, feinfühlig, fähig zur
vollkommenen Erleuchtung, fähig zum Nirvana, fähig zur Erlangung des
unvergleichlichen inneren Friedens."
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