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S.16.4. Familienbesucher
1.
(Ort der Begebenheit:) Sávatthí.
2.
"Was haltet ihr davon, ihr Bhikkhus? Was für ein Bhikkhu darf ein
Familienbesucher *f61) werden? Was für ein Bhikkhu darf kein
Familienbesucher werden?"
3.
"Im Erhabenen, Herr, wurzeln unsere Lehrmeinungen, vom Erhabenen werden
sie geleitet, auf den Erhabenen stützen sie sich. Wohlan denn, Herr, dem
Erhabenen wolle der Sinn des Gesagten aufleuchten; vom Erhabenen ihn hörend
werden die Bhikkhus ihn erfassen."
4.
Der Erhabene sprach also: "Wenn da irgend ein Bhikkhu, ihr Bhikkhus, mit
diesen Gedanken die Familien (auf dem Bettelgang) aufsucht: 'sie sollen mir
geben, nicht sollen sie mir die Gabe verweigern; viel sollen sie mir geben,
nicht wenig; vorzügliches sollen sie mir geben, nicht schlechtes; schnell
sollen sie mir geben, nicht langsam; achtungsvoll sollen sie mir geben, nicht
unachtsam!' -
5.
Wenn dann die Leute, ihr Bhikkhus, dem Bhikkhu, der mit diesen Gedanken die
Familien (auf dem Bettelgang) aufsucht, nichts geben, wird der Bhikkhu
unwillig; er empfindet aus diesem Grunde Leid und Traurigkeit: 'wenig geben
sie, nicht viel . . .; schlechtes geben sie, nicht vorzügliches . . .; langsam
geben sie, nicht schnell . . .; unachtsam geben sie, nicht achtungsvoll';
darüber wird der Bhikkhu unwillig; er empfindet aus diesem Grunde Leid und
Traurigkeit. - Ein solcher Bhikkhu, ihr Bhikkhus, darf kein Familienbesucher
werden.
6.
Wenn da aber irgend ein Bhikkhu, ihr Bhikkhus, mit diesen Gedanken die Familien
(auf dem Bettelgang) aufsucht: 'wie wäre es denn nur möglich, bei anderen
Familien (zu denken): sie sollen mir geben, nicht sollen sie mir die Gabe
verweigern; viel sollen sie mir geben, nicht wenig; vorzügliches sollen sie mir
geben, nicht schlechtes; schnell sollen sie mir geben, nicht langsam;
achtungsvoll sollen sie mir geben, nicht unachtsam?' -
7.
Wenn dann die Leute, ihr Bhikkhus, dem Bhikkhu, der mit diesen Gedanken die
Familien (auf dem Bettelgang) aufsucht, nichts geben, wird der Bhikkhu nicht
unwillig; er empfindet aus diesem Grunde kein Leid und keine Traurigkeit: wenig
geben sie mir, nicht viel . . .; schlechtes geben sie mir, nicht vorzügliches .
. .; langsam geben sie mir, nicht schnell . . .; unachtsam geben sie mir, nicht
achtungsvoll'; darüber wird der Bhikkhu nicht unwillig; er empfindet aus diesem
Grunde kein Leid und keine Traurigkeit. - Ein solcher Bhikkhu, ihr Bhikkhus,
darf ein Familienbesucher werden.
8.
Kassapa, ihr Bhikkhus, sucht mit diesen Gedanken die Familien (auf dem
Bettelgang) auf: 'wie wäre es denn nur möglich usw. usw. (=6) . . .
9.
Wenn dann die Leute, ihr Bhikkhus, dem Kassapa, der mit solchen Gedanken die
Familien (auf dem Bettelgang) aufsucht, nichts geben, wird Kassapa nicht
unwillig usw. usw. (= 7) . . . darüber wird Kassapa nicht unwillig; er
empfindet aus diesem Grunde kein Leid und keine Traurigkeit.
10.
Mit (dem Beispiel des) Kassapa, ihr Bhikkhus, will ich euch ermahnen, oder mit
(dem Beispiel von) einem, der dem Kassapa ähnlich ist. Seid ihr aber ermahnt,
so müßt ihr danach streben, so (wie er) zu werden."
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