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Samyutta Nikáya

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  • 16. Kassapa-Samyutta - Von Kassapa
      • S.16.13. Fälschung der guten Lehre
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S.16.13. Fälschung der guten Lehre

 

1. Also habe ich vernommen.

Einstmals weilte der Erhabene in Sávatthí, im Jetahai im Parke des Anáthapindika.

 

2. Da nun begab sich der ehrwürdige Mahákassapa dorthin, wo sich der Erhabene befand. Nachdem er sich dorthin begeben und den Erhabenen ehrfurchtsvoll begrüßt hatte, setzte er sich zur Seite nieder.

 

3. Zur Seite sitzend sprach dann der ehrwürdige Mahákassapa zu dem Erhabenen also: "Was ist wohl, Herr, der Grund, was die Ursache, daß früher die Vorschriften weniger waren, mehr Bhikkhus aber im Stand der höchsten Erkenntnis sich befanden *f93)? Was aber, Herr, ist der Grund, was die Ursache, daß jetzt die Vorschriften mehr sind, weniger Bhikkhus aber im Stand der höchsten Erkenntnis sich befinden?"

 

4. "Das ist so, Kassapa: wenn die Wesen zurückgehen *f94) und die gute Lehre verschwindet, werden die Vorschriften mehr und weniger Bhikkhus befinden sich im Stand der höchsten Erkenntnis.

 

5. So lange aber, Kassapa, tritt ein Verschwinden der guten Lehre nicht ein, als nicht eine Fälschung der guten Lehre *f95) in der Welt aufkommt. Wann aber, Kassapa, eine Fälschung der guten Lehre in der Welt aufkommt, dann tritt ein Verschwinden der guten Lehre ein.

 

6. Das ist gerade so, Kassapa, wie ein Verschwinden des Goldes so lange nicht eintritt, als nicht eine Fälschung des Goldes in der Welt aufkommt. Wann aber, Kassapa, eine Fälschung des Goldes in der Welt aufkommt, dann tritt ein Verschwinden des Goldes ein.

 

7. Ganz ebenso, Kassapa, tritt so lange ein Verschwinden der guten Lehre nicht ein, als nicht eine Fälschung der guten Lehre in der Welt aufkommt. Wann aber, Kassapa, eine Fälschung der guten Lehre in der Welt aufkommt, dann tritt ein Verschwinden der guten Lehre ein.

 

8-11. Nicht das Element Erde, Kassapa, macht die gute Lehre verschwinden; nicht das Element Wasser macht die gute Lehre verschwinden; nicht das Element Feuer macht die gute Lehre verschwinden; nicht das Element Luft macht die gute Lehre verschwinden.

 

12. Hier selbst vielmehr (unter uns) kommen die törichten Leute auf, die die gute Lehre verschwinden machen.

 

13. Das ist so, Kassapa, wie zwar ein Schiff durch Leckwerden untergeht *f96), aber nicht tritt auf solche Weise ein Verschwinden der guten Lehre ein.

 

14. Die folgenden fünf Dinge, Kassapa, die vermieden werden müssen, gereichen zum Aufhören und zum Verschwinden der guten Lehre. Welche fünf?

 

15. Da sind, Kassapa, Bhikkhus und Bhikkhunís, Laienbrüder und Laienschwestern ohne Ehrfurcht und ohne Hochachtung gegenüber dem Meister; sie sind ohne Ehrfurcht und ohne Hochachtung gegenüber der Lehre; sie sind ohne Ehrfurcht und ohne Hochachtung gegenüber der Gemeinde; sie sind ohne Ehrfurcht und ohne Hochachtung gegenüber der Schulung; sie sind ohne Ehrfurcht und ohne Hochachtung gegenüber der geistigen Sammlung. - Diese fünf Dinge, Kassapa, die vermieden werden müssen, gereichen zum Aufhören und zum Verschwinden der guten Lehre.

 

16. Die folgenden fünf Dinge, Kassapa, gereichen zum Bestand, zum Nichtaufhören und zum Nichtverschwinden der guten Lehre. Welche fünf?

 

17. Da sind, Kassapa, Bhikkhus und Bhikkhunís, Laienbrüder und Laienschwestern voll Ehrfurcht und voll Hochachtung gegenüber dem Meister; sie sind voll Ehrfurcht und voll Hochachtung gegenüber der Lehre; sie sind voll Ehrfurcht und voll Hochachtung gegenüber der Gemeinde; sie sind voll Ehrfurcht und voll Hochachtung gegenüber der Schulung; sie sind voll Ehrfurcht und voll Hochachtung gegenüber der geistigen Sammlung. - Diese fünf Dinge, Kassapa, gereichen zum Bestand, zum Nichtaufhören und zum Nichtverschwinden der guten Lehre."

 

 




*f93) P. aññáya samthahimsu, im Komm. II. 253.3 umschrieben durch arahatte patitthahimsu "sie befanden sich im Stande der Arahantschaft."



*f94) P. sattesu háyamánesu, bezieht sich wohl auf den moralischen Rückgang der Menschheit, auf ihre Gleichgültigkeit gegenüber der Buddhalehre. Vgl. die Bed. von hína.



*f95) P. saddhammapatirúpakam, wtl. ein Gegenbild, ein (falsches) Abbild der guten Lehre, etwas was wie die g. L. aussieht, es aber nicht ist.



*f96) P. nává ádiken' eva opilavati. Die Stelle ist schwierig; ich glaube aber, daß der Komm. uns auf die richtige Auffassung hinführt. Er erklärt ádikena mit ádánena gahanena (II.256.16) "durch Aufnehmen, Ansichziehen, Aufsaugen" (vgl. skr. grahana). Der Gedanke ist also, im Zusammenhalt mit § 8-12, dieser: Ein Schiff geht dadurch unter, daß es von außen Wasser (ápodhátu!) aufnimmt; die gute Lehre aber wird von innen heraus zum Untergang gebracht.






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