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S.22.43. Sich selber Leuchte
1.
So habe ich gehört. Einst weilte der Erhabene zu Sávatthí, im Jeta-Hain, im
Kloster des Anáthapindika.
2.
Dort wandte sich der Erhabene an die Mönche: "Ihr Mönche!" -
"Ja, o Herr", antworteten jene Mönche dem Erhabenen. Der Erhabene nun
sprach also:
3.
"Seid euch selber Leuchte *f84), seid euch selber Zuflucht, ihr
Mönche, habt keine andere Zuflucht! Die Lehre sei euch Leuchte, die Lehre sei euch
Zuflucht, habt keine andere Zuflucht!
4.
Von denen, die sich selbst Leuchte, selbst Zuflucht sind und keine andere
Zuflucht haben, welche die Lehre als Leuchte, die Lehre als Zuflucht und keine
andere Zuflucht haben - von solchen soll da nach dem Ursprung geforscht werden,
nämlich: Wie sind entstanden Kummer, Jammer, Schmerz, Trübsal und Verzweiflung,
wie sind sie zustande gekommen?
5.
Wie nun, ihr Mönche, sind Kummer, Jammer, Schmerz, Trübsal und Verzweiflung
entstanden, wie sind sie zustande gekommen?
6.
Es ist da, ihr Mönche, ein unerfahrener Weltmensch, die Edlen nicht kennend,
der Lehre der Edlen unkundig, in der Lehre der Edlen ungeschult; die Guten
nicht kennend, der Lehre der Guten unkundig, in der Lehre der Guten ungeschult.
Der betrachtet die Körperlichkeit als das Selbst oder das Selbst als
Körperlichkeit besitzend oder die Körperlichkeit als im Selbst oder das Selbst
als in der Körperlichkeit. Ihm wandelt sich nun, verändert sich diese
Körperlichkeit. Durch Wandel und Veränderung dieser Körperlichkeit entstehen
ihm Kummer, Jammer, Schmerz, Trübsal und Verzweiflung.
7.-10.
Der betrachtet das Gefühl - die Wahrnehmung die Gestaltungen - das Bewußtsein
als das Selbst oder das Selbst als (Gefühl...) Bewußtsein besitzend oder das
Bewußtsein als im Selbst oder das Selbst als im Bewußtsein. Ihm wandelt sich
nun, verändert sich dieses Bewußtsein. Durch Wandel und Veränderung dieses
Bewußtseins entstehen ihm Kummer, Jammer, Schmerz, Trübsal und Verzweiflung.
11.
Hat man aber, ihr Mönche, eben dieser Körperlichkeit Vergänglichkeit und
Veränderlichkeit, die Entsüchtung (von ihr) und (ihre) Aufhebung gesehen, (so
weiß man): 'Die frühere Körperlichkeit, wie die jetzige, alle Körperlichkeit
ist vergänglich, leidvoll, der Veränderung unterworfen.' Wer dies so der
Wirklichkeit gemäß mit rechter Weisheit erkennt, dem schwindet Kummer, Jammer,
Schmerz, Trübsal und Verzweiflung. Sind diese geschwunden, dann süchtet man
nicht mehr. Ohne Süchten lebt man glücklich; und vom glücklich lebenden Mönch
heißt es: 'Er ist durch solches Mittel erlöst *f85)'.
12.-15.
Hat man, ihr Mönche, eben dieses Gefühls - dieser Wahrnehmung - dieser
Gestaltungen - dieses Bewußtseins Vergänglichkeit und Veränderlichkeit, die
Entsüchtung (davon) und (deren) Aufhebung gesehen, (so weiß man): 'Das frühere
(Gefühl...) Bewußtsein, wie das jetzige, alles Bewußtsein ist vergänglich,
leidvoll, der Veränderung unterworfen.' Wer dies so der Wirklichkeit gemäß mit
rechter Weisheit erkennt, dem schwindet Kummer, Jammer, Schmerz, Trübsal und
Verzweiflung. Sind diese geschwunden, dann süchtet man nicht mehr. Ohne Süchten
lebt man glücklich. Und vom glücklich lebenden Mönch heißt es: 'Er ist durch
solches Mittel erlöst.'"
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