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S.22.49. Sona I
1.
So habe ich gehört. Einst weilte der Erhabene bei Rájagaha, im Bambus-Hain, am
Fütterungsplatz der Eichhörnchen.
2.
Es begab sich da Sona, eines Hausvaters Sohn, zum Erhabenen, begrußte ihn
ehrerbietig und setzte sich zur Seite nieder.
3.
Und der Erhabene sprach zu Sona, dem Sohn eines Hausvaters, also:
4.-8.
"Wenn sich da, o Sona, Asketen und Priester aufgrund der vergänglichen,
leidvollen, wandelbaren Körperlichkeit - des vergänglichen, leidvollen,
wandelbaren Gefühls - der vergänglichen, leidvollen, wandelbaren Wahrnehmung -
der vergänglichen, leidvollen, wandelbaren Gestaltungen - des vergänglichen,
leidvollen, wandelbaren Bewußtseins als besser betrachten, als gleichwertig
betrachten, als geringer betrachten - was sollte dies anderes sein als ein
Nichtverstehen der Wirklichkeit!
9.-13.
Wenn sich aber, o Sona, Asketen und Priester aufgrund der vergänglichen, leidvollen,
wandelbaren Körperlichkeit - des ... Bewußtseins nicht als besser betrachten,
nicht als gleichwertig betrachten, nicht als geringer betrachten: was sollte
dies anderes sein als ein Verstehen der Wirklichkeit!
14.
Was meinst du, Sona: ist die Körperlichkeit unvergänglich oder
vergänglich?" - "Vergänglich, o Herr." - "Was aber
vergänglich ist, ist das leidig oder freudig?" - "Leidig, o
Herr." - "Was nun vergänglich, leidig, wandelbar ist, kann man dies mit
Recht so ansehen: 'Dies ist mein, das bin ich, das ist mein Selbst'?" -
"Gewiß nicht, o Herr."
15.-18.
"Ist das Gefühl - die Wahrnehmung - die Gestaltungen - das Bewußtsein
unvergänglich oder vergänglich?" - "Vergänglich, o Herr." -
"Was aber vergänglich ist, ist das leidig oder freudig?" - "Leidig,
o Herr." - "Was nun vergänglich, leidig, wandelbar ist, kann man dies
mit Recht so ansehen: 'Dies ist mein, das bin ich, das ist mein Selbst'?"
- "Gewiß nicht, o Herr."
19.-23.
"Daher, o Sona, was es irgend an Körperlichkeit gibt - an Gefühl - Wahrnehmung
- Gestaltungen - Bewußtsein, vergangen, künftig, gegenwärtig, eigen oder fremd,
grob oder fein, gewöhnlich oder edel, fern oder nahe: von jeder Körperlichkeit
- von jedem Gefühl - von jeder Wahrnehmung - von allen Gestaltungen - von jedem
Bewußtsein gilt: 'Dies ist nicht mein, das bin ich nicht, das ist nicht mein
Selbst'. - So hat man dies der Wirklichkeit gemäß mit rechter Weisheit zu
betrachten.
24.
So erkennend, o Sona, wendet sich der erfahrene, edle Jünger von der
Körperlichkeit ab, er wendet sich ab vom Gefühl, er wendet sich ab von der
Wahrnehmung, er wendet sich ab von den Gestaltungen, er wendet sich ab vom
Bewußtsein. Abgewandt wird er entsüchtet. Durch die Entsüchtung wird er
befreit. Im Befreiten ist die Erkenntnis: 'Befreit bin ich. Versiegt ist die
Geburt, vollendet der Heilige Wandel, getan das Werk, nichts Weiteres nach
diesem hier' - so erkennt er."
[ETML-N:/]
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