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S.22.60. Maháli, der
Licchaver
(Übers.
v. Neumann LS IV, S. 642.)
1.
So habe ich gehört. Einst weilte der Erhabene bei Vesálí, im Großen Walde, in
der Giebelhaus-Halle.
2.
Da begab sich Maháli, der Licchaver, zum Erhabenen, begrüßte ihn ehrerbietig
und setzte sich zur Seite nieder. Seitwärts sitzend sprach Maháli, der
Licchaver, zum Erhabenen also:
3.
"So, o Herr, spricht Púrana-Kassapa: 'Es gibt keinen Grund, es gibt keine
Ursache für die Befleckung der Wesen (durch Unheilsames). Ursachlos, grundlos
werden die Wesen befleckt. Es gibt keinen Grund, es gibt keine Ursache für die
Reinheit der Wesen. Ursachlos, grundlos werden die Wesen rein.' Was sagt nun
der Erhabene dazu?"
4.
"Es gibt, Maháli, eine Ursache, es gibt einen Grund fur die Befleckung der
Wesen. Verursacht und begründet ist es, daß die Wesen befleckt werden. Es gibt,
o Maháli, eine Ursache, es gibt einen Grund für die Reinheit der Wesen.
Verursacht und begründet ist es, daß die Wesen rein werden."
5.
"Was nun, o Herr, ist die Ursache, was ist der Grund fiir die Befleckung
der Wesen? Wie verursacht, wie begründet werden sie befleckt?"
6.
"Wenn, o Maháli, diese Körperlichkeit ganz und gar Leiden wäre,
(lediglich) mit Leiden verbunden, von Leiden begleitet, nicht (auch) von
Wohlgefühl begleitet, nicht würde es da die Wesen nach Körperlichkeit gelüsten.
Weil nun aber, o Maháli, die Körperlichkeit auch Wohlgefühl (gibt), mit
Wohlgefühl verbunden, von Wohlgefühl begleitet ist, nicht (immer) begleitet ist
von Leiden, daher gelüstet es die Wesen nach Körperlichkeit. Durch solches
Gelüsten werden sie gefesselt, gefesselt werden sie befleckt.
7.-10.
Wenn, o Maháli, dieses Gefühl - diese Wahrnehmung - diese Gestaltungen - dieses
Bewußtsein ganz und gar Leiden wären, (lediglich) mit Leiden verbunden, von
Leiden begleitet, nicht (auch) von Wohlgefühl begleitet, nicht würde es da die
Wesen nach Gefühl - nach Wahrnehmung - nach Gestaltungen - nach Bewußtsein
gelüsten. Weil nun aber, o Maháli, das Gefühl - die Wahrnehmung - die
Gestaltungen - das Bewußtsein (auch) Wohlgefühl (geben), mit Wohlgefühl
verbunden, von Wohlgefühl begleitet sind, nicht (immer) begleitet sind von
Leiden, daher gelüstet es die Wesen nach Gefühl - Wahrnehmung - Gestaltungen -
Bewußtsein. Durch solches Gelüsten werden sie gefesselt, gefesselt werden sie
befleckt. - Dies, o Maháli, ist die Ursache, dies ist der Grund für die
Befleckung der Wesen. So verursacht, so begründet werden die Wesen
befleckt."
11.
"Was nun, o Herr, ist die Ursache, was ist der Grund für die Reinheit der
Wesen? Wie verursacht, wie begründet werden die Wesen rein?"
12.
"Wenn, o Maháli, diese Körperlichkeit ganz und gar Wohlgefühl wäre,
(lediglich) mit Wohlgefühl verbunden, von Wohlgefühl begleitet, nicht (auch)
von Leiden begleitet, nicht würden sich da die Wesen von der Körperlichkeit
abwenden. Weil nun aber, o Maháli, die Körperlichkeit auch Leiden (gibt), mit
Leiden verbunden, von Leiden begleitet, nicht (immer) von Wohlgefühl begleitet
ist, daher wenden sich die Wesen von der Körperlichkeit ab. Abgewandt werden
sie entsüchtet, entsüchtet werden sie rein.
13.-16.
Wenn, o Maháli, dieses Gefühl - diese Wahrnehmung - diese Gestaltungen - dieses
Bewußtsein ganz und gar Wohlgefühl wären, (lediglich) mit Wohlgefühl verbunden,
von Wohlgefühl begleitet, nicht (auch) von Leiden begleitet, nicht würden sich
da die Wesen vom Gefühl - von der Wahrnehmung - von den Gestaltungen - vom
Bewußtsein abwenden. Weil nun aber, o Maháli, das Gefühl - die Wahrnehmung -
die Gestaltungen - das Bewußtsein auch Leiden (geben), mit Leiden verbunden,
von Leiden begleitet, nicht (immer) von Wohlgefühl begleitet sind, daher wenden
sich die Wesen vom Gefühl - von der Wahrnehmung - von den Gestaltungen - vom
Bewußtsein ab. Abgewandt werden sie entsüchtet, entsüchtet werden sie rein.
17.
Dies, o Maháli, ist die Ursache, ist der Grund für die Reinheit der Wesen. So
verursacht, so begründet werden die Wesen rein."
[ETML-N:/]
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