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S.22.96. Kuhmist
(Ab
Nr. 17: D 17.)
1.
So habe ich gehört. Einst weilte der Erhabene zu Sávatthí, im Jeta-Hain, im
Kloster des Anáthapindika.
2.
Da begab sich ein Mönch zum Erhabenen, begrüßte ihn ehrerbietig und setzte sich
zur Seite nieder.
3.
Seitwärts sitzend sprach jener Mönch zum Erhabenen also:
4.
"Gibt es wohl, o Herr, irgendeine Körperlichkeit, die unvergänglich ist,
beständig, ewig, unveränderlich, die ewig dauernd in gleicher Weise bestehen
wird?
5.-8.
Gibt es wohl irgendein Gefühl, irgendeine Wahrnehmung, irgendwelche
Gestaltungen, irgendein Bewußtsein, die unvergänglich sind, beständig, ewig,
unveränderlich, die ewig dauernd in gleicher Weise bestehen werden?"
9.
"Nicht gibt es, o Mönch, irgendeine Körperlichkeit, die unvergänglich ist,
beständig, ewig, unveränderlich, die ewig dauernd in gleicher Weise bestehen
wird.
10.-13.
Nicht gibt es irgendein Gefühl, irgendeine Wahrnehmung, irgendwelche Gestaltungen,
irgendein Bewußtsein, die unvergänglich sind, beständig, ewig, unveränderlich,
die ewig dauernd in gleicher Weise bestehen werden."
14.
Und der Erhabene nahm mit der Hand ein kleines Stück Kuhmist auf und sprach zu
jenem Mönch:
15.
"Auch nicht einmal so viel an einem Persönlichkeitsgebilde gibt es, o
Mönch, das unvergänglich ist, beständig, ewig, unveränderlich, das ewig dauernd
in gleicher Weise bestehen wird.
16.
Wenn es auch nur so viel an einem Persönlichkeitsgebilde gäbe, das unvergänglich
wäre, beständig, ewig, unveränderlich, das ewig dauernd in gleicher Weise
bestehen würde, nicht wäre es dann ersichtlich, wie dieser Heilige Wandel
gelebt werden könnte zur völligen Versiegung des Leidens. Weil es aber auch
nicht einmal so viel an einem Persönlichkeitsgebilde gibt, das unvergänglich
ist, beständig, ewig, unveränderlich, das ewig dauernd in gleicher Weise
bestehen wird, deshalb ist es ersichtlich, daß dieser Heilige Wandel gelebt
werden kann zur völligen Versiegung des Leidens.
17.
Vor langer Zeit, o Mönch, war ich ein gekrönter König aus dem Adelsstand. Als
solcher hatte ich vierundachtzigtausend Städte, mit Kusávatí als dem
Hauptkönigssitz.
18.
Als solcher hatte ich vierundachtzigtausend Paläste, mit dem Gesetzes-Palast
als erstem.
19.
Als solcher hatte ich vierundachtzigtausend Pavillons *f192), mit
Mahábyúha als erstem.
20.
Als solcher hatte ich vierundachtzigtausend Ruhelager, und zwar aus Elfenbein,
aus Edelholz, aus Gold und Silber, die bedeckt waren mit flockigen Wolldecken,
mit weißen Wolldecken, mit bestickten Wolldecken, die versehen waren mit
erlesenen Überzügen aus Antilopenfell, mit Baldachinen und mit roten Kissen auf
beiden Seiten.
21.
Als solcher hatte ich vierundachtzigtausend Elefanten, goldgeschmückt,
goldbeflaggt, goldnetzbedeckt, mit dem Königselefanten Uposatha als erstem.
22.
Als solcher hatte ich vierundachtzigtausend Rosse, goldgeschmückt,
goldbeflaggt, goldnetzbedeckt, mit dem Königsroß Valáhaka als erstem.
23.
Als solcher hatte ich vierundachtzigtausend Wagen, goldgeschmückt,
goldbeflaggt, goldnetzbedeckt, mit dem Wagen Vejayanta als erstem.
24.
Als solcher hatte ich vierundachtzigtausend Edelsteine, mit dem Edelstein-Juwel
als erstem.
25.
Als solcher hatte ich vierundachtzigtausend Frauen, mit der Königin Subhaddá
als erster.
26.
Als solcher hatte ich vierundachtzigtausend aufwartende Edelleute, mit dem
Juwel eines Beraters als erstem.
27.
Als solcher hatte ich vierundachtzigtausend Milchkühe, mit feinen Tüchern bedeckt,
mit Bronzeglocken behängt.
28.
Als solcher hatte ich vierundachtzigtausend Koti Gewänder, aus feinem Linnen,
feiner Seide, feiner Wolle, feiner Baumwolle.
29.
Als solcher hatte ich vierundachtzigtausend Reisplatten (für mein Mahl), abends
und morgens wartete man mit Speise auf.
30.
Von diesen vierundachtzigtausend Städten, o Mönch, war es nur eine Stadt, die
ich damals bewohnte: Kusavatí, der Königssitz.
31....
war es nur ein Palast, den ich damals bewohnte: der Gesetzes-Palast.
32....
war es nur ein Pavillon, den ich damals bewohnte: der Pavillon Mahábyúha.
33....
war es nur ein Ruhelager, das ich damals benutzte: entweder eines aus Elfenbein
oder aus Edelholz oder aus Gold oder aus Silber.
34....
war es nur ein Elefant, den ich damals bestieg: der Königselefant Uposatha.
35....
war es nur ein Roß, das ich damals bestieg: das Königsroß Valáhaka.
36....
war es nur ein Wagen, den ich damals bestieg: der Wagen Vejayanta.
37....
war es nur eine Frau, die mir damals aufwartete: Khattiyáni oder Velamiká.
38....
war es nur ein Gewänderpaar, mit dem ich mich damals bekleidete: entweder aus
feinem Linnen oder aus feiner Seide oder aus feiner Wolle oder aus feiner
Baumwolle.
39....
war es nur eine Reisplatte, von der ich damals aß: ein Maß von feinstem Reis
mit der entsprechenden Zukost.
40.
Es sind da nun, o Mönch, alle diese Gestaltungen dahingegangen, geschwunden,
haben sich gewandelt.
41.
So vergänglich, o Mönch, sind die Gestaltungen! So unbeständig, o Mönch, sind
die Gestaltungen! So trostlos, o Mönch, sind die Gestaltungen,
42.
daß es wahrlich genug ist, sich von den Gestaltungen abzuwenden, sich von ihnen
zu entsüchten, sich von ihnen zu befreien!"
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