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S.22.113. Nichtwissen
1.
So habe ich gehört. Einst weilte der Erhabene zu Sávatthí, im Jeta-Hain, im
Kloster des Anáthapindika.
2.
Da begab sich ein Mönch zum Erhabenen, begrüßte ihn ehrerbietig und setzte sich
zur Seite nieder.
3.
Seitwärts sitzend sprach jener Mönch zum Erhabenen also: "Vom Nichtwissen
spricht man, o Herr. Was nun, o Herr, ist Nichtwissen, und inwiefern ist man in
Nichtwissen geraten?"
4.
"Da, o Mönch, versteht ein unerfahrener Weltmensch nicht die
Körperlichkeit, er versteht nicht die Entstehung der Körperlichkeit, er
versteht nicht die Aufhebung der Körperlichkeit, und er versteht nicht den zur
Aufhebung der Körperlichkeit führenden Weg.
5.-8.
Er versteht nicht das Gefühl - die Wahrnehmung - die Gestaltungen - das
Bewußtsein, er versteht nicht die Entstehung des Gefühls ... Bewußtseins, er
versteht nicht ihre Aufhebung, und er versteht nicht den zu ihrer Aufhebung
führenden Weg.
9.
Dies nennt man, o Mönch, Nichtwissen, und insofern ist man in Nichtwissen
geraten."
[ETML-N:/]
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