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23. Rádha-Samvutta
S.23.1. Mára
1.
So habe ich gehört. Einst weilte der Erhabene zu Sávatthí, im Jeta-Hain, im
Kloster Anáthapindikas.
2.
Da begab sich der Ehrwürdige Rádha zum Erhabenen, begrüßte ihn ehrerbietig und
setzte sich seitwärts nieder. Seitwärts sitzend sprach der Ehrwürdige Rádha zum
Erhabenen also:
3.
"Von Mára spricht man, o Herr. Inwiefern nun, o Herr, (heißt es)
Mára?"
4.
"Wenn Körperlichkeit da ist, o Rádha, dann gibt es einen Mára, einen
Töter, und auch einen, der stirbt. Daher, o Rádha: Die Körperlichkeit betrachte
als den Mára, betrachte sie als einen Töter (máratá), betrachte sie:
'Man stirbt (durch sie)'; betrachte sie als Krankheit, als Geschwür, als
Stachel, als Übel, als eine Quelle des Übels. Wer sie so betrachtet, betrachtet
sie recht.
5.-8.
Wenn Gefühl, Wahrnehmung, Gestaltungen und Bewußtsein da sind, o Rádha, dann
gibt es einen Mára, einen Töter, und auch einen, der stirbt. Daher, o Rádha:
Das Gefühl, die Wahrnehmung, die Gestaltungen, das Bewußtsein, sie betrachte
als den Mára, betrachte sie als einen Töter, betrachte sie: 'Man stirbt (durch
sie)'; betrachte sie als Krankheit, als Geschwür, als Stachel, als Übel, als
eine Quelle des Übels. Wer sie so betrachtet, betrachtet sie recht."
9.
"Die rechte Betrachtung nun, o Herr, welchen Zweck hat sie?" -
"Rechte Betrachtung, o Rádha, hat Abwendung zum Zweck."
10.
"Welchen Zweck hat Abwendung, o Herr?" - "Abwendung, o Rádha,
hat Entsüchtung zum Zweck."
11.
"Welchen Zweck nun hat Entsüchtung, o Herr?" - "Entsüchtung, o
Rádha, hat Befreiung zum Zweck."
12.
"Welchen Zweck hat nun Befreiung, o Herr?" - "Befreiung, o
Rádha, hat Nibbána zum Zweck."
13.
"Welchen Zweck hat nun Nibbana, o Herr?" - "Überschritten ist
nun das Fragen, o Rádha, nicht kann man den Begriff der Frage fassen. Denn im
Nibbána zu münden, o Rádha, wird der Heilige Wandel gelebt, Nibbána hat er zum
Ziel, Nibbána zum Ende."
[ETML-N:/]
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