Index | Wörter: alphabetisch - Frequenz - rückläufig - Länge - Statistik | Hilfe | IntraText-Bibliothek

Samyutta Nikáya

IntraText CT - Text

  • 35. das Saláyatana-Samyutta, (01-30)
      • S.35.74 Krankheit I
zurück - vor

Hier klicken um die Links zu den Konkordanzen auszublenden

S.35.74 Krankheit I

 

Das hab ich gehört. Zu einer Zeit weilte der Erhabene bei Sávatthi, im Siegerwalde, im Garten Anáthapindikos. Da nun begab sich ein gewisser Mönch zum Erhabenen, begrüßte ihn ehrfurchtsvoll und setzte sich zur Seite nieder. Zur Seite sitzend, wandte sich dieser Mönch also an den Erhabenen:

 

"In dem und dem Kloster, o Herr, ist ein gewisser neuer Mönch, der noch wenig weiß, von Krankheit befallen, leidend, schwer krank. Gut wäre es, wenn der Erhabene, von Mitleid bewogen, sich zu diesem Mönch begeben würde".

 

Nachdem der Erhabene dies von dem neuen, wenig wissenden, kranken Mönch gehört und erfahren hatte, begab er sich zu jenem Mönch. Als dieser Mönch den Erhabenen von ferne kommen sah, richtete er sich auf seinem Lager auf. Da wandte sich der Erhabene an ihn: "Laß es gut sein, o Mönch, richte dich nicht auf deinem Lager auf. Dort sind Sitze bereit, dort werde ich mich setzen". Und der Erhabene setzte sich auf einen der bereiten Sitze. Dort sitzend wandte er sich an den Mönch: "Geht es dir, o Mönch, leidlich, ist es auszuhalten? Nehmen die Schmerzen ab und nicht zu, merkt man, daß sie abnehmen und nicht zunehmen?"

 

"Nicht geht es mir, o Herr, leidlich, nicht ist es auszuhalten. Die Schmerzen sind stark, sie nehmen zu und nicht ab, man merkt, daß sie zunehmen und nicht abnehmen".

"Du hast doch nicht irgendeine Unruhe oder irgendwelche Reue?"

"Doch, o Herr, nicht gering ist meine Unruhe, nicht gering ist meine Reue".

"Du hast dir doch nicht etwa wegen deiner eignen Tugend Vorwürfe zu machen?"

"Das nicht, o Herr".

"Wenn du dir wegen deiner eigenen Tugend keine Vorwürfe zu machen brauchst, woher kommt dann deine Unruhe und Reue?"

"Ich verstehe in der vom Erhabenen verkündeten Lehre nicht den Sinn der Tugendläuterung".

"Wenn du in der von mir gezeigten Lehre nicht den Sinn der Tugendläuterung verstehst, was verstehst du denn dann als Sinn der von mir verkündeten Lehre?"

"Die Entreizung vom Reiz verstehe ich als den Sinn der vom Erhabenen verkündeten Lehre" .

"Gut, gut, o Mönch, gut erkennst du als den Sinn der von mir verkündeten Lehre die Entreizung vom Reiz. Die Entreizung vom Reiz ist nämlich der Sinn der von mir verkündeten Lehre. Was meinst du, Mönch, ist das Auge, das Ohr, die Nase, die Zunge, der Körper, der Geist beständig oder unbeständig?"

"Unbeständig, o Herr".

"Was aber unbeständig ist, ist das Wehe oder Wohl?"

"Wehe, o Herr".

"Was aber unbeständig, wehe, veränderlich ist, ist das wohl so zu betrachten: 'Das gehört mir, das bin ich, das ist mein Selbst'?"

"Gewiß nicht, o Herr".

"So sehend, o Mönch, findet der erfahrene edle Jünger nichts am Auge, am Ohr, an der Nase, an der Zunge, am Körper, am Geist. Nichts daran findend, wird er entreizt. Entreizt ist er erlöst: 'Im Erlösten ist die Erlösung' erkennt er: 'Versiegt ist die Geburt, vollendet der Brahma-Wandel, gewirkt das Werk, nichts Höheres gibt es über dieses hier versteht er da". Also sprach der Erhabene. Zufrieden freute sich der Mönch über das Wort des Erhabenen. Bei dieser Lehrdarlegung ging dem Mönch das abgeklärte fleckenlose Auge der Lehre auf: 'Was irgend auch entstanden ist, muß alles wieder untergehn'.

 

 




zurück - vor

Index | Wörter: alphabetisch - Frequenz - rückläufig - Länge - Statistik | Hilfe | IntraText-Bibliothek

Best viewed with any browser at 800x600 or 768x1024 on Tablet PC
IntraText® (V89) - Some rights reserved by EuloTech SRL - 1996-2007. Content in this page is licensed under a Creative Commons License