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Samyutta Nikáya

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  • 35. das Saláyatana-Samyutta, (01-30)
      • S.35.95 Einbegriffen II
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S.35.95 Einbegriffen II

 

Da nun begab sich der Ehrwürdige Málunkyaputto zum Erhabenen, begrüßte ihn ehrfurchtsvoll und setzte sich zur Seite nieder. Zur Seite sitzend, wandte sich nun der Ehrwürdige Málunkyaputto also an den Erhabenen:

 

"Gut wäre es, o Herr, wenn mir der Erhabene in Kürze die Lehre darlegte, damit ich, nachdem ich des Erhabenen Lehre vernommen, einsam, abgesondert, unermüdlich, in heißem, innigem Ernst verweilen kann".

 

"Was sollen wir, Málunkyaputto, denn den jungen Mönchen sagen, daß du als alter, bejahrter, ergrauter, betagter Mönch, der ein hohes Alter erreicht hat, um eine Belehrung in Kürze bittest?"

 

"Obwohl ich, o Herr, ein alter, bejahrter, ergrauter, betagter Mönch bin, der ein hohes Alter erreicht hat, möchte mir doch der Erhabene, der Willkommene in Kürze die Lehre zeigen, damit ich ein wenig den Sinn des vom Erhabenen Gesagten verstehen und Erbe des vom Erhabenen Gesagten würde".

 

"Was meinst du, Málunkyaputto, wenn du weder jetzt noch früher durch das Auge ins Bewußtsein tretende Formen gesehen hast oder siehst oder sehen möchtest, gibt es dann bei dir Wille oder Reiz oder Vorliebe dazu?"

"Gewiß nicht, o Herr".

"Und ebenso ist es mit den anderen Sinnen. Hier wird, Málunkyaputto, für dich bei den Dingen, die gesehen, gehört, erlebt, bewußt geworden sind, das Gesehene nur Gesehenes sein, das Gehörte nur Gehörtes sein, das Erlebte nur Erlebtes sein, das Bewußtgewordene nur Bewußtgewordenes sein. Wenn es so sein wird, dann gibt es für dich, Málunkyaputto, kein Dabei. Gibt es kein Dabei, so gibt es, Málunkyaputto, für dich auch kein Darin. Gibt es für dich, Málunkyaputto, kein Darin, dann gibt es kein Diesseits, kein Jenseits, kein Dazwischen. Das eben ist das Ende des Leidens".

"Ich verstehe, o Herr, den Sinn des vom Erhabenen in Kürze Gesagten ausführlich so:

 

'Wer Formen sieht, wird sinnberückt,

sobald er Reize reizen läßt:

erregt im Busen, ruhelos,

verliert er sich in derbe Lust. (Theragáthá 794)

 

Gefühle fühlt er schwelen schwül

und zehrend züngeln, formerzeugt;

von Hinschaun und von Heftigkeit,

zerschlagen wird ihm ganz das Herz:

so nährt er Leiden, fördert Weh,

er findet Wahnerlöschung nie. (795)

 

Wer Töne hört, wird sinnberückt,

sobald er Reize reizen läßt:

erregt im Busen ruhelos,

verliert er sich in derbe Lust. (796)

Wer Düfte riecht, wird sinnberückt,

sobald er Reize reizen läßt:

erregt im Busen, ruhelos,

verliert er sich in derbe Lust. (798)

 

Wer Säfte schmeckt, wird sinnberückt,

sobald er Reize reizen läßt:

erregt im Busen, ruhelos,

verliert er sich in derbe Lust. (800)

 

Wer Tastung tippt, wird sinnberückt,

sobald er Reize reizen läßt:

verstört im Busen, ruhelos,

verliert er sich in derbe Lust. (802)

 

Wer Dinge denkt, wird sinnberückt,

sobald er Reize reizen läßt:

verstört im Busen, ruhelos

verliert er sich in derbe Lust. (804)

 

Gefühle fühlt er schwelen schwül,

und zehrend züngeln, 'so' erzeugt

von Hinschaun und von Heftigkeit

zerschlagen wird ihm ganz das Herz:

so nährt er Leiden, fördert Weh,

er findet Wahnerlöschung nie. (805)

 

Doch keiner haftet Formen an,

der fein die Formen hat gesehn;

Gefühle fühlt er unerfaßt,

Gelüsten ewig abgewandt; (806)

 

So daß der Formen Vielgewalt

so daß der Fühlung volle Macht

sich mindern muß, nicht mehren kann;

so geht er gut gelassen hin,

so leitet ab er Leid und Weh,

der Wahnerlöschung selig nah. (807)

 

Doch keiner haftet Tönen an,

der fein die Töne hat gesehn;

Gefühle fühlt er unerfaßt,

Gelüsten ewig abgewandt: (808)

 

Doch keiner haftet Düften an,

der fein die Düfte hat gemerkt;

Gefühle fühlt er unerfaßt,

Gelüsten ewig abgewandt: (810)

Doch keiner haftet Säften an,

der fein die Säfte hat geschmeckt;

Gefühle fühlt er unerfaßt,

Gelüsten ewig abgewandt: (812)

 

Doch tastend haftet keiner an,

der fein die Tastung hat getippt;

Gefühle fühlt er unerfaßt,

Gelüsten ewig abgewandt: (814)

 

Doch keiner haftet Dingen an,

der fein die Dinge hat gedacht;

Gefühle fühlt er unerfaßt

Gelüsten ewig abgewandt: (816)

 

So daß der Dinge Vielgewalt,

so daß der Fühlung volle Macht

sich mindern muß nicht mehren kann;

so geht er gut gelassen hin,

so leitet ab er Leid und Weh,

der Wahnerlöschung selig nah. (817)

 

So verstehe ich ausführlich, o Herr, den Sinn dieses vom Erhabenen in Kürze Gesagten".

 

"Gut, gut, Málunkyaputto, gut ist es, daß du den Sinn dieses von mir in Kürze Gesagten ausführlich so verstehst. Es muß der Sinn dieses von mir in Kürze Gesagten ausführlich so verstanden werden".

 

Zufrieden freute sich der Ehrwürdige Málunkyaputto über die Rede des Erhabenen, erhob sich von seinem Sitz, begrüßte den Erhabenen ehrfurchtsvoll und ging rechts herum fort.

 

Und der Ehrwürdige Málunkyaputto einsam, abgeschieden, unermüdlich, in heißem, innigem Ernste verweilend, hatte gar bald, was edle Söhne gänzlich vom Hause fort in die Hauslosigkeit lockt, jenes höchste Ziel des Brahma-Wandels noch bei Lebzeiten sich offenbar gemacht, verwirklicht und errungen: "Versiegt ist die Geburt, vollendet der Brahma-Wandel, gewirkt das Werk, nichts Höheres gibt es über dieses hier", verstand er da.

 

Auch einer war nun der Ehrwürdige Málunkyaputto der Heiligen geworden.

 





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