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S.35.145 Wirken
"Altes
und neues Wirken, ihr Mönche, will ich euch zeigen, die Auflösung des Wirkens
und den zur Auflösung des Wirkens führenden Pfad. Das höret und achtet wohl auf
meine Rede:
Was
ist, ihr Mönche, altes Wirken? Das Auge, ihr Mönche, ist als durch altes Wirken
gebildet und bestimmt zu merken und zu betrachten. Das Ohr, die Nase, die Zunge,
der Körper; der Geist sind als durch altes Wirken gebildet und bestimmt zu
merken und zu betrachten. Das, ihr Mönche, nennt man altes Wirken. Und was, ihr
Mönche, ist neues Wirken? Was man da, ihr Mönche, jetzt an Wirken wirkt, mit
dem Körper, mit der Sprache, mit dem Geiste, das, ihr Mönche, nennt man neues
Wirken.
Und
was ist, ihr Mönche, die Auflösung des Wirkens? Wenn da einer, ihr Mönche,
durch Auflösung des Wirkens mit Körper, Sprache und Geist die Erlösung erlebt,
dann nennt man das, ihr Mönche, die Auflösung des Wirkens.
Und
was ist, ihr Mönche, der zur Auflösung des Wirkens führende Pfad? Es ist eben
dieser edle achtfältige Pfad, nämlich: rechte Anschauung, rechte Gesinnung,
rechte Rede, rechtes Handeln, rechter Wandel, rechtes Mühen, rechte
Achtsamkeit, rechte Einigung. Das, ihr Mönche nennt man den zur Auflösung des
Wirkens führenden Pfad.
So
habe ich euch denn, ihr Mönche, das alte und das neue Wirken gezeigt, die
Auflösung des Wirkens gezeigt und das zur Auflösung des Wirkens führende Vorgehen
gezeigt. Was da, ihr Mönche, ein Meister den Jüngern aus Wohlwollen und
Mitleid, von Mitleid bewogen, schuldet, das habt ihr von mir empfangen. Da
laden, ihr Mönche, Bäume ein, und dort leere Klausen: Wirket Schauung, ihr
Mönche, auf daß ihr nicht lässig werdet, später nicht Reue empfindet. Das
haltet als unser Gebot".
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