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S.36.3 Durch Überwindung
"Diese
drei Gefühle gibt es, ihr Mönche. Welche drei? Wohlgefühl, Wehgefühl, Weder
wohl-noch-weh-Gefühl.
Beim
Wohlgefühl, ihr Mönche, ist der Hang zum Reiz zu überwinden. Beim Wehgefühl ist
der Hang zum Widerstand zu überwinden. Beim Weder-wohl-noch-weh-Gefühl ist der
Hang zum Unwissen zu überwinden. Soweit, ihr Mönche, ein Mönch beim Wohlgefühl
den Hang zum Reiz, beim Wehgefühl den Hang zum Widerstand, beim
Weder-Wohl-noch-weh-Gefühl den Hang zum Unwissen überwunden hat, nennt man ihn,
ihr Mönche, einen Mönch, der den Hang zum Reiz überwunden hat, der recht sieht,
der den Durst abgeschnitten, die Fessel gesprengt hat, durch vollkommene
Dünkeleroberung, dem Leiden ein Ende gemacht hat:
Wer da, wenn er ein Wohl
gefühlt,
doch dies Gefühl nicht
recht erkennt,
in dem kommt auf der
Hang zum Reiz
und die Entrinnung sieht
er nicht.
Wer da, wenn er ein Weh
gefühlt,
doch dies Gefühl nicht
recht erkennt,
in dem ist Hang zum
Widerstand
und die Entrinnung sieht
er nicht.
Was aber weder Wohl noch
Weh,
was Weisheitsvoller
Stille nennt:
wenn dieses aber man
genießt,
wird man vom Leiden auch
nicht befreit.
Wenn unermüdlich ist ein
Mönch
die Klarbewußtheit immer
pflegt,
der wird als Weiser dann
durchschaun,
was irgend an Gefühl es
gibt.
Wer die Gefühle so durchschaut,
wird triebfrei schon in
diesem Sein;
was solcher Großer nach
dem Tod,
das fassen Worte nimmer
mehr".
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