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S.41.7 Godatto
Zu
einer Zeit weilte der Ehrwürdige Godatto in Macchikásanda im Mangohain. Da nun
begab sich Citto, der Hausvater, dorthin, wo der Ehrwürdige Godatto weilte,
wechselte höflichen Gruß und setzte sich zur Seite nieder. Zur Seite sitzend,
sagte Godatto zu Citto, dem Hausvater:
"Die
unermeßliche Gemüterlösung, Hausvater, die etwaslose Gemüterlösung, die leere
Gemüterlösung, die vorstellungslose Gemüterlösung, sind das voneinander
verschiedene Dinge, die auch eine verschiedene Bezeichnung haben oder sind sie
einander gleich und ist nur die Bezeichnung eine verschiedene?"
"Es
gibt, o Herr, eine Betrachtungsart, nach welcher diese Dinge verschieden sind
und verschiedene Bezeichnungen haben, und es gibt, o Herr, eine
Betrachtungsart, nach welcher diese Dinge gleich sind, aber verschiedene
Bezeichnungen haben".
"Nach
welcher Betrachtungsart nun, o Herr, sind diese Dinge verschieden und haben
verschiedene Bezeichnungen?"
"Da
strahlt, o Herr, ein Mönch liebevollen, erbarmenden, mitfreudigen,
gleichmütigen Gemütes weilend nach einer Richtung, dann nach einer zweiten,
dann nach der dritten, dann nach der vierten, ebenso nach oben und nach unten:
überall in allem sich wiedererkennend, durchstrahlt er die ganze Welt mit
liebevollem, erbarmendem, mitfreudigem, gleichmütigem Gemüte, mit weitem,
tiefem, unermeßlichem, von Grimm und Groll geklärtem. Das nennt man, o Herr,
unermeßliche Gemüterlösung".
"Und
was ist, o Herr, etwaslose Gemüterlösung?"
"Da
weilt, o Herr, der Mönch nach völliger Überwindung der unbegrenzten
Bewußtseinssphäre im Gedanken, 'Nichts ist da' und erreicht die
Nichtdaseinssphäre Das nennt man, o Herr, etwaslose Gemüterlösung".
"Und
was ist, o Herr, leere Gemüterlösung?"
"Da
weilt, o Herr, der Mönch im Walde oder am Fuß eines Baumes oder in einer leeren
Klause und führt sich vor Augen: 'Leer ist das von Ich und Mein'. Das nennt
man, o Herr, leere Gemüterlösung".
"Und
was ist vorstellungslose Gemüterlösung?"
"Da
weilt, o Herr, der Mönch, indem er keine Vorstellungen beachtet, in der
Erreichung der vorstellungslosen Gemütseinigung. Das nennt man, o Herr,
vorstellungslose Gemüterlösung .
Das
ist, o Herr, die Betrachtungsart, nach welcher diese Dinge verschieden sind und
verschiedene Bezeichnungen haben."
"Und
was ist, o Herr, die Betrachtungsart, nach welcher diese Dinge gleich sind und
nur verschiedene Bezeichnungen haben?"
'Der
Reiz, o Herr, läßt messen, die Abwehr läßt messen, die Verblendung läßt messen.
Die hat der triebversiegte Mönch überwunden, an der Wurzel abgeschnitten, einem
Palmstumpf gleichgemacht, so daß sie nicht mehr keimen, nicht mehr sich
entwickeln können. Soweit nun, o Herr, die unermeßlichen Gemüterlösungen unerschütterlich
geworden sind, so gilt eine solche Gemüterlösung als Höchstes. Eine solche
unerschütterliche Gemüterlösung ist leer an Reiz, leer an Abwehr, leer an
Verblendung.
Der
Reiz, o Herr, ist eine Etwasheit, die Abwehr ist eine Etwasheit, die Verblendung
ist eine Etwasheit. Die hat der triebversiegte Mönch überwunden, an der Wurzel
abgeschnitten, einem Palmstumpf gleichgemacht, so daß sie nicht mehr keimen,
nicht mehr sich entwickeln können. Soweit nun, o Herr, die etwaslosen
Gemüterlösungen unerschütterlich geworden sind, so gilt eine solche
Gemüterlösung als Höchstes. Eine solche unerschütterliche Gemüterlösung ist
leer an Reiz, leer an Abwehr, leer an Verblendung.
Der
Reiz, o Herr, schafft Vorstellungen, die Abwehr schafft Vorstellungen, die Verblendung
schafft Vorstellungen. Die hat der triebversiegte Mönch überwunden, an der
Wurzel abgeschnitten, einem Palmstumpf gleichgemacht, so daß sie nicht mehr
keimen, nicht mehr sich entwickeln können. Soweit nun, o Herr, die
vorstellungslosen Gemüterlösungen unerschütterlich geworden sind, so gilt eine
solche Gemüterlösung als das Höchste. Eine solche unerschütterliche
Gemüterlösung ist leer an Reiz, leer an Abwehr, leer an Verblendung.
Das
ist, o Herr, die Betrachtungsart, welcher diese Dinge einander gleich sind und
nur die Bezeichnung eine verschiedene ist".
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