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Samyutta Nikáya

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  • 46. Bojjhanga-Samyutta Erwachungsglieder (1-187)
      • S.46.55. Sangáravo
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S.46.55. Sangáravo

 

In Sávatthi.

Da begab sich der Brahmane Sangáravo zum Erhabenen, begrüßte ihn ehrfurchtsvoll und setzte sich zur Seite nieder. Seitwärts sitzend wandte der Brahmane Sangáravo sich also an den Erhabenen:

"Was ist da, Herr Gotamo, der Anlaß, was ist der Grund, daß einem das eine Mal die Sprüche, die man lange Zeit auswendig gelernt hat, nicht einfallen, geschweige die nicht auswendig gelernten? Und was ist, Herr Gotamo, der Anlaß, was der Grund, daß einem das andere Mal selbst die Sprüche einfallen, die man nicht lange Zeit auswendig gelernt hat, geschweige die auswendig gelernten?"

 

I.

 

"Zu einer Zeit, Brahmane, in der man mit einem Gemüt verweilt, das von Sinnenreiz umsponnen, von Sinnenreiz erfüllt ist, und man nicht wirklichkeitsgemäß erkennt, wie man dem erschienenen Sinnenreiz entrinnt, zu einer solchen Zeit erkennt und sieht man weder wirklichkeitsgemäß das eigene Heil noch das Heil anderer noch das gemeinsame Heil; und selbst die Sprüche, die man lange Zeit auswendig gelernt hat, fallen einem nicht ein, geschweige denn die nicht auswendig gelernten.

 

Gleichwie, Brahmane, wenn in einem Topf Wasser versetzt ist mit Lackrot, mit Gelbwurz, mit Indigoblau, mit Braun: da könnte auch ein scharfsehender Mann, der darin sein Spiegelbild betrachten wollte, es nicht wirklichkeitsgemäß erkennen und sehen. Ebenso nun auch, Brahmane, zu einer Zeit, in der man mit einem Gemüt verweilt, das von Sinnenreiz umsponnenen, von Sinnenreiz erfüllt ist, und in der man nicht wirklichkeitsgemäß erkennt, wie man dem erschienenen Sinnenreiz entrinnt, zu einer solchen Zeit erkennt und sieht man weder wirklichkeitsgemäß das eigene Heil noch das Heil anderer noch das gemeinsame Heil; und selbst die Sprüche, die man lange Zeit auswendig gelernt hat, fallen einem nicht ein, geschweige denn die nicht auswendig gelernten.

 

Weiter sodann, Brahmane: Zu einer Zeit, in der man mit einem Gemüt verweilt, da, von Haß umsponnen, von Haß erfüllt ist, und man nicht wirklichkeitsgemäß erkennt, wie man dem erschienenen Haß entrinnt, zu einer solchen Zeit erkennt und sieht man weder wirklichkeitsgemäß das eigene Heil noch das Heil anderer noch das gemeinsame Heil; und selbst die Sprüche, die man lange Zeit auswendig gelernt hat, fallen einem nicht ein, geschweige denn die nicht auswendig gelernten.

 

Gleichwie etwa, Brahmane, wenn in einem über dem Feuer erhitzten Topf das Wasser aufkocht und überkocht: da könnte auch ein scharf sehender Mann, der darin sein Splegelbild betrachten wollte, es nicht wirklichkeitsgemäß erkennen und sehen. Ebenso nun auch, Brahmane: Zu einer Zeit, in der man mit einem Gemüt verweilt, das von Haß umsponnen, von Haß erfüllt ist, und man nicht wirklichkeitsgemäß erkennt, wie man dem erschienenen Haß entrinnt, zu einer solchen Zeit erkennt und sieht man weder wirklichkeitsgemäß das eigene Heil noch das Heil anderer noch das gemeinsame Heil; und selbst die Sprüche, die man lange Zeit auswendig gelernt hat, fallen einem nicht ein, geschweige denn die nicht auswendig gelernten.

 

Weiter sodann, Brahmane: Zu einer Zeit, in der man mit einem Gemüt verweilt, das von matter Müde umsponnen, von matter Müde erfüllt ist, und in der man nicht wirklichkeitsgemäß erkennt, wie man der erschienenen matten Müde entrinnt, zu einer solchen Zeit erkennt und sieht man weder wirklichkeitsgemäß das eigene Heil noch das Heil anderer noch das gemeinsame Heil; und selbst die Sprüche, die man lange Zeit auswendig gelernt hat, fallen einem nicht ein, geschweige denn die nicht auswendig gelernten.

 

Gleichwie etwa, Brahmane, wenn das Wasser in einem Topf von Moos und Wasserpflanzen überwuchert ist: da könnte auch ein scharf sehender Mann, der darin sein Splegelbild betrachten wollte, es nicht wirklichkeitsgemäß erkennen und sehen. Ebenso nun auch, Brahmane: zu einer Zeit, in der man mit einem Gemüte verweilt, das von matter Müde umsponnen, von matter Müde erfüllt ist und in der man nicht wirklichkeitsgemäß erkennt, wie man der erschienenen matten Müde entrinnt, zu einer solchen Zeit erkennt und sieht man weder wirklichkeitsgemäß das eigene Heil noch das Heil anderer noch das gemeinsame Heil; und selbst die Sprüche, die man lange Zeit auswendig gelernt hat, fallen einem nicht ein, geschweige denn die nicht auswendig gelernten.

 

Weiter sodann, Brahmane: Zu einer Zeit, in der man mit einem Gemüt verweilt, das von Erregung und Unruhe umsponnen, von Erregung und Unruhe erfüllt ist und in der man nicht wirklichkeitsgemäß erkennt, wie man der erschienenen Erregung und Unruhe entrinnt, zu einer solchen Zeit erkennt und sieht man weder wirklichkeitsgemäß das eigene Heil noch das Heil anderer noch das gemeinsame Heil; und selbst die Sprüche, die man lange Zeit auswendig gelernt hat, fallen einem nicht ein, geschweige denn die nicht auswendig gelernten.

 

Gleichwie etwa, Brahmane, wenn in einem Topf das Wasser vom Wind aufgerührt, bewegt ist, unstet und Wellen schlägt: da könnte auch ein scharf sehender Mann, der darin sein Spiegelbild betrachten wollte, es nicht wirklichkeitsgemäß erkennen und sehen. Ebenso nun auch, Brahmane: Zu einer Zeit, in der man mit einem Gemüte verweilt, das von Erregung und Unruhe umsponnen, von Erregung und Unruhe erfüllt ist, und in der man nicht wirklichkeitsgemäß erkennt, wie man der erschienenen Erregung und Unruhe entrinnt, zu einer solchen Zeit erkennt und sieht man weder wirklichkeitsgemäß das eigene Heil noch das Heil anderer nach das gemeinsame Heil; und selbst die Sprüche, die man lange Zeit auswendig gelernt hat, fallen einem nicht ein, geschweige denn die nicht auswendig gelernten. Weiter sodann, Brahmane: Zu einer Zeit, in der man mit einem Gemüt verweilt, das von Zweifel umsponnen ist, von Zweifel erfüllt ist, und in der man nicht wirklichkeitsgemäß erkennt, wie man dem erschienenen Zweifel entrinnt, zu einer solchen Zeit erkennt und sieht man weder wirklichkeitsgemäß das eigene Heil noch das Heil anderer noch das gemeinsame Heil; und selbst die Sprüche, die man lange Zeit auswendig gelernt hat, fallen einem nicht ein, geschweige denn die nicht auswendig gelernten.

 

Gleichwie etwa, Brahmane, wenn ein Topf mit trübem, aufgestörtem, schlammigem Wasser ins Dunkle gestellt worden ist: da könnte auch ein scharf sehender Mann, der darin sein Spiegelbild betrachten wollte, es nicht wirklichkeitsgemäß erkennen und sehen. Ebenso nun auch, Brahmane: Zu einer Zeit, in der man mit einem Gemüte verweilt, das von Zweifel umsponnen, von Zweifel erfüllt ist, und in der man nicht wirklichkeitsgemäß erkennt, wie man dem erschienenen Zweifel entrinnt, zu einer solchen Zeit erkennt und sieht man weder wirklichkeitsgemäß das eigene Heil noch das Heil anderer noch das gemeinsame Heil; und selbst die Sprüche, die man lange Zeit auswendig gelernt hat, fallen einem nicht ein, geschweige denn die nicht auswendig gelernten.

 

II.

 

Zu einer Zeit aber, Brahmane, in der man mit einem Gemüte verweilt, das n i c h t von Wunscheswillen, von Haß, von matter Müde, von Erregung und Unruhe, von Zweifel umsponnen und erfüllt ist, und in der man wirklichkeltsgemäß erkennt, wie man diesen Eigenschaften, wenn sie erscheinen, entrinnt, zu einer solchen Zeit erkennt und sieht man wirklichkeitsgemäß sowohl das eigene Heil - als auch das Heil anderer als auch das gemeinsame Heil; und selbst die Sprüche, die man nicht lange Zeit auswendig gelernt hat, fallen einem ein, geschweige denn die auswendig gelernten.

 

Gleichwie etwa, Brahmane, wenn ein Topf mit Wasser n i c h t versetzt ist mit Lackrot, Gelbwurz, Indigoblau und Braun; wenn er nicht über dem Feuer erhitzt ist und nicht auf- und überkocht; wenn er nicht von Moos und Wasserpflanzen überwuchert ist; wenn er nicht vom Wind aufgerührt, bewegt, unstet ist und nicht Wellen schlägt; wenn er klar, hell, ungetrübt ins Licht gestellt worden ist; da könnte ein scharf sehender Mann, der darin sein Spiegelbild betrachten wollte, es wirklichkeitsgemäß erkennen und sehen.

 

Das ist, Brahmane, der Anlaß, das ist der Grund, daß einem manchmal die Sprüche, die man nicht lange Zeit auswendig gelernt hat, einfallen, geschweige denn die auswendig gelernten.

 

III.

 

Sieben Erwachungsglieder, Brahmane, führen, wenn sie ohne Hindernisse, ohne Hemmungen, mit einem ungetrübten Gemüte entfaltet und ausgebildet werden, zur Verwirklichung der Frucht der Wissenserlösung. Welche sieben? Die Erwachungsg1ieder Achtsamkeit bis Gleichmut, Brahmane, führen dazu".

 

Auf diese Worte wandte sich Sangáravo, der Brahmane, also an den Erhabenen: "Vortrefflich, o Herr, vortrefflich, o Herr, als Anhänger möge mich Herr Gotamo betrachten, von heute an zeitlebens getreu".

 

 




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