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S.48.42. Unnábho der Brahmane
In
Sávatthi.
Da
begab sich Unnábho der Brahmane zum Erhabenen, wechselte höflichen Gruß und
freundliche denkwürdige Worte und setzte sich zur Seite nieder. Zur Seite
sitzend, wandte er sich also an den Erhabenen:
"Diese
fünf Fähigkeiten haben verschiedene Bereiche, verschiedene Weidegebiete, und
nicht bemerkt einer etwas aus dem Weidegebiet des anderen. Welche fünf? Die
Sehfähigkeit, die Hörfähigkeit, die Riechfähigkeit, die Schmeckfähigkeit, die
Tastfähigkeit. Für diese fünf Fähigkeiten, Herr Gotamo, die verschiedene
Bereiche, verschiedene Weidegebiete haben und von denen keiner etwas aus dem
Weidegebiet des anderen bemerkt, was ist für sie die Zuflucht und was bemerkt
etwas aus ihrem Weidegebiet?''
"Diese
fünf Fähigkeiten, Brahmane, haben verschiedene Bereiche, verschiedene
Weidegebiete und nicht bemerkt einer etwas aus dem Weidegebiet des anderen.
Welche fünf? Die Sehfähigkeit, die Hörfähigkeit, die Riechfähigkeit, die
Schmeckfähigkeit, die Tastfähigkeit - Für diese fünf Fähigkeiten, Brahmane, die
verschiedene Bereiche, verschiedene Weidegebiete haben und von denen keiner
etwas aus dem Weidegebiet des anderen bemerkt, ist der Geist die Zuflucht; der
Geist bemerkt etwas aus ihrem Weidegebiet".
"Für
den Geist aber, Herr Gotamo, was ist da die Zuflucht?"
"Für
den Geist, Brahmane, ist die Achtsamkeit die Zuflucht".
"Und
was ist für die Achtsamkeit, Herr Gotamo, die Zuflucht?"
"Für
die Achtsamkeit, Brahmane, ist die Erlösung die Zuflucht".
"Und
was ist für die Erlösung, Herr Gotamo, die Zuflucht?"
"Für
die Erlösung, Brahmane, ist das Nirvána die Zuflucht".
"Und
was ist, Herr Gotamo, für das Nirvána die Zuflucht?"
"Überschritten
hast du nun, Brahmane, das Fragen. Diese Frage kann man nicht beantworten,
denn, um ins Nirvána einzumünden, wird der Brahma-Wandel geführt, zum Nirvána
führt er hin, das Nirvána hat er als Endziel".
Über
des Erhabenen Rede erfreut und befriedigt erhob sich Unnábho der Brahmane, ging
rechts herum und entfernte sich. Nicht lange, nachdem Unnábho der Brahmane
gegangen war, wandte sich der Erhabene an die Mönche:
"Angenommen,
es sei da ein Giebelhaus oder eine Giebelhalle, und es ginge die Sonne vor dem
Ostfenster auf, so daß ein Strahl durch dies Fenster fällt, wo findet er einen
Halt?"
"An
der westlichen Wand, o Herr";
"Ganz
ebenso, ihr Mönche, hat das Vertrauen Unnábhos des Brahmanen am Vollendeten
Halt gefunden, Wurzel geschlagen, ganz fest geworden. Und dawiderstellen kann
sich kein Asket und kein Brahmane, kein Gott und kein Máro und kein Brahma oder
irgendwer in der Welt. Wenn Unnábho der Brahmane sterben wird, wird es bei ihm
keine Fessel mehr geben, durch welche fesselverstrickt er wieder in diese Welt
zurückkehren könnte".
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