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S.51.15. Ein Brahmane
Das
hab ich gehört. Zu einer Zeit weilte der Ehrwürdige Anando bei Kosambi in der
Garten-Stiftung. Da nun begab sich der Brahmane Unnábho dorthin, wo der
Ehrwürdige Anando weilte, wechselte höflichen Gruß und freundliche denkwürdige
Worte und setzte sich zur Seite nieder. Zur Seite sitzend, wandte sich der
Brahmane Unnábho also an den Ehrwürdigen Anando:
"Zu
welchem Zwecke wird denn wohl, Herr Anando, beim Asketen Gotamo der
Brahma-Wandel geführt?"
"Zur
Überwindung des Willens, Brahmane, wird beim Erhabenen der Brahma-Wandel
geführt".
"Gibt
es aber auch, Herr Anando, einen Pfad, gibt es ein Vorgehen, um diesen Willen
zu überwinden?"
"Es
gibt wohl, Brahmane, einen Pfad, es gibt ein Vorgehen, um diesen Willen zu
überwinden".
"Was
ist das aber, Herr Anando, für ein Pfad, was ist das für ein Vorgehen, um
diesen Willen überwinden zu können?"
"Da
entfaltet der Mönch, Brahmane, die mit den Kampfesgestaltungen der Einigung des
Willens, der Tatkraft, des Herzens, des Prüfens erworbene Machtfährte. Das eben
ist, Brahmane, der Pfad, das ist das Vorgehen, um diesen Willen überwinden zu
können"
"Ist
es also, Herr Anando, dann haben wir eine unendliche Linle und kommen zu keinem
Abschluß: denn daß da einer durch den Willen den Willen überwinden könnte, das
gibt es nicht".
"Da
darf ich wohl, Bramahne, eben hierüber eine Frage an dich richten, wie es dir
gutdünkt, magst du sie beantworten. Was meinst du wohl, Brahmane, hattest du
vorher den Willen, nach dem Garten zu gehen, und ist, nachdem du hergekommen, der
Wille danach beschwichtigt?"
"Gewiß,
Herr".
"Hattest
du vorher die Tatkraft, nach dem Garten zu gehen und ist, nachdem du
hergekommen, die Tatkraft dazu beschwichtigt?"
"Gewiß,
Herr".
"Lag
es dir am Herzen, in den Garten zu gehen und ist, nachdem du hergekommen, das
Herz insofern beschwichtigt?"
"Gewiß,
Herr".
"Hattest
du vorher das Prüfen auf den Gang zum Garten gerichtet und ist, nachdem du
hergekommen, dies Prüfen erledigt?"
"Gewiß,
Herr".
"Ganz
ebenso ist es, Brahmane, wenn ein Mönch heilig geworden ist, ein
Triebversiegter, ein Vollendeter, der das Werk gewirkt, die Last abgelegt, das
Heil sich errungen, die Daseinsfesseln vernichtet, sich durch vollkommene
Erkenntnis erlöst hat: Dann ist ihm, was vorher Wille war, heilig zu werden,
nach Erreichung der Heiligkeit als Wille danach beschwichtigt; was vorher
Tatkraft war, heilig zu werden, nach Erreichung der Heiligkeit als Tatkraft
dazu beschwichtigt; was vorher ihm am Herzen lag, heilig zu werden, nach
Erreichung der Heiligkeit als Herzensanliegen danach beschwichtigt; was vorher
als Prüfen auf die Heiligkeit gerichtet war, nach Erreichung der Heiligkeit als
Prüfen erledigt. Was meinst du wohl, Brahmane, wenn es so ist, haben wir dann
eine unendliche Linie oder kommen wir zu einem Abschluß?"
"Freilich,
Herr Anando, wenn es so ist, dann haben wir keine unendliche Linie, sondern wir
kommen zu einem Abschluß. Vortrefflich, Herr Anando, vortrefflich. Als Anhänger
möge mich Herr Anando betrachten, von heute an zeitlebens getreu".
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