|
S.51.20. Erläuterung
"Die
vier Machtfährten, ihr Mönche, entfaltet und ausgebildet, bringen große Frucht,
großen Segen. Und wie bringen die vier Machtfährten, entfaltet und ausgebildet,
große Frucht und großen Segen?
Da
entfaltet der Mönch die mit den Kampfesgestaltungen der Einigung des Willens,
der Tatkraft, des Herzens, des Prüfens erworbene Machtfährte: So wird mein
Wille, meine Tatkraft, mein Herz, mein Prüfen weder zu schlaff noch zu straff
gespannt sein. Sie werden weder innen verharren noch nach außen zerstreut sein.
Das Frühere und Spätere nimmt ein solcher wahr: Wie früher so später, wie
später so früher; wie unten so oben, wie oben so unten; wie tags so nachts, wie
nachts so tags. So entfaltet er entschleierten, unverhüllten Gemütes ein
selbstleuchtendes Herz.
Und
wie, ihr Mönche, ist der Wille, die Tatkraft, das Herz, das Prüfen zu schlaff?
Ein Wille, eine Tatkraft, ein Herz, ein Prüfen, die von Trägheit begleitet
sind, an Trägheit gefesselt sind: Das nennt man, ihr Mönche, einen Willen, eine
Tatkraft, ein Herz, ein Prüfen, die zu schlaff gespannt sind.
Und
wie, ihr Mönche, ist der Wille, die Tatkraft, das Herz, das Prüfen zu straff
gespannt? Ein Wille, eine Tatkraft, ein Herz, ein Prüfen, die von Erregung
begleitet sind, an Erregung gefesselt sind: Das nennt man, ihr Mönche, einen
Willen, eine Tatkraft, ein Herz, ein Prüfen, die zu straff gespannt sind.
Und
wie, ihr Mönche, verharrt der Wille, die Tatkraft, das Herz, das Prüfen innen?
Ein Wille, eine Tatkraft, ein Herz, ein Prüfen, die von matter Müde begleitet,
an matte Müde gefesselt sind, das nennt man, ihr Mönche, einen Willen, eine
Tatkraft, ein Herz, ein Prüfen, die innen verharren.
Und
wie, ihr Mönche, ist der Wille, die Tatkraft, das Herz, das Prüfen nach außen
zerstreut? Ein Wille, eine Tatkraft, ein Herz, ein Prüfen, die an die fünf
Wunschgenüsse nach außen zerstreut und verfallen sind, das nennt man, ihr
Mönche, einen Willen, eine Tatkraft, ein Herz, ein Prüfen, die nach außen
zerstreut sind.
Und
wie, ihr Mönche, nimmt der Mönch das Frühere und Spätere wahr: wie früher so
später, wie später so früher. Da ist, ihr Mönche, von dem Mönch die Wahrnehmung
des Früheren und Späteren gut aufgefaßt, gut beachtet, gut verstanden, mit
Weisheit wohl durchdrungen worden. So nimmt, ihr Mönche, der Mönch das Frühere
und Spätere wahr: wie früher so später, wie später so früher.
Und
wie, ihr Mönche, verweilt der Mönch wie unten so oben, wie oben so unten? Da
betrachtet, ihr Mönche, der Mönch diesen Körper von unten von der Sohle bis
oben zum Scheitel, den hautüberzogenen, den unterschiedliches Unreine ausfüllt:
'Dieser Körper trägt einen Schopf, ist behaart, hat Nägel und Zähne, Haut und
Fleisch, Sehnen und Knochen und Knochenmark. Er hat Nieren, Herz, Leber,
Zwerchfell Milz, Lungen, Magen, Eingeweide, Weichteile und Kot. Er hat Galle,
Schleim, Eiter, Blut, Schweiß, Fett, Tränen, Hautschmiere, Speichel, Rotz,
Gelenköl, Urin'. So, ihr Mönche, verweilt der Mönch wie unten so oben, wie oben
so unten.
Und
wie, ihr Mönche, verweilt der Mönch wie tags so nachts, wie nachts so tags? Da
entfaltet, ihr Mönche, der Mönch in derselben Weise, mit denselben Kennzeichen
und Vorstellungen, mit denen er tags die vier Machtfährten entfaltete, diese
ebenso nachts, und in derselben Weise, mit denselben Kennzeichen und
Vorstellungen, mit denen er sie nachts entfaltete, auch ebenso tags. So
verweilt der Mönch wie tags so nachts, wie nachts so tags.
Und
wie, ihr Mönche, entfaltet der Mönch entschleierten, unverhüllten Gemütes ein
selbstleuchtendes Herz? Da hat, ihr Mönche, der Mönch die Licht-Wahrnehmung gut
aufgefaßt, die Tages-Wahrnehmung gut aufrechterhalten. So entfaltet der Mönch,
ihr Mönche, entschleierten unverhüllten Gemütes ein selbstleuchtendes Herz.
So
entfaltet und ausgebildet, ihr Mönche, bringen die vier Machtfährten große
Frucht, großen Segen. So entfaltet und ausgebildet, ihr Mönche, kann der Mönch
auf mannigfache Weise magische Macht entwickeln, bis hin zur Triebversiegung".
|