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S.1.25.
Der Vollendete
Nach dem Komm. I. 63.15ff. ist der Gedanke in den Versen der folgende: Die
Devatá hört von den Bhikkhus, die im Walde leben, wie sie die Ausdrücke
"ich" "mein" "mir" usw. gebrauchen. Sie fragt an,
ob dies angängig sei, da es nach buddhistischer Lehre kein Selbst, kein Ich
gibt. Der Buddha erwidert, daß es sich da nur um konventionelle Ausdrucksweise
handle. Das Wort "Ich" wird gebraucht statt der Wesensbestandteile,
der khandhá, die das ausmachen, was wir unser Sein nennen (Vgl. hier
über Bd. II, S.5, N.3). Die Devatá fragt nun weiter, ob die Bhikkhus, wenn sie
dieser Ausdrucksweise sich bedienen, in einem Wahn, einer Einbildung (mána)
befangen seien, wird aber vom Buddha belehrt, daß der Erlöste frei sei von
allem Wahne.
1. (Die Devatá:)
"Der Bhikkhu, der ein Vollendeter ist, der sein Werk getan hat,
*f56)
Bei dem die weltlichen Einflüsse vernichtet sind,
der die letzte Leiblichkeit trägt,
Darf er sagen: 'ich' sage?
Darf der sagen: 'mir' sagt man?"
2. (Der Erhabene:)
"Der Bhikkhu, der ein Vollendeter ist, der sein Werk getan hat,
Bei dem die weltlichen Einflüsse vernichtet sind,
der die letzte Leiblichkeit trägt,
Der darf wohl sagen: 'ich' sage,
Der darf wohl sagen: 'mir' sagt man.
Die Sprechweise in der Welt kennend, der kundige,
Redet er so nur im Gespräch."
3. (Die Devatá:)
"Der Bhikkhu, der ein Vollendeter ist, der sein Werk getan hat,
Bei dem die weltlichen Einflüsse vernichtet sind,
der die letzte Leiblichkeit trägt,
Darf dieser Bhikkhu, in Wahn befangen,
Wohl sagen: 'ich' sage?
Darf er wohl sagen: 'mir' sagt man?"
4. (Der Erhabene:)
"Für den, der den Wahn aufgegeben, gibt es keine Bande,
Beseitigt sind für ihn alle Bande des Wahnes, *f57)
Hinter sich gelassen hat er, der Einsichtsvolle, die Sterblichkeit:
*f58)
Der darf wohl sagen: 'ich' sage,
Der darf wohl sagen: 'mir' sagt man.
Die Sprechweise in der Welt kennend, der kundige,
Redet er so nur im Gespräch."
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