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Samyutta Nikáya

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  • 1. Devatá-Samyutta - Von den Devatas
    • 31-40 Satullapakáyikavagga - Der Abschnitt von den Satullapa-Devatás
      • S.1.32. Geiz
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S.1.32. Geiz

 
Die sämtlichen Verse unseres Sutta finden sich auch im Bilárikosiya-Játaka (Nr. 450 = IV, 62 der Fausböll'schen Ausg.; vgl. Mrs. Rhys Davids Kindred Sayings, S. 28, N.1). Das Játaka handelt von einem Geizhals, dessen Ahnen wegen ihrer großen Freigebigkeit in der Götterwelt wiedergeboren worden, der aber die Überlieferungen seines Hauses schnöde preisgegeben hat. Die Götter steigen, ihn zu bekehren, vom Himmel herab. Sie nehmen die Gestalt von Brahmanen an, und, indem sie der Reihe nach die Strophen in 3 bis 9 rezitieren, betteln sie bei dem Geizhals um Almosen. Sie erhalten aber nur schlechte Speise (gonabhatta "Viehfutter"!). Erst wie die Brahmanen sich stellen, als seien sie an dem Essen gestorben, wird der Geizhals durch die Furcht vor den Folgen des Brahmanenmordes in höchste Angst versetzt. Die Götter nehmen wieder ihre himmlische Gestalt an, verwarnen den Verzweifelten und nehmen ihn, da er seine Fehler einsieht und sich zu bessern verspricht, wieder in Gnaden an. - Wir haben hier ein Beispiel, wie altüberlieferter Stoff im Kanon ganz verschiedenartig verwertet wird.

 

1. Einstmals weilte der Erhabene in Sávatthí, im Jetahaine, im Parke des Anáthapindika.

2. Da nun begaben sich in vorgeschrittener Nacht zahlreiche der Gruppe der Satullapa angehörige Devatás, mit ihrer herrlichen Schönheit den ganzen Jetahain erhellend, dorthin, wo sich der Erhabene befand. Nachdem sie sich dorthin begeben und den Erhabenen ehrfurchtsvoll begrüßt hatten, traten sie zur Seite.

 
3. Zur Seite stehend sprach dann eine Devatá zu dem Erhabenen die folgende Strophe:

"Aus Geiz und aus Nachlässigkeit, so wird keine Gabe gegeben:
Von dem, der Verdienst erstrebt, von dem kommt sie,
der die rechte Gabe kennt." *f74)
 

 

4. Darauf sprach dann eine andere Devatá zu dem Erhabenen die folgende Strophe:

"Wovor bangend der Geizige nicht gibt,
das gerade ist die Gefahr für den Nichtgeber:
Hunger und Durst, wovor der Geizige sich fürchtet,
Sie treffen den Toren in dieser Welt und in der anderen.
Darum treibe man aus den Geiz und spende Gaben,
(der Habsucht) Schmutz überwindend:
Verdienstliche Werke sind in der anderen Welt
ein fester Halt für die Lebewesen."

Die beiden letzten Verse kehren unten in S.1.43 2 und S.2.23 1,2 wieder.

 

5. Darauf sprach dann eine andere Devatá zu dem Erhabenen die folgende Strophe:

"Die sind nicht tot unter den Toten die wie ein Genosse auf dem Wege
Von geringem Besitze spenden. Das ist ewiges Gesetz.
Die einen spenden von kleinem Besitz,
von reichlichem wollen andere nichts geben:
Gabe, aus kleinem Besitz gespendet, wird tausend gleich geschätzt."
 

Unter den Toten sind nach dem Komm. I. 72.2 die Geizigen verstanden, weil diese über ihre Habe ebenso wenig verfügen, wie Tote dies nicht zu tun im stande sind.
Die beiden letzten Verszeilen auch im folgenden Sutta.
 

 
6. Darauf sprach dann eine andere Devatá zu dem Erhabenen die folgende Strophe:

"Denen, die geben, was schwer zu geben ist, denen,
die ein Werk tun, das schwer zu tun,
Tun die Bösen nicht nach: schwer zu befolgen ist der Guten Lehre.
Darum ist bei Guten und Bösen verschieden der Hingang aus dieser Welt:
Die Bösen gehen in die Hölle, die Guten haben den Himmel zum Ziel."
 

Die beiden Strophen kommen, worauf Mrs. Rhys Davids (Kindred Sayings, S. 28, N.1) hinweist, im Játaka 180 (= II. 86.1 der Ját.-Ausg.) vor.

 

7. Darauf nun sprach eine andere Devatá zu dem Erhabenen also: "Wer, Erhabener, hat nun da gut gesprochen?" - "Alle nach einander haben gut gesprochen; höret nun auch mich:

In Frömmigkeit lebt, wer Nachlese hält *f79)
Und, sein Weib erhaltend, (trotzdem) von seinem geringen (Besitze) spendet.
Hunderttausend von denen, die tausend opfern,
Sind auch nicht den sechzehnten Teil wert von einem solchen (Geber)."
 

 

8. Darauf nun redete eine andere Devatá den Erhabenen mit der Strophe an:

"Warum denn kommt ein reiches, großes Opfer von solchen Leuten
An Wert nicht gleich dem, was in Frömmigkeit gegeben ward?
(Warum) sind hunderttausend von denen, die tausend opfern,
Auch nicht den sechzehnten Teil wert von einem solchen (Geber)?"
 

9. Darauf nun redete der Erhabene die Devatá an mit der Strophe:

"Manche spenden, in das Böse verstrickt,
Nachdem sie geschlachtet, getötet und Schmerz verursacht haben.
Eine solche Gabe voll Tränen und voll Qual
Kommt an Wert dem nicht gleich, was in Frömmigkeit gegeben ward:
So sind hunderttausend von denen, die tausend opfern,
Auch nicht den sechzehnten Teil wert von einem solchen (Geber)."




*f74) Ich glaube, daß deyyam als Obj. zu vijánatá und als Subj. zu hoti gehört. Unser Vers findet sich außer im folgenden Sutta auch Ját. IV. 64.

*f79) Es ist samuñchakam zu lesen. Gemeint ist nach dem Komm. das Auflesen von dem, was auf der Dreschtenne liegen geblieben.




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