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Samyutta Nikáya

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  • 4. Mára-Samyutta - Vom Mára
    • 11-20 Dutiya vagga - Zweiter Abschnitt
      • S.4.20. Königsherrschaft
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S.4.20. Königsherrschaft

 
1. Einstmals weilte der Erhabene im Gebiete der Kosálá, in der Gegend des Himavant, in einer Waldhütte.

2. Da nun entstand in dem Erhabenen, wie er so ganz in der Stille einsamer Meditation sich hingab, der folgende erwägende Gedanke: "Ist es wohl möglich, die Königsherrschaft auszuüben, ohne zu töten oder töten zu lassen, ohne zu erobern oder erobern zu lassen, ohne Leid zuzufügen oder Leid zufügen zu lassen, *f425) in Gerechtigkeit?"

3. Da nun merkte Mára, der Böse, die erwägenden Gedanken des Erhabenen und begab sich dorthin, wo sich der Erhabene befand. Nachdem er sich dorthin begeben hatte, sprach er zu dem Erhabenen also: "Es soll doch, Herr, der Erhabene die Königsherrschaft ausüben, es soll der Führer auf dem Heilspfad die Königsherrschaft ausüben, ohne zu töten oder töten zu lassen, ohne zu erobern oder erobern zu lassen, ohne Leid zuzufügen oder Leid zufügen zu lassen, in Gerechtigkeit." *f426)

4. "Was hast du aber da im Auge, du Böser, wenn du so zu mir sprichst: es soll doch, Herr, der Erhabene die Königsherrschaft ausüben, es soll der Führer auf dem Heilspfad die Königsherrschaft ausüben, ohne zu töten oder töten zu Iassen, ohne zu erobern oder erobern zu lassen, ohne Leid zuzufügen oder Leid zufügen zu lassen, in Gerechtigkeit?"

5. "Von dem Erhabenen, Herr, sind die vier Grundlagen der übernatürlichen Fähigkeiten *f427) vervollkommnet, wiederholt geübt, zu einem Beförderungsmittel gemacht, zu einer festen Basis gemacht, dauernd befolgt, in Besitz genommen und richtig angewendet worden. *f428) Wenn er es wünscht, Herr, könnte der Erhabene den Himavant, den König der Berge in Gold verwandeln, und zu Gold würde der Berg werden." *f429)

6. (Der Erhabene:)

"Und würde auch der ganze Berg zu Gold und Silber,
Selbst doppelt wäre es nicht genug für einen einzigen Mann.
Weiß man das, so wird man entsprechend leben. *f430)
Wer das Leiden gesehen hat, worauf es beruht,
Wie könnte ein solcher Mensch den sinnlichen Genüssen sich zuneigen?
Wenn er erkannt hat, daß das Hängen an den Lebensgütern eine Fessel ist,
Wird der Mensch um ihre Beseitigung sich bemühen." *f431)

7. Da merkte Mára, der Böse: es kennt mich der Erhabene, es kennt mich der Führer auf dem Heilspfad, und verschwand auf der Stelle leidvoll und betrübt.


 




*f425) Der Parallelismus erfordert notwendig die Lesung asocayam asocápayam.



*f426) Wir sehen hier Mára in der Rolle des Satans, des Versuchers. Er will den Buddha verleiten, nach weltlicher Macht zu streben, um ihn seinem Beruf als Weltlehrer zu entfremden.



*f427) P.cattáro iddhipádá. Es sind das 1.chanda "Wille", 2. viriya "Energie", 3. citta "Denken", 4. vimamsá "forschende Prüfung". Über den Begriff iddhi, s. Bd.2, S. 166.



*f428) Die gleichen Ausdrücke in Verbindung mit iddhipádá kehren im Kanon mehrfach wieder. So z.B. Dígha II.103.



*f429) Es ist natürlich suvannam ca pabbat' assa (= pabbato assa) zu lesen. Der Versucher will sagen, daß der Buddha sich bereits Eigenschaften erworben hat, die ihn befähigen würden, die Königsherrschaft in der glanzvollsten Weise auszuüben.



*f430) P. samam care. Ich sehe in sama nicht das Subst. s., sondern das Adj. Die Verszeile findet sich mit leichter Variante auch Játaka IV. 172.15.



*f431) Die Erzählung von der Versuchung durch Mára findet sich auch im Komm. zum Dhammapada IV. 31-33 mit den beiden Schlußstrophen. Nur die Einleitung weicht ab in der berichtet wird daß es die Gewalttätigkeit und Grausamkeit der Könige seiner Zeit war was den Buddha veranlaßte über das Problem nachzudenken.




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