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Samyutta Nikáya IntraText CT - Text |
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S.4.25. Die Töchter
Nach dem Komm. schließt sich die in unserem Sutta erzählte Begebenheit unmittelbar an die des vorangehenden Sutta an. Hierzu stimmt auch die Erzählung in der Nidánakatha (Játaka I. 78.13ff.). Hier wird auch angegeben was Mára in seiner Verstimmung in den Sand gekritzelt hat. Dann erscheinen die drei Töchter des Mára. Auf unser Sutta wird auch in der Einleitung zum Pañcagarujátaka (Nr. 132 = Ját. I. 469) hingewiesen und die Schlußstrophe aus 23 zitiert.
1. Da nun begaben sich Tanhá und Arati und Ragá, *f459) die Töchter des Mára, dorthin, wo sich Mára, der Böse, befand. Nachdem sie sich dorthin begeben hatten, redeten sie Mára, den Bösen, mit der Strophe an:
"Warum bist du traurig, Väterchen? Bist du um einen Menschen bekümmert? Wir werden ihn mit der Fessel der Begierde wie einen Waldelefanten *f460) Binden und dir zuführen. Er soll in deine Gewalt kommen".
2. (Mára:) "Der Vollendete, der Führer der Welt auf dem Heilspfad, ist nicht leicht zu fangen durch Begierde. *f461) Er ist hinweg gekommen über das Reich des Mára: *f462) darum bin ich gar sehr bekümmert."
3. Da nun begaben sich Tanhá und Arati und Ragá dorthin, wo sich der Erhabene befand. Nachdem sie sich dorthin begeben hatten, sprachen sie zu dem Erhabenen also: "Wir verehren dienend, o Samana, deine Füße. *f463) Da nun beachtete der Erhabene sie gar nicht, da er ja in vollkommener Vernichtung der Daseinssubstrate erlöst war.
4. Da nun entfernten sich Tanhá und Arati und Ragá, die Töchter des Mára, gingen beiseite und überlegten zusammen also: "Verschieden sind der Menschen Wünsche. Wie wäre es, wenn wir jetzt jede die Gestalt von hundert Mädchen annähmen?
5. Nachdem da nun Tanhá und Arati und Ragá, die Töchter des Mára, jede die Gestalt von hundert Mädchen angenommen hatten, begaben sie sich dorthin, wo sich der Erhabene befand. Nachdem sie sich dorthin begeben hatten, sprachen sie zu dem Erhabenen also: "Wir verehren dienend, o Samana, deine Füße." Aber auch jetzt beachtete der Erhabene sie gar nicht, da er ja in vollkommener Vernichtung der Daseinssubstrate erlöst war.
6-11. Da nun entfernten sich Tanhá und Arati und Ragá, die Töchter des Mára, gingen beiseite und überlegten zusammen also: "Verschieden sind der Menschen Wünsche. Wie wäre es, wenn wir jetzt jede die Gestalt von hundert Frauen, die noch nicht geboren haben,... von hundert Frauen, die einmal geboren haben.... von hundert Frauen, die zweimal geboren haben... von hundert Frauen mittleren Alters *f464)... von hundert Frauen höheren Alters annähmen?" Nachdem da nun Tanhá und Arati und Ragá, die Töchter des Mára, jede die Gestalt von hundert Frauen, die noch nicht geboren haben... von hundert Frauen, die einmal geboren haben... von hundert Frauen, die zweimal geboren haben... von hundert Frauen mittleren Alters... von hundert Frauen höheren Alters angenommen hatten, begaben sie sich dorthin, wo sich der Erhabene befand. Nachdem sie sich dorthin begeben hatten, sprachen sie zu dem Erhabenen also: "Wir verehren dienend, o Samana, deine Füße." Aber auch jetzt beachtete der Erhabene sie gar nicht, da er ja in vollkommener Vernichtung der Daseinssubstrate erlöst war.
12. Da nun entfernten sich Tanhá und Arati und Ragá, die Töchter des Mára, gingen beiseite und sprachen also: "Mit Recht wahrlich hat unser Vater gesagt:
'Der Vollendete, der Führer der Welt auf dem Heilspfad, ist nicht leicht zu fangen durch Begierde Er ist hinwegekommen über das Reich des Mára: darum bin ich gar sehr bekümmert.'
13. Denn wenn wir einem Samana oder einem Bráhmana, in dem die Begierde noch nicht beseitigt ist, in solcher Weise uns näherten, so bräche ihm das Herz, oder heißes Blut entströmte seinem Mund, oder er geriete in Irrsinn oder geistige Verwirrung, oder, wie ein grünes Rohr, wenn es ausgerissen ist, austrocknet, vertrocknet, verwelkt, so trocknete er aus, vertrocknete, verwelkte."
14. Da nun begaben sich Tanhá und Arati und Ragá, die Töchter des Mára, dorthin, wo sich der Erhabene befand. Nachdem sie sich dorthin begeben hatten, traten sie zur Seite.
15. Zur Seite stehend redete dann Tanhá, die Tochter des Mára, den Erhabenen mit der Strophe an:
"Von Kummer übermannt übst du Versenkung im Walde. Hast du dein Geld verloren oder willst du welches haben? Hast du irgend einen Fehltritt begangen im Dorfe? Warum schließest du keine Freundschaft mit den Leuten? Gibt es für dich mit niemand eine Freundschaft?" *f465)
16. (Der Erhabene:) "Die Erreichung des Zieles, des Herzens Befriedung Nach Überwindung des (feindlichen) Heeres, das die Gestalt von Liebem und Traurigem hat, Das Glück genieße ich, *f466) allein Versenkung übend, Darum schließe ich keine Freundschaft mit den Leuten, Gibt es für mich mit niemand eine Freundschaft."
17. Da nun redete Arati, die Tochter des Mára, den Erhabenen rnit der Strophe an:
Durch welch beharrliches Verfahren *f467) ist hier der Bikkhu, Nachdem er die fünf Wogen überschritten, auch über die sechste hinweg gekommen? *f468) Wie muß er beharrliche Versenkung üben, damit Wahrnehmungen der Lust Ausgeschlossen sind, ohne ihn zu erreichen?" *f469)
18. (Der Erhabene:) "Beruhigten Körpers, ganz losgelösten Denkens, Nichts mehr gestaltend, besonnen, heimatlos, Die Wahrheit kennend, Versenkung ohne Überlegungen übend Hegt er keinen Groll, erinnert sich nicht, ist frei von geistiger Starre: *f470) Durch solch beharrliches Verfahren ist hier der Bhikkhu, Nachdem er die fünf Wogen überschritten, auch über die sechste hinweg gekommen; So muß er beharrlich Versenkung üben, damit Wahrnehmungen der Lust Ausgeschlossen sind, ohne ihn zu erreichen."
19. Da nun sprach Ragá, die Tochter des Mára, zu dem Erhabenen die folgende entsagende Strophe: *f471)
"Seinen Durst hat er abgeschnitten, *f472) er, der im Kreise der Anhänger und Schüler wandert. *f473) Gewiß werden auch viele Lebewesen (mit ihm in die Erlösung) wandern. Viele Menschen, wahrlich, wird er, der heimatlose, Auf seine Seite bringen *f474) und über das Reich des Todesgottes hinaus ans rettende Ufer führen."
20. (Der Erhabene:) "Es führen (ans rettende Ufer) die Großen Helden, die Tathágatas, vermöge der wahren Lehre; Was soll da euer Neid auf die, die so durch die Wahrheit hinübergeführt werden und zur Erkenntnis gelangen?"
21. Da nun begaben sich Tanhá und Arati und Ragá, die Töchter des Mára, dorthin, wo sich Mára, der Böse, befand.
22. Und es sah Mára, der Böse, Tanhá und Arati und Ragá, die Töchter des Mára, von ferne herankommen. Nachdem er sie gesehen, redete er sie mit den Strophen an:
"Ihr Törinnen wollt mit Lotosstengeln einen Berg zermahlen, Ein Gebirge wollt ihr auggraben mit den Nägeln, Eisen mit den Zähnen zerbeißen. *f475) Einen Felsblock gleichsam aufs Haupt hebend, wollt ihr im Bodenlosen *f476) festen Grund finden. Nachdem ihr gleichsam einen Keil euch in die Brust gerannt, verlaßt ihr verzweifelnd den Gotama."
23. In schimmerndem Glanz kamen sie heran, Tanhá und Arati und Ragá. Sie aber hat da der Meister verjagt, wie ausgefallene Baumwolle der Wind verjagt." *f477)
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*f459) Die Namen bedeuten Durst, Unlust, Leidenschaft. *f460) Nach dem Komm.: wie man einen wilden Elefanten mit Hilfe eines zahmen weiblichen Elefanten einfängt. *f461) Vgl. dazu Ját.I. 79.32-80.1. *f462) Máradheyya hat die gleiche Bedeutung wie maccudheyya "Reich des Todes". *f463) In unterwürfiger Rede gebraucht man pádá "die Füße" für die Person. Der Sinn ist: wir wollen dir zu Willen sein wie Sklavinnen. Man beachte daß paricáret auch "amüsieren" bedeutet. *f464) P. majjhimitthi und mahitthi. Mit Recht bezieht das Mrs. Rhys Davids auf das Lebensalter (vgl. die Note zu der Stelle, S. 157). Ját. I. 79.10 steht auch majjhimavaye thitásu und pacchimavaye thitásu, und für das letztere dann Z.17 khandadantá palitakesá "mit brüchigen Zähnen und ergrauten Haaren". *f465) = 24.3. Es ist natürlich hier wie dort vittam nu jíno zu lesen, wiewohl die HSS. cittam haben. *f466) P. anubodham ist Kurzform für -dhámi. *f467) P. katham vihárí bahulo, wtl. "wie verfahrend wiederholt." Der Komm. (I. 219.11) gibt es richtig wieder mit katamena vihárena bahulam viharanto "durch welches Verfahren, das er ständig übt". *f468) Schon Mrs. Rhys Davids hat auf die zwei verschiedenen Deutungen des Komm. hingewiesen. Mir scheint der Ausdruck saññá "Wahrnehmungen" in Z.3 darauf hinzuweisen, daß mit den fünf Wogen die fünf Sinne nach unserem Sprachgebrauch gemeint sind und mit der sechsten der Denksinn manas. Durch die Versenkung wird aller Kontakt mit der Außenwelt abgeschnitten. *f469) Ich lese in Z.3 jháyim. Die Konstruktion ist dann diese: katham jháyim tam aladdháyo (Nom. pl. des pprt. in aktiver Bedeutung) kámasaññá paribáhirá honti, wtl. "den wie Versenkung übenden nicht erfaßt habend sind die Lustwahrnehmungen ausgeschlossen?" *f470) Die Strophe schildert den Zustand der vierten Versenkungsstufe (catutthajhána). Nach dem Komm. bezieht sich passaddhakáyo auf die Beruhigung (Regulierung) des Aus- und Einatmens. Mit asankhárána wird auf die das kamma bildenden Gestaltungen (im Wollen, Reden, Tun) hingewiesen, die in der Meditation aufgehoben sind. Die vitakká "Überlegungen und vicárá "Erwägungen sind schon im zweiten jhána aufgehoben; anoko gibt der Komm. durch análayo wieder: die räumlichen Beziehungen sind aufgehoben. Die letzte Zeile faßt das ganze zusammen. Der Komm. bezieht die drei Begriffe auf die Aufhebung von dosa, rága, moha. Vgl. Heiler, Die buddhistische Versenkung, S. 23. *f471) P. santi-gáthá. Das Wort santi bedeutet "das Aufhören, das Zur-Ruhe-kommen. Ragá gibt zu, daß das Spiel verloren ist, ihre Strophe bedeutet das Aufhören der Versuche von Mára's Töchtern, den Buddha zu verführen. Sie verzichten, entsagen. *f472) Ich lese acchejji. Diese Form (statt acchecchi) findet sich gerade in der Verbindung acchejji tanham (Itivuttaka 47.10; Samy. Nik. IV. 20717. *f473) P. gana-samgha-cárin, nach dem Komm. ein Name des Meisters. *f474) P. acchtjja, wtl. raubend, an sich nehmend, dem Mára entreißend. Von acchindati. Der Ausdruck ist absichtlich mit Bezug auf acchejji, in Z.I gewählt. *f475) Auf die Parallelstelle Ját. IV. 383.1 hat schon Mrs. Rhys Davids hingewiesen. *f476) P. pátále. In der analogen Stelle Samy. I. 176.20 steht gambhíre. *f477) Nach dem Komm. (I. 220.14) ist diese Strophe, die auch Ját. I. 469 vorkommt, ein Zusatz der samgítikáraká, der Redaktoren des Kanons. |
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