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Samyutta Nikáya

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  • 10. Yakkha-Samyutta - Vom Yakkha
      • S.10.12. Álavaka
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S.10.12. Álavaka

 

Das Álavakasutta findet sich in wörtlicher Übereinstimmung mit unserem Sutta auch im Uragavagga des Suttanipáta (s. 31ff., v. 181ff.). Der Komm. erzählt ausführlichst die zu grunde liegende Begebenheit. Der König von Álaví fällt auf der Jagd in die Gewalt des in einem Nigrodhabaum hausenden menschenfressenden Yakkha Álavaka. Er wird von ihm freigelassen unter dem Versprechen, daß der Yakkha täglich einen Menschen zum Fraß erhalten solle. Zwölf Jahre lang erfüllt der König seine Zusage, bis schließlich die Reihe an seinen eigenen jugendlichen Sohn kommt. Da greift das Erbarmen des Buddha ein. Er begibt sich in die Behausung (bhavana) des Yakkha und bekehrt diesen, wie er auch den als letztes Opfer auserkorenen Prinzen zum Anhänger gewinnt. Vgl. H. Smith, Sutta-Nipáta Commentary, S. 217ff.; Samy. Komm. I. 371ff.

 

1. Also habe ich vernommen.
Einstmals weilte der Erhabene in Álaví, in der Behausung des Yakkha Álavaka.

2. Da nun sprach der Yakkha Álavaka zu dem Erhabenen also: "Geh hinaus, Samana!" - "Gut, mein Lieber!" erwiderte der Erhabene und ging hinaus. - "Geh hinein, Samana! - "Gut, mein Lieber!" erwiderte der Erhabene und ging hinein.

3-4. Und zum zweiten und zum dritten mal sprach der Yakkha Álavaka zu dem Erhabenen also: "Geh hinaus, Samana!" - "Gut, mein Lieber!" erwiderte der Erhabene und ging hinaus. - "Geh hinein, Samana!" - "Gut, mein Lieber!" erwiderte der Erhabene und ging hinein.

5-6. Und zum vierten mal sprach der Yakkha Álavaka zu dem Erhabenen also: "Geh hinaus, Samana!" - "Ich werde nicht hinaus gehen, mein Lieber! Was du tun mußt, das tue."

7. "Ich will eine Frage an dich richten, Samana! Wenn du sie mir nicht beantworten wirst (*1), werde ich dir den Verstand verwirren oder dir das Herz in Stücke reißen oder dich bei den Füßen packen und über die Gangá hinüber werfen."

8. "Ich sehe freilich niemand, mein Lieber, in der Welt mit ihren Göttern, mit ihren Máras und mit ihren Brahmans, in dem Volke mit seinen Samanas und Bráhmanas, mit seinen Göttern und Menschen, der mir den Geist verwirren oder das Herz mir in Stücke reißen oder mich bei den Füßen packen und über die Gangá hinüber werfen könnte. Aber frage du nur, mein Lieber, was du wünschest."

9. (Der Yakkha:)


"Was ist hier des Mannes bester Besitz?
Was bringt, recht ausgeführt, Glück?
Was ist wahrlich der süsseste der Genüsse?
Wie muß man leben, damit man es das beste Leben nenne?"
 

10. (Der Erhabene:)


"Der Glaube ist hier des Mannes bester Besitz;
Die gute Lehre bringt, recht ausgeführt, Glück.
Die Wahrheit wahrlich ist der süsseste der Genüsse;
In Erkenntnis muß man leben, damit man es das beste Leben nenne (*2)."
 

11. (Der Yakkha:)


"Wie überschreitet man die Flut? Wie überschreitet man den Ozean?
Wie kommt man hinweg über das Leiden? Wie wird man geläutert?"


 
12. (Der Erhabene:)


"Durch den Glauben überschreitet man die Flut, durch Unermüdlichkeit den Ozean.
Durch Energie kommt man hinweg über das Leiden,
durch Erkenntnis wird man geläutert."
 

13. (Der Yakkha:)


" Wie erlangt man Erkenntnis? Wie findet man Reichtum?
Wie erreicht man Ruhm? Wie fesselt man die Freunde an sich?
Wie leidet man keinen Kummer,
nachdem man aus dieser Welt in die jenseitige Welt hinüber gegangen?"
 

14. (Der Erhabene:)


"Wer da glaubt an die gute Lehre der Vollendeten zur Erlangung des Nirvana,
Der erlangt durch williges Hören Erkenntnis, wenn er unermüdlich ist und einsichtig.
Wer da tut, was angemessen ist, Pflichten auf sich nimmt,
der Arbeitsame (*3) findet Reichtum;
Durch Wahrhaftigkeit erreicht man Ruhm;
wer spendet, der fesselt die Freunde an sich.
Wer folgende vier Eigenschaften besitzt, wenn er des gläubigen Haus besucht (*4):
Wahrhaftigkeit, Selbstbeherrschung, Entschlossenheit, Entsagung -
der leidet keinen Kummer, wenn er hinüber gegangen,
Wenn er aus dieser Welt in die jenseitige Welt hinüber gegangen,
leidet er keinen Kummer.
Frage du nur auch andere, viele Samanas und Bráhmanas,
Ob es hier etwas Höheres gibt, als Wahrhaftigkeit,
Selbstbeherrschung, Entsagung und Geduld."

15. (Der Yakkha:)


"Warum sollte ich jetzt viele Samanas und Bráhmanas fragen,
Da ich doch heute weiß, was das Heil ist in der jenseitigen Welt.
Zu meinem Heile wahrlich ist der Buddha in mein Haus nach Álaví gekommen.
Da ich doch heute weiß, welche reiche Frucht eine Spende trägt,
Will ich umherwandern, von Dorf zu Dorf, von Stadt zu Stadt,
Den Erleuchteten verehrend und die Herrlichkeit der wahren Lehre."
 

 

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*1) Es ist wohl vyákarissasi statt karissasi zu lesen. Vgl. die Parallelstelle 10. 3. 9-10.

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*2) Die gleichen Verse wie oben in 1. 73.

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*3) utthátá, einer der (zur Arbeit) aufsteht, der nicht untätig dasitzt.

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*4) yassa ... saddhassa gharam esino. Ich glaube, daß sich das auf den Mönch bezieht, der bei den Laiengläubigen von Haus zu Haus geht, Almosen zu erbetteln.






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