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Samyutta Nikáya

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  • 12. Nidána-Samyutta - Von den Ursachen
    • 11-20 Áhára-vagga - Von den Nahrungsstoffen
      • S.12.16. Der Wahrheitskünder
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S.12.16. Der Wahrheitskünder

 

Der Ausdruck dhammakathika, den ich hier mit "Wahrheitskünder" wiedergebe, ist eine Ehrenbezeichnung für solche Bhikkhus, die besonders eindrucksvolle Prediger der Buddhalehre, des dhamma, sind. Anguttara Nik. II, S. 23 wird Punna, der Sohn der Mantáni, als der erste der dhammakathika genannt, S. 52 Dhammadinná als die erste unter den Bhikkhunís. Das Wort dhamma kehrt dann in 5 wieder in dhammánudhammapatipanna. Es bedeutet hier "wahre Lehre". Vgl. M. und W. Geiger, Páli Dhamma, S. 115 ff. In ditthadhammanibbánappatta (vgl. ebenda, S. 99 ff.) in 6 endlich ist es "Zustand"; ditthadhamma "der gegenwärtige Zustand, das gegenwärtige Dasein". - Die Ausdrücke nibbidá "Widerwillen" virága "Verschwinden", nirodha "Aufhebung stellen wieder eine Klimax dar. Der erste bezeichnet die Abneigung gegen die empirischen Dinge, die entsteht, sobald man ihre Nichtigkeit erkannt hat. Der zweite, wtl. "das Entfärben, Verblassen" sagt aus, daß die Dinge nicht mehr auf das Denken abfärben. Im Bhásya zu den Yogasútras 1. 41 wird unser Denken mit einem durchsichtigen farblosen Kristall verglichen, der die Farbe der Unterlage annimmt, d.h. auf einem roten Tuche liegend, rot, auf einem blauen, blau usw. erscheint. Es "verschwinden" also für den, der auf dem Weg zur Erlösung ist, die weltlichen Dinge. Subjektiv ist virága die völlige Gleichgültigkeit ihnen gegenüber. Durch nirodha endlich wird die aus virága sich ergebende Aufhebung aller Beziehungen zu den Dingen und damit des Samsára, der Wiedergeburten, zum Ausdruck gebracht.

 

1. Ort der Begebenheit: Sávatthí.

 

2. Und es begab sich ein Bhikkhu dorthin, wo der Erhabene sich befand. Nachdem er sich dorthin begeben und den Erhabenen ehrfürchtig begrüßt hatte, setzte er sich zur Seite nieder.

 

3. Zur Seite sitzend sprach dann der Bhikkhu zu dem Erhabenen also: "Wahrheitskünder, Wahrheitskünder, Herr, sagt man.

 

4. "Wenn ein Bhikkhu zum Widerwillen gegen Alter und Tod, zu ihrem Verschwinden und ihrer Aufhebung *f33) die wahre Lehre predigt, so mag man füglich sagen: ein Wahrheitskünder ist der Bhikkhu.

 

5. Wenn ein Bhikkhu nach dem Widerwillen gegen Alter und Tod, nach ihrem Verschwinden und ihrer Aufhebung wandelnd strebt *f34), so mag man füglich sagen: einer, der gemäß der wahren Lehre wandelt, ist der Bhikkhu.

 

6. Wenn ein Bhikkhu durch den Widerwillen gegen Alter und Tod, durch ihr Verschwinden und ihre Aufhebung, ohne an irgend etwas zu haften, erlöst ist, so mag man füglich sagen: einer, der bei Lebzeiten das Nirvana erreicht hat, ist der Bhikkhu.

 

7. Wenn ein Bhikkhu zum Widerwillen gegen Geburt - gegen Werden - gegen Erfassen - gegen Durst - gegen Empfindung - gegen Berührung - gegen die sechs Sinnesbereiche - gegen Name und Form - gegen Bewußtsein - gegen die Gestaltungen - wenn ein Bhikkhu zum Widerwillen gegen das Nichtwissen, zu seinem Verschwinden und seiner Aufhebung die wahre Lehre predigt, dann mag man füglich sagen: ein Wahrheitskünder ist der Bhikkhu.

 

8. Wenn ein Bhikkhu nach dem Widerwillen gegen Geburt - gegen Werden - gegen Erfassen - gegen Durst - gegen Empfindung - gegen Berührung - gegen die sechs Sinnesbereiche - gegen Name und Form - gegen Bewußtsein - gegen die Gestaltungen - wenn ein Bhikkhu nach dem Widerwillen gegen das Nichtwissen, nach seinem Verschwinden und seiner Aufhebung wandelnd strebt, so mag man füglich sagen: einer der gemäß der wahren Lehre wandelt, ist der Bhikkhu.

 

9. Wenn ein Bhikkhu durch den Widerwillen gegen Geburt - gegen Werden - gegen Erfassen - gegen Durst - gegen Empfindung - gegen Berührung - gegen die sechs Sinnesbereiche - gegen Name und Form - gegen Bewußtsein - gegen die Gestaltungen - wenn ein Bhikkhu durch Widerwillen gegen das Nichtwissen, durch sein Verschwinden und seine Aufhebung, ohne irgend etwas zu erfassen, erlöst ist, so mag man füglich sagen: einer, der bei Lebzeiten das Nirvana erreicht hat, ist der Bhikkhu."

 

 




*f33) Die Dative nibbidáya usw. drücken den Zweck aus. Der Komm. umschreibt sie mit nibbindanattháya, virajjanattháya, nirujjhanattháya.



*f34) P. patipanno. Das Wort drückt das Fortschreiten aut dem zur Erlösung führenden Heilspfad aus. Komm. sílato pattháya yáva arahattanaggá patipanno "der den Weg von der Erfüllung der sittlichen Vorschriften bis zur Vollendung beschritten hat."  







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