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Samyutta Nikáya IntraText CT - Text |
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31-40 Kalárakhattiya-Vagga - Vom Edelmann Kalára
S.12.31. Geworden
Der "Páráyana" genannte Abschnitt, aus dem ein Vers zitiert wird, gehört dem Suttanipáta an und bildet hier den fünften und letzten Vagga. Die Ajitamánavapucchá "die Fragen des Brahmanen Ajita" umfassen die Verse 1032 bis 1039 der ganzen Sammlung. Der zitierte Vers ist Nr.1038. Er enthält die Frage nach der iriyá, der Lage, dem Charakter oder Wesen (der Komm. zum S., Siam-Ausg. II, 77.15 umschreibt den Begriff durch vutti, gocaravihára, patipatti) 1. der samkhátadhammáse (Ko: "so werden die genannt, die den Dhamma erkannt, den Dh. erwogen, den Dh. vollkommen durchgeführt haben") und 2. der sekhá, die "hier" (d. h. in der Buddhagemeinschaft) noch auf dem Wege zur Vollendung begriffen sind, die noch auf einer der sieben Vorstufen stehen. Diese sind je die beiden Stufen (magga "Weg" und phala "Frucht, Erfolg") des sotápanna, der in den Strom (der Erlösung) eingetreten ist, des sakadágámin, der nur noch einmal in ein irdisches Dasein eintreten wird, des anágámin, der nicht mehr in ein irdisches Dasein eintreten, sondern aus einer himmlischen Existenz unmittelbar in das Nirvana eingehen wird, und endlich die Unterstufe (magga) des arahant, des "Vollendeten". Die Oberstufe (phala) des Arahant ist der Erlösungszustand. Der Erlöste ist samkhátadhammo.
Das ganze Sutta beschäftigt sich mit den beiden Begriffen upádána "Erfassen" (= áhára "Nahrungsstoff", vergl. die Einl. zu Sutta 11) und bhava "Werden" (bhúta "geworden") der Kausalitätsreihe. Der Grundgedanke ist der: Alles Gewordene hat zur Voraussetzung das Erfassen eines Nahrungsstoffes, das Haften am Nahrungsstoff; ohne upádána kein bhava. Hat der Strebende das erkannt, so wird er durch Aufhebung des upádána, d. h. des Zusammenhanges mit der empirischen Welt, zur Erlösung gelangen, er ist anupádá vimutto, es fehlt das Substrat für eine neue Existenz.
1. Einstmals weilte der Erhabene in Sávatthí.
2. Da nun redete der Erhabene den ehrwürdigen Sáriputta an: "So ist, Sáriputta, in dem Páráyana-Abschnitt, in der Frage des Ajita gesagt:
Die da die Wahrheit erprobt haben, (und) die vielen, die hier noch streben, ihr Wesen als Kundiger teile mir mit, mein Lieber, auf meine Frage
Wie ist nun, Sáriputta, von diesem kurz gefaßten Ausspruch der Sinn ausführlich zu verstehen?" Auf dieses Wort: hin schwieg der ehrwürdige Sáriputta.
3. Und zum zweiten Mal redete der Erhabene den ehrwürdigen Sáriputta an usw. usw. (= 2) ... Und zum zweiten Mal schwieg der ehrwürdige Sáriputta.
4. Und zum dritten Mal redete der Erhabene den ehrwürdigen Sáriputta an: "So ist, Sáriputta, in dem Páráyana-Abschnitt, in der Frage des Ajita gesagt:
Die da die Wahrheit erprobt haben, (und) die vielen, die hier noch streben, ihr Wesen als Kundiger teile mir mit, mein Lieber, auf meine Frage.
Wie ist nun, Sáriputta, von diesem kurz gefaßten Ausspruch der Sinn ausführlich zu verstehen?" Und zum dritten Mal schwieg der ehrwürdige Sáriputta *f84).
5. " ,Dies ist geworden': siehst du das, Sáriputta? ,Dies ist geworden': siehst du das, Sáriputta?"
6. " ,Dies ist geworden': das, o Herr, sieht man durch richtige Erkenntnis der Wirklichkeit gemäß. ,Dies ist geworden': wenn man das durch richtige Erkenntnis der Wirklichkeit gemäß gesehen hat, dann ist man auf dem Wege zum Widerwillen gegen das Gewordene, zu seinem Verschwinden und zu seiner Aufhebung *f85). - ,Es hat seine Entstehung durch seinen Nahrungsstoff': das sieht man in richtiger Erkenntnis der Wirklichkeit gemäß. ,Es hat seine Entstehung durch seinen Nahrungsstoff': wenn man das durch richtige Erkenntnis der Wirklichkeit gemäß gesehen hat, dann ist man auf dem Wege zum Widerwillen gegen das, was Entstehung durch einen Nahrungsstoff hat, zu seinem Verschwinden und zu Seiner Aufhebung. - ,Durch Aufhebung seines Nahrungsstoffes ist das, was geworden, dem Gesetz der Aufhebung unterworfen' *f86): das sieht man durch richtige Erkenntnis der Wirklichkeit gemäß. ,Durch Aufhebung seines Nahrungsstoffes ist das, was geworden, dem Gesetz der Aufhebung unterworfen': wenn man das durch richtige Erkenntnis der Wirklichkeit gemäß gesehen hat, dann ist man auf dem Wege zum Widerwillen gegen das, was dem Gesetz der Aufhebung unterworfen ist, zu seinem Verschwinden und zu seiner Aufhebung. Auf diese Weise nun, o Herr, ist man einer, der strebt.
7. Wie aber, Herr, wird man einer, der die Wahrheit erprobt hat? ,Dies ist geworden': das, o Herr, sieht man durch richtige Erkenntnis der Wirklichkeit gemäß. ,Dies ist geworden': wenn man das durch richtige Erkenntnis der Wirklichkeit gemäß gesehen hat, dann ist man infolge des Widerwillens gegen das Gewordene, infolge seines Verschwindens und seiner Aufhebung, durch Nichterfassen erlöst *f87). - ,Es hat seine Entstehung durch seinen Nahrungsstoff': das sieht man durch richtige Erkenntnis der Wirklichkeit gemäß. ,Es hat seine Entstehung durch seinen Nahrungsstoff': wenn man das durch richtige Erkenntnis der Wirklichkeit gemäß gesehen hat, dann ist man infolge des Widerwillens gegen das, was Entstehung durch einen Nahrungsstoff hat, infolge seines Verschwindens und seiner Aufhebung, durch Nichterfassen erlöst. - ,Durch Aufhebung seines Nahrungsstoffes ist das, was geworden, dem Gesetz der Aufhebung unterworfen': das sieht man durch richtige Erkenntnis der Wirklichkeit gemäß. ,Durch Aufhebung seines Nahrungsstoffes ist das, was geworden, dem Gesetz der Aufhebung unterworfen': wenn man das durch richtige Erkenntnis der Wirklichkeit gemäß gesehen hat, dann ist man infolge des Widerwillens gegen das, was dem Gesetze der Aufhebung unterworfen ist, infolge seines Verschwindens und seiner Aufhebung durch Nichterfassen erlöst. Auf diese Weise nun, o Herr, ist man einer, der die Wahrheit erprobt hat.
8. So also (ist) das, o Herr, (zu verstehen), was in dem Páráyana-Abschnitt, in der Frage des Ajita gesagt ist:
Die da die Wahrheit erprobt haben, (und) die vielen, die hier noch streben, ihr Wesen als Kundiger teile mir mit, mein Lieber, auf meine Frage.
Auf diese Weise also, o Herr, verstehe ich von diesem kurz gefaßten Ausspruch den Sinn ausführlich."
9. "Gut, gut, Sáriputta! ,Dies ist geworden': das, Sáriputta, sieht man durch richtige Erkenntnis der Wirklichkeit gemäß. ,Dies ist geworden': wenn man das durch richtige Erkenntnis der Wirklichkeit gemäß gesehen hat, dann ist man auf dem Wege zum Widerwillen gegen das Gewordene, zu seinem Verschwinden und zu seiner Aufhebung. - ,Es hat seine Entstehung durch seinen Nahrungsstoff': das sieht man durch richtige Erkenntnis der Wahrheit gemäß. ,Es hat seine Entstehung durch seinen Nahrungsstoff': wenn man das durch richtige Erkenntnis der Wirklichkeit gemäß gesehen hat, dann ist man auf dem Wege zum Widerwillen gegen das, was Entstehung durch einen Nahrungsstoff hat, zu seinem Verschwinden und zu seiner Aufhebung. - ,Durch Aufhebung seines Nahrungsstoffes ist das, was geworden, dem Gesetz der Aufhebung unterworfen': das sieht man durch richtige Erkenntnis der Wirklichkeit gemäß. ,Durch Aufhebung des Nahrungsstoffes ist das, was geworden, dem Gesetz der Aufhebung unterworfen': wenn man das durch richtige Erkenntnis der Wirklichkeit gemäß gesehen hat, dann ist man auf dem Wege zum Widerwillen gegen das, was dem Gesetz der Aufhebung unterworfen ist, zu seinem Verschwinden und zu seiner Aufhebung. Auf diese Weise nun, Sáriputta, ist man einer, der strebt.
10. Wie aber, Sáriputta, wird man einer, der die Wahrheit erprobt hat? ,Dies ist geworden': das, Sáriputta, sieht man durch richtige Erkenntnis der Wirklichkeit gemäß. ,Dies ist geworden': wenn man das durch richtige Erkenntnis der Wirklichkeit gemäß gesehen hat, dann ist man infolge des Widerwillens gegen das Gewordene, infolge seines Verschwindens und seiner Aufhebung durch Nichterfassen erlöst. - ,Es hat seine Entstehung durch seinen Nahrungsstoff': das sieht man durch richtige Erkenntnis der Wirklichkeit gemäß. ,Es hat seine Entstehung durch seinen Nahrungsstoff': wenn man das durch richtige Erkenntnis der Wirklichkeit gemäß gesehen hat, dann ist man infolge des Widerwillens gegen das, was Entstehung durch einen Nahrungsstoff hat, infolge seines Verschwindens und seiner Aufhebung durch Nichterfassen erlöst. - ,Durch Aufhebung seines Nahrungsstoffes ist das, was geworden, dem Gesetz der Aufhebung unterworfen': das sieht man durch richtige Erkenntnis der Wirklichkeit gemäß. ,Durch Aufhebung seines Nahrungsstoffes ist das, was geworden, dem Gesetz der Aufhebung unterworfen': wenn man das durch richtige Erkenntnis der Wirklichkeit gemäß gesehen hat, dann ist man infolge des Widerwillens gegen das, was dem Gesetz der Aufhebung unterworfen ist, infolge seines Verschwindens und seiner Aufhebung durch Nichterfassen erlöst. Auf diese Weise nun, Sáriputta, ist man einer, der die Wahrheit erprobt hat.
11. So also (ist) das, Sáriputta, (zu verstehen), was in dem Páráyana-Abschnitt, in der Frage des Ajita gesagt ist:
Die da die Wahrheit erprobt haben, (und) die vielen, die hier noch streben, ihr Wesen als Kundiger teile mir mit, mein Lieber, auf meine Frage.
Auf diese Weise also, Sáriputta, ist von diesem kurz gefaßten Ausspruch der Sinn ausführlich zu verstehen.
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*f84) Sáriputtas Schweigen erklärt Buddhaghosa (Samy. Komm. II, 77 ff.) so: "Warum hat Sáriputta auf die Frage dreimal geschwiegen? War er in Zweifel über die Frage oder über die Absicht (des Meisters)? Nicht über die Frage (an sich). Er überlegte nämlich so: Der Meister will, daß ich den Weg, der von denen, die streben und die nicht (mehr) streben, beschritten werden muß, darlege. Man kann dies nun auf verschiedene Weise tun: unter dem Gesichtspunkt (vasena) der Wesensbestand teile (khandhá), der Elemente (dhátu), der Sinnesbereiche (áyatanáni) oder der Ursächlichkeit (paccayákáro). Durch welche Darlegung nun werde ich die Absicht des Meisters treffen können? Und der Meister dachte: Außer mir gibt es nur Schüler und von diesen ist keiner dem Sáriputta an Verständnis gleich. Der aber hat, nachdem ich eine Frage an ihn gestellt, dreimal geschwiegen. Ist er nun in Zweifel über die Frage oder über meine Absicht? Und da er erkennt, daß er über die Absicht im Zweifel ist, gibt er ihm nun für die Darlegung der Frage mit den Worten ,dies ist geworden: siehst du das Sáriputta' den rechten Weg (naya) an." *f85) P. nibbidáya, virágáya, nirodháya. Über diese Termini vergl. oben die Einleitung zu Sutta 16. *f86) P. nirodhadhamma, d. h. es muß notwendig untergehen. Über diesen Gebrauch von dhamma am Ende eines Kompositums s. M. und W. Geiger, Páli Dhamma, S. 11. *f87) P. anupádá (= -dáya) vimutto, wtl. "indem man nicht erfaßt, erlöst". Gemeint ist das "Erfassen" (upádána) der empirischen Dinge, die Beschäftigung mit ihnen. Ist man von ihnen abgekommen, so ist man erlöst. Vgl. die Einl. zum Sutta. R. O. Franke (Díghanikáya übers. S. 25) gibt die Phrase freier aber zutreffend mit "durch Abkehr erlöst" wieder; Mrs. Rhys Davids (The Book of the kindred Sayings, II, S. 37) durch "becomes free, grasping at nothing".
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