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Samyutta Nikáya

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  • 12. Nidána-Samyutta - Von den Ursachen
    • 61-70 Mahávagga - Der Große Abschnitt
      • S.12.62. Der Ununterrichtete
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S.12.62. Der Ununterrichtete

 

1. Ort der Begebenheit: Sávatthí.

 

2. "Ein ununterrichteter gewöhnlicher Mensch, ihr Bhikkhus, mag wohl gegen diesen Körper, der aus den vier groben Elementen gebildet ist, Widerwillen fassen, mag gegen ihn gleichgültig werden, mag von ihm sich loslösen.

 

3. Warum das? Man sieht, ihr Bhikkhus, an diesem Körper, der aus den vier groben Elementen gebildet ist, Mehrung und Minderung, Annahme und Ablegung. Darum mag wohl ein ununterrichteter gewöhnlicher Mensch gegen ihn Widerwillen fassen, mag gegen ihn gleichgültig werden, mag von ihm sich loslösen.

 

4. Was aber da, ihr Bhikkhus, Denken heißt und Geist und Bewußtsein, dagegen ist ein ununterrichteter gewöhnlicher Mensch nicht im stande Widerwillen zu fassen, nicht im stande dagegen gleichgültig zu werden, nicht im stande davon sich loszulösen.

 

5. Warum das? Lange Zeit hindurch, ihr Bhikkhus, ist das ja von dem ununterrichteten gewöhnlichen Menschen angestrebt, begehrt, verlangt das gehört mir, das bin ich, das ist mein Selbst. Darum ist ein ununterrichteter gewöhnlicher Mensch nicht im stande dagegen Widerwillen zu fassen, nicht im stande dagegen gleichgültig zu werden, nicht im stande davon sich loszulösen.

 

6. Es ist besser, ihr Bhikkhus, wenn ein ununterrichteter gewöhnlicher Mensch diesen Körper, der aus den vier groben Elementen gebildet ist, als sein Selbst annimmt, nicht aber das Denken.

 

7. Warum das? Man sieht, ihr Bhikkhus, wie dieser Körper, der aus den vier groben Elementen gebildet ist, ein Jahr besteht, wie er zwei Jahre besteht, wie er drei Jahre besteht, wie er vier Jahre besteht, wie er fünf Jahre besteht, wie er zehn Jahre besteht, wie er zwanzig Jahre besteht, wie er dreißig Jahre besteht, wie er vierzig Jahre besteht, wie er fünfzig Jahre besteht, wie er ein Jahrhundert besteht, wie er noch länger besteht. Was aber da, ihr Bikkhus, Denken heißt und Geist und Bewußtsein: da entsteht bei Nacht und bei Tag eines und ein anderes wird aufgehoben *f175).

 

8. Ein unterrichteter frommer Jünger, ihr Bhikkhus, erwägt da gut und reiflich das Gesetz von der ursächlichen Entstehung: wenn jenes ist, tritt dieses ein; aus der Entstehung von jenem folgt die Entstehung von diesem; wenn jenes nicht ist, tritt dieses nicht ein; aus der Aufhebung von jenem folgt die Aufhebung von diesem.

 

9. Infolge einer Berührung *f176), ihr Bhikkhus, mit etwas, das lustvoll zu empfinden ist, entsteht eine lustvolle Empfindung. Nach Aufhebung eben dieser Berührung mit etwas das lustvoll zu empfinden ist, wird auch das Empfinden, das dadurch erzeugt ist, nämlich die lustvolle Empfindung, die entstanden ist infolge der Berührung mit etwas, das lustvoll zu empfinden ist, aufgehoben, es wird gestillt.

 

10. Infolge einer Berührung, ihr Bhikkhus, mit etwas, das leidvoll zu empfinden ist, entsteht eine leidvolle Empfindung. Nach Aufhebung eben dieser Berührung mit etwas, das leidvoll zu empfinden ist, wird auch das Empfinden, das dadurch erzeugt ist, nämlich die leidvolle Empfindung, die entstanden ist infolge der Berührung mit etwas, das leidvoll zu empfinden ist, aufgehoben, es wird gestillt.

 

11. Infolge einer Berührung, ihr Bhikkhus, mit etwas, das weder leidvoll noch lustvoll zu empfinden ist, entsteht eine weder leidvolle noch lustvolle Empfindung. Nach Aufhebung eben dieser Berührung mit etwas, das weder leidvoll noch lustvoll zu empfinden ist, wird auch das Empfinden, das dadurch erzeugt ist, nämlich die weder leidvolle noch lustvolle Empfindung, die entstanden ist infolge der Berührung mit etwas, das weder leidvoll noch lustvoll zu empfinden ist, aufgehoben, es wird gestillt.

 

12. Gerade so, ihr Bhikkhus, wie durch die Reibung und die enge Vereinigung zweier Hölzer *f177) Hitze erzeugt wird und Feuer entsteht, infolge der Trennung aber und der Sonderung eben dieser beiden Hölzer die dadurch erzeugte Hitze aufgehoben und gestillt wird:

 

13. Ganz ebenso entsteht, ihr Bhikkhus, infolge einer Berührung mit etwas, das lustvoll zu empfinden ist, eine lustvolle Empfindung. Nach Aufhebung usw. usw. (- 9) . . .

 

14. Infolge einer Berührung, ihr Bhikkhus, mit etwas, das leidvoll zu empfinden ist, entsteht eine leidvolle Empfindung. Nach Aufhebung usw. usw. (= 10) . . .

 

15. Infolge einer Berührung, ihr Bhikkhus, mit etwas, das weder leidvoll noch lustvoll zu empfinden ist, entsteht eine weder leidvolle noch lustvolle Empfindung. Nach Aufhebung usw. usw. (= 11) . . .

 

16. Wenn ein unterrichteter frommer Jünger so sieht, dann faßt er Widerwillen gegen die Berührung, faßt Widerwillen gegen die Empfindung, faßt Widerwillen gegen die Wahrnehmung, faßt Widerwillen gegen die Gestaltungen, faßt Widerwillen gegen das Bewußtsein. Und wenn er Widerwillen faßt, wird er gleichgültig, und infolge der Gleichgültigkeit löst er sich los. Wenn er sich losgelöst hat, entsteht in ihm die Erkenntnis: ich habe mich losgelöst. Er erkennt: vernichtet ist die Geburt; gelebt der heilige Wandel; vollbracht ist, was zu vollbringen war; nichts mehr habe fürderhin zu tun mit dem weltlichen Dasein.

 

(An Stelle von rúpa steht in 16 hassa).




*f175) Bis hierher ist Sutta 62 vollständig gleichlautend dem vorhergehenden, nun fehlt aber das Gleichnis vom Affen. In folgenden Paragraphen (8) wird die Ausführung der Nidánaformel weggelassen, und mit 9 setzt vollständig Neues ein. Der Schlußparagraph deckt sich dann wieder mit 61.11, abgesehen von der Vertauschung der Begriffe "Form" und "Berührung".



*f176) Vgl. zu 9 bis 12 die Parallelstelle Majjhima 140 (= III. 242).



*f177) P. dvinnam katthánam samghattasamodháná. An der Parallelstelle im Majjhima steht samphassa statt samghatta. Der Komm. (II. 129.14) hat samghattanena c'eva samodhánena ca, samghattanasampindanenáti attho. Es ist natürlich an die Reibhölzer zur Feuererzeugung gedacht. Im Komm. wird kattha auch durch arani erklärt.







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