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Samyutta Nikáya IntraText CT - Text |
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S.16.10. Die Heimstätte
1. Also habe ich vernommen. Einstmals weilte der ehrwürdige Kassapa in Sávatthí, im Jetahaine, im Parke des Anáthapindika.
2. Da nun kleidete sich der ehrwürdige Ananda zur Vormittagszeit an, nahm Almosenschale und Mantel und begab sich dorthin, wo der ehrwürdige Mahákassapa sich befand.
3. Nachdem er sich dorthin begeben, sprach er zu dem ehrwürdigen Mahákassapa also: "Wollen wir uns aufmachen, Herr Kassapa, und uns dorthin begeben, wo sich eine Heimstätte für Bhikkhunís befindet." - "Gehe du, verehrter Ananda; du hast viel zu tun, bist viel beschäftigt".
4. Und zum zweitenmal sprach nun der enrwürdige Ananda zu dem ehrwürdigen Mahákassapa also: "Wollen wir uns aufmachen, Herr Kassapa, und uns dorthin begeben, wo sich eine Heimstätte für Bhikkhunís befindet." - "Gehe du, verehrter Ananda; du hast viel zu tun, bist viel beschäftigt *f76)."
5. Und zum drittenmal sprach nun der ehrwürdige Ananda zu dem ehrwürdigen Mahákassapa also: "Wollen wir uns aufmachen, Herr Kassapa, und uns dorthin begeben, wo sich eine Heimstätte für Bhikkhunís befindet."
6. Da nun kleidete sich der ehrwürdige Mahákassapa zur Vormittagszeit an, nahm Almosenschale und Mantel und begab sich mit dem ehrwürdigen Ananda als begleitenden Samana *f77) dorthin, wo sich eine Heimstätte für Bhikkhunís befand. Nachdem er sich dorthin begeben, setzte er sich auf dem zubereiteten Sitze nieder.
7. Da nun begaben sich zahlreiche Bhikkhunís dorthin, wo der ehrwürdige Mahákassapa sich befand. Nachdem sie sich dorthin begeben und den ehrwürdigen Mahákassapa ehrfurchtsvoll begrüßt hatten, setzten sie sich zur Seite nieder.
8. Die zur Seite sitzenden Bhikkhunís erbaute, belehrte, ermunterte und erfreute *f78) der ehrwürdige Mahákassapa durch eine Lehrpredigt.
9. Nachdem nun der ehrwürdige Mahákassapa die Bhikkhunís durch die Lehrpredigt erbaut, belehrt, ermuntert und erfreut hatte, stand er vom Sitze auf und wollte fortgehen.
10. Da nun äußerte die Bhikkhuní Thullatissá unzufriedenen Herzens das unzufriedene Wort: "Glaubt denn der Herr Mahákassapa in Gegenwart des Herrn Ananda, des Weisen unter den Videhas *f79), die Lehre verkündigen zu müssen? Das ist gerade so, wie wenn ein Nadelhändler in Gegenwart des Nadelverfertigers Nadeln verkaufen zu müssen glaubte. Ganz ebenso glaubt der Herr Mahákassapa in Gegenwart des Herrn Ananda, des Weisen unter den Videhas, die Lehre verkünden zu müssen."
11. Es hörte aber der ehrwürdige Mahákassapa dieses Wort, das die Bhikkhuni Thullatissa sprach.
12. Da nun sprach der ehrwürdige Mahákassapa zu dem ehrwürdigen Ananda: "Wie ist das nun, verehrter Ananda, bin ich der Nadelhändler und du der Nadelmacher, oder bin ich der Nadelmacher und du der Nadelhändler?" - "Verzeiht, Herr Kassapa, töricht sind die Frauenzimmer."
13. "Halte an dich, verehrter Ananda, daß nicht die Gemeinde dich einer weiteren Prüfung *f80) unterzieht.
14. Was hältst du davon, verehrter Ananda? Bist du vom Erhabenen persönlich *f81) in die Bhikkhugemeinde eingeführt worden (mit den Worten): 'Ich, ihr Bhikkhus, trete, ganz nach Gefallen, abgesondert von den sinnlichen Gelusten, abgesondert vom Bösen, in die erste Versenkung ein, die mit Gedanken und Erwägungen verbunden ist, durch Absonderung erzeugt, die Freude und Lustgefühl ist, und verharre darin. Und auch Kassapa, ihr Bhikkhus, tritt, ganz nach Gefallen, abgesondert von den sinnlichen Gelüsten, abgesondert vom Bösen, in die erste Versenkung ein, die mit Gedanken und Erwägungen verbunden ist, durch Absonderung erzeugt, die Freude und Lustgefühl ist, und verharrt darin'?" - "Nein, Herr, das ist nicht der Fall."
15. "Ich aber, Verehrter, bin vom Erhabenen persönlich in die Bhikkhugemeinde eingeführt worden (mit den Worten): 'Ich, ihr Bhikkhus usw. usw. . . . (nach 14)."
16-28. "Was hältst du davon, verehrter Ananda? Bist du persönlich vom Erhabenen in die Bhikkhugemeinde eingeführt worden (mit den Worten): 'Ich, ihr Bhikkhus, trete, ganz nach Gefallen, nach Stillung der Gedanken und Erwägungen, in die zweite Versenkung ein usw. usw. . .
Es werden nun, wie im vorigen Sutta, die verschiedenen Versenkungsstufen sowie die fünf abhiññá aufgezählt und dabei immer an Ananda die gleiche Frage, wie in 14 gerichtet, die er verneinen muß. Darauf folgt dann immer die Erklärung Kassapas, das er vom Buddha in allen diesen Beziehungen als ihm völlig gleich stehend der Gemeinde vorgestellt worden sei.
29. "Was hältst du davon, verehrter Ananda? Bist du vom Erhabenen persönlich in die Bhikkhugemeinde eingeführt worden (mit den Worten): 'Ich, ihr Bhikkhus, habe nach Vernichtung der weltlichen Einflüsse die von weltlichen Einflüssen freie Erlösung des Herzens und Erlösung der Erkenntnis bei Lebzeiten schon durch eignes Begreifen und Verwirklichen erreicht und verharre darin. Und auch Kassapa, ihr Bhikkhus, hat nach Vernichtung der weltlichen Einflüsse die von weltllchen Einflüssen freie Erlösung des Herzens und Erlösung der Erkenntnis bei Lebzeiten schon durch eignes Begreifen und Verwirklichen erreicht und verharrt darin'?" - "Nein, Herr, das ist nicht der Fall."
30. "Ich aber, Verehrter, bin, vom Erhabenen persönlich in die Bhikkhugemeinde eingeführt worden (mit den Worten): 'Ich, ihr Bhikkhus usw. usw. . . . (nach 29).
31. Ein Elefant von sieben Ellen oder von sieben und ein halb Ellen (Größe), müßte man meinen, sei mit einem kleinen Palmyrapalmblatt zu verhüllen, wenn man meinte, mir seien die sechs Wunderkräfte zu verhüllen."
Es schied aber die Bhikkhuni Thullatissá aus dem heiligen Wandel aus.
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*f76) Nach dem Komm. (II. 220.13ff.) spielt Kassapa hier darauf an, daß es die Aufgabe des Ananda war, die Anhänger des Buddha über den Tod des Meisters durch den Hinweis auf die Vergänglichkeit der "Gestaltungen" zu trösten. Das Sutta gehört also der Zeit nach dem Tode des Buddha an. *f77) Unter dem pacchá-samana versteht man den jüngeren Bhikkhu, der den älteren auf seinem Bettelgang zu begleiten und hinter ihm zu gehen pflegt. *f78) P. samdassesi, samádapesi, samuttejesi, sampahamsesi. Der Komm. II 220 1. Z.-221.7 gibt diese Ausdrücke der Reihe nach wieder durch 1) "läßt den Wert (die Vorzüge) der geistigen Fortschritte sehen", 2) "läßt annehmen", 3) "veranlaßt zu Anstrengungen", 4) "läßt an den erlangten Vorzügen Freude empfinden." *f79) P. vedehamuni. Vgl. Book of the Kindred Sayings, transl. by Mrs. Rhys Davids I, S.321. Der Ausdruck ist schwer zu erklären. Ananda war von Geburt ein Sákiya. Die Videhas gehörten zu der Zeit des Buddha zu der Konföderation der Vajji. Ihre Hauptstadt war Mithilá. Sie waren also in dem heutigen Nordbihar, links des Ganges, seßhaft. Die Deutung des Komm. II. 221.3 durch panditamuni "der gelehrte Weise" mit Erklärung von vedeha aus vedena íhate ist nur etymologische Spielerei. *f80) Ananda soll sich hüten, daß er nicht in den Verdacht unerlaubter Beziehungen zu den Bhikkhunís kommt. *f81) P. bhagavato sammukhá. Zur Bedeutung vgl. Vinaya (ed. Oldenberg) II.290.7: bh. s. sutam "unmittelbar aus dem Munde des Erhabenen vernommen." |
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