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Samyutta Nikáya IntraText CT - Text |
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S.1.20. Samiddhi
1. Also habe ich
vernommen. 2. Da nun begab sich der ehrwürdige Samiddhi, nachdem er von der Nachtruhe gegen die Morgenzeit hin sich erhoben, dorthin, wo die Tapodá(-Quelle) sich befand, die Glieder zu überspülen. Nachdem er im warmen Wasser *f40) die Glieder überspült hatte und wieder herausgestiegen war, stand er da, mit einem einzigen Gewand bekleidet, seine Glieder trocknend. 3. Da nun begab sich in vorgeschrittener Nacht eine Devatá, mit ihrer herrlichen Schönheit den ganzen Tapodá(-Park) erhellend, dorthin, wo sich der ehrwürdige Samiddhi befand. Nachdem sie sich dorthin begeben, redete sie, in der Luft schwebend, den ehrwürdigen Samiddhi mit folgender Strophe an: "Ohne genossen zu
haben gehst du betteln, o Bhikku! - (Samiddhi erwiderte:) 4. Da nun sprach die Devatá, auf dem Erdboden stehend, zu dem ehrwürdigen Samiddhi also: "Als Knabe hast du, o Bhikkhu, von der Welt dich abgekehrt, jung, schwarzhaarig, mit glücklicher Jugend begabt, im ersten Lebensalter, ohne dich ergötzt zu haben an den sinnlichen Genüssen. Genieße,o Bhikkhu, die menschlichen Freuden, damit du nicht das Gegenwärtige aufgibst und künftiger Zeit nachläufst." 5. "Nicht geb' ich doch, Verehrte, Gegenwärtiges auf und laufe künftiger Zeit nach; künftige Zeit vielmehr, Verehrte, gebe ich auf und laufe Gegenwärtigem nach *f42). Zeitlich, sind Verehrte, die sinnlichen Genüsse nach dem Wort des Erhabenen, leidvoll, voll Verzweiflung, das Schädliche an ihnen ist überwiegend. Im gegenwärtigen Dasein schon wirkend ist diese unsere Lehre, an keine Zeit gebunden, zu ihrer Betrachtung einladend, zum Ziele führend, aus eigener Kraft zu verstehen von den Einsichtigen."
6. "Inwiefern aber, o Bhikkhu, sind die sinnlichen Genüsse zeitlich nach dem Wort des Erhabenen, leidvoll, voll Verzweiflung, das Schädliche an ihnen überwiegend? Inwiefern ist diese Lehre im gegenwärtigen Dasein schon wirkend, an keine Zeit gebunden, zu ihrer Betrachtung einladend, zum Ziele führend, aus eigener Kraft zu verstehen von den Einsichtigen?" 10. Zur Seite sitzend
sprach dann der ehrwürdige Samiddhi zu dem Erhabenen also: "Da habe ich
mich nun, Herr, nachdem ich von der Nachtruhe gegen die Morgenzeit hin mich
erhoben, dahin begeben, wo die Tapodá(-Quelle) sich befindet, die Glieder zu
überspülen. Nachdem ich im warmen Wasser die Glieder überspült hatte und wieder
herausgestiegen war, stand ich da, mit einem einzigen Gewand bekleidet, meine
Glieder trocknend. 11. Da nun, Herr, begab sich in vorgeschrittener Nacht eine Devatá von herrlicher Schönheit, den ganzen Tapodá(-Park) erhellend, dorthin, wo ich mich befand. Nachdem sie sich dorthin begeben, redete sie, in der Luft schwebend, mich mit folgender Strophe an: 'Ohne genossen zu haben
gehst du betteln, o Bhikkhu! - 16. Auf dieses Wort hin, Herr, sprach die Devatá zu mir also: 'Es ist nicht leicht für uns, o Bhikkhu, zu dem Erhabenen uns zu begeben, da er von anderen machtvollen Devatás umgeben ist. Wenn aber du, o Bhikkhu, zu dem Erhabenen dich begibst und ihn nach dieser Sache befragst, so wollen auch wir mitkommen, die Lehre zu hören.' Wenn, Herr, das Wort der Devatá wahr gewesen, ist die Devatá hier in der Nähe." "Was benannt werden
muß, *f43) das stellen die Wesen sich vor; Wer das, was benannt
werden muß, versteht,
19. "Nicht kann ich ja von diesem kurz gefaßten Ausspruch des erhabenen Herrn den Sinn ausführlich verstehen. Wolle mir der erhabene Herr es gütigst so sagen, daß ich von diesem kurz gefaßten Ausspruch des Erhabenen den Sinn ausführlich verstehe." 21. "Auch von diesem kurz gefaßten Ausspruch des erhabenen Herrn kann ich den Sinn nicht ausführlich verstehen. Wolle mir der erhabene Herr es gütigst so sagen, daß ich von diesem kurz gefaßten Ausspruch des Erhabenen den Sinn ausführlich verstehe."
23." Ich verstehe von diesem kurz gefaßten Ausspruch des erhabenen Herrn den Sinn ausführlich so: "Man soll kein
Böses tun mit Worten oder Gedanken (Vgl. unten Sutta 40).
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*f40) Es heißt hier tapode, nicht tapodáya; wir haben es also nicht mit dem Eigennamen zu tun. Auch an der Parallelstelle A.V.196.5 ist offenbar tapode die richtige Lesart. *f41) Hier in dem Sinne, "die mir bestimmte Frist, die Zeit des Todes, der Tod". Der Komm. I. 49.16 hat maranakálam. Das Wort kála kann geradezu "Tod" bedeuten. *f42) Die Stelle ist für uns kaum übersetzbar. Es liegt ein Spiel mit den verschiedenen Bedeutungen von samditthika und kálika vor. Für die Devatá ist jenes die gewisse, vor Augen liegende Gegenwart, dieses die unbekannte Zeit, die ungewisse Zukunft. Buddha aber bezeichnet (vgl. 12. 42.12, Bd. II, S. 100) seine Lehre als samditthika "gegenwärtig, d.h. im gegenwärtigen Dasein schon wirkend" und als akálika "zeitlos, an keine (nicht erst an künftige) Zeit gebunden", und hierauf bezieht sich Samiddhi in seiner Antwort. *f43) P. ahkheyya = skr. ákhyeya (Wz. khyá). Ich glaube, daß damit die dhammá, die empirischen Dinge, gemeint sind. Der akkhyátar (Z.2), der sie benennt, ist der Mensch. Der Rätselvers enthält darum die Grundidee der buddhistischen Lehre: wer das Wesen der dhammá nicht richtig erfaßt hat, der ist dem samsára, der endlosen Folge von Tod und Wiedergeburt verfallen; wer es kennt, hat mit ihnen nichts zu tun, wird erlöst.-' Die Verse finden sich auch im Itivuttaka 63 (= S. 53-54); doch ist die letzte Zeile verschieden. *f44) P. yakkha, (es ist yakkháti, nicht yakkhíti zu lesen) bedeutet allgemein ein übermenschliches, göttliches oder dämonisches Wesen. Auch die Devas, wie der Gott Sakka (= Indra) und die vier großen Könige, welche die Weltgegenden regieren, sind Yakkhas. Vgl. Vimánavatthu Commentary (Paramatthadípáni) ed. Hardy, S. 333.11, sowie Majjh.37 (= I. 252.10ff.) Selbst der Buddha wird in einem Vers (Majjh.56 = 386.31) ein Yakkha genannt.
*f45) P. pahási samkham. Der Sinn ist: er hat alles empirische Sein hinter sich gelassen. Vgl samkham nopeti vedagú Sn.749 in ähnlichem Sinn, sowie rúpasamkhávimutto (vedana-, saññá-, samkhára-, viññánasamkhávimutto) tathágato M I. 487.34, 488.8ff. womit ausgedrückt ist, daß der Tathágata losgelöst ist von "Name und Form". *f46) P. na vimánam ágá (so liest der Komm. in der Siam. Ausg. I. 57.12). Erklärt wird dies merkwürdiger Weise zuerst so, als stünde navamánam im Text. Weiterhin wird aber dann vimána auf den Mutterleib, also auf eine neue Existenz bezogen. *f47) Der Sinn des Verses, der unten in Sutta 34 wiederkehrt, ist dieser: Der Erlöste hat zu existieren aufgehört, man findet ihn in keinem Weltenraum.
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