aas-hunde | hunge-verzw | viele-zwisc
Fettdruck = Main text
Aufzug Grau = Kommentar
501 1 | nicht satt, so sagst du's hungernd. Träume~ sind etwas, das
502 1 | III. Magd~ Ja: "wenn du hungrig bist," gab ich zur Antwort,~ "
503 | ihres
504 1 | und mit meinem Willen~ dir impfen das Blut!~Chrysothemis~
505 1 | du? Gib Obacht.~Elektra indem sie ihn, wie in einem unheimlichen
506 1 | Elektra hält mit Graben inne,~sieht sich um, gräbt wieder.~
507 1 | drinnen~ Ja, ja.~Die Eine innen~ Sie schlagen mich!~Die
508 1 | Aufzug I~ ~Der innere Hof, begrenzt von der Rückseite
509 1 | verschwinden und nur aus dem Innern des Hauses fällt ein schwacher~
510 1 | eigenes Genick,~ wenn dich der Jäger abgefangen hat!~ Ich hör
511 1 | auf~Klytämnestra öffnet jäh die Augen, zitternd vor
512 1 | hab' nicht die Kraft zu jäten!~ Warum geschieht mir das,
513 1 | Opfertier im Schlaf! Er jagt dich auf,~ schreiend entfliehst
514 1 | ein finstrer Schlund~ von Jahren -- diese Zeit ist dir gegeben~
515 1 | fällt~Licht herein.~ und jauchzen, tausend Fackeln~ sind angezündet.
516 1 | wer dann noch lebt,~ der jauchzt und kann sich seines Lebens
517 1 | Du windest dich durch jeden Spalt, du hebst dich~ durch'
518 1 | wachsender Lärm, der sich jedoch, wenn Elektra beginnt, mehr~
519 1 | mir Antwort.~ Vom Hause jemand? oder muss ein Fremder~
520 1 | Nun, meine Mutter~ und jenes andre Weib, die Memme, ei,~
521 1 | Agamemnon!~Chrysothemis die jüngere Schwester, steht in der
522 1 | schlagen sehn?~V. Magd ganz jung, mit zitternder erregter
523 1 | sollst du mir tauchen wie der junge Schwan~ und deinen Kopf
524 1 | ich den Flaum auf deinen jungen Armen.~ Du bist voller Kraft,
525 1 | eine sag!~ ein Kind? ein jungfäuliches Weib? ein Weib,~ das schon
526 1 | du bist! dich haben~ die jungfräulichen Nächte stark gemacht.~ Überall
527 1 | wie das gefangene Tier~im Käfig.~steht plötzlich still~
528 1 | Aegisth! Zurück in unsre Kammern! schnell!~ Aegisth kommt
529 1 | Elektra auf der Schwelle kauernd:~ Ob ich nicht höre? ob
530 1 | Tag und Nacht, mir ist die Kehle~ wie zugeschnürt, ich kann
531 1 | wird das Blut~ aus hundert Kehlen stürzen auf dein Grab!~
532 1 | von Tieren, ein~gedämpftes Keifen, ein schnell ersticktes
533 1 | vergessen, lang und lang. Sie kennt mich gut.~ Doch weiss man
534 1 | uns ja heraus aus diesem Kerker, Schwester!~ Ich will heraus!
535 1 | die angeschmiedet sind an Kerkermauern,~ die auf dem Grund von
536 1 | Freien, wirst du's an der Kette sagen.~ Sagst du nicht satt,
537 1 | Spiegel, fühlt ich~ es mit keuschem Schauer.~ Ich fühlt' es,
538 1 | wenn sie uns mit unsern Kindern sieht,~ so schreit sie:
539 1 | Aegisth erscheint an einem kleinen Fenster, reisst den Vorhang~
540 1 | Augenlider fallen zu~ Das klingt mir so bekannt. Und nur
541 1 | grell erleuchteten Fenstern klirrt und schlürft ein hastiger~
542 1 | Kind da drunten~ in den Klüften des Grausens lungert,~ dass
543 1 | eine Mänade. Sie wirft die Kniee,~sie reckt die Arme aus,
544 1 | diesem Haus!~Elektra an den Knieen der Chrysothemis:~ Dein
545 1 | sich mir das Mark~ in den Knochen löst, und taumle wieder
546 1 | sträubst,~ ziehst du den Knoten nur noch fester, ranken~
547 1 | werden sagen: einem grossen König~ wird hier ein grosses Prunkfest
548 1 | die um sein hohes Grab~ so königliche Siegestänze tanzen!~ Agamemnon!
549 1 | einem Bette,~ in deinem königlichen Bette schläft.~ Sie schlugen
550 1 | mit ihren Blicken töten könnte!~ O Götter, warum liegt
551 1 | Strahl des Mondes~ in meines Körpers weisser Nacktheit badete~
552 1 | geträumt.~Der Lärm von vielen Kommenden drinnen, allmählich näher~
553 1 | lungert so vor einer Tür?~ Ah, konnt' mir's denken! Heda, Stallung!
554 1 | furchtbare Anstrengung zu kosten, sie~offen zu halten.~Elektra
555 1 | nicht schmatzen~ nach meiner Krämpfe Schaum."~IV. Magd~ "Geht
556 1 | reckte ihre Finger~ wie Krallen gegen uns und schrie: "Ich
557 1 | doch:~ seh' ich wie eine Kranke? Kann man denn~ vergehn,
558 1 | mag, einlassen, wie~ die Kranken tun, wenn sie der kühlen
559 1 | sie's schon erzählt, im Kreise standen alle~ um sie herum
560 1 | ganze Haus ist auf. Sie kreissen oder~ sie morden. Wenn es
561 1 | So wie aus umgeworfnen Krügen wird's~ aus den gebunden
562 1 | deine Arme fühlen:~ wie kühl und stark sie sind! Wie
563 1 | herab.~ Ich spüre durch die Kühle deiner Haut~ das warme Blut
564 1 | ich lieg' vor dir, ich küsse deine Füsse!~Chrysothemis
565 1 | wirft sich vor Orest nieder, küsst seine~Füsse, die andern
566 1 | oder meinetwegen~ auch eine Kuh, nur rasch!~Ein alter Diener~
567 1 | empor, so hoch! damit~ sein Lächeln hoch von oben in die tiefsten~
568 1 | Katze.~III. Magd~ Neulich lag sie~ da und stöhnte --~I.
569 1 | war schön: wenn ich die Lampe~ ausblies vor meinem Spiegel,
570 1 | Gestorben~ dort in fremdem Land. Von seinen Pferden~ erschlagen
571 1 | Dämonen~ gesehen hast mit langen spitzen Schnäbeln,~ die
572 1 | weib?~Chrysothemis kommt, laufend, zur Hoftür herein, laut
573 1 | sieht sich von Neuem um und lauscht. Elektra gräbt wieder.~Orest
574 1 | nach dem Tod, und dabei leb' ich~ und bin nicht einmal
575 1 | wer ausser Haus ist.~ Ich lebe hier und bin die Herrin.
576 1 | Kann man denn~ vergehn, lebend, wie ein faules Aas?~ kann
577 1 | schwarzer Leichnam unter Lebenden,~Chrysothemis~ Es fängt
578 1 | gelähmt sein, warum~ bin ich lebendigen Leibes wie ein wüstes~ Gefild
579 1 | angeschwollen~ und meine Leber krank ist, und winselst~
580 1 | mit Erde vollgefropft.~ Du lebst, und er, der besser war
581 1 | tausendmal~ so wichtig, dass er lebte. er ist hin!~Orest~ Lass
582 1 | Hunde,~ die dir die Füsse leckten, die mit dir gejagt, denen
583 1 | komm ich hin, so stiert ein leeres Zimmer~ mich an. Ich habe
584 1 | bleibt kein Tropfen Blut am Leibe haften:~ schnell schlüpfst
585 1 | warum~ bin ich lebendigen Leibes wie ein wüstes~ Gefild und
586 1 | mit worten blos, nein, mit leibhaftigen Zeichen,~ an denen auch
587 1 | scharrst~ nach einer alten Leiche!"~II. Magd~ Und was sagte~
588 1 | Wie schlank und biegsam leicht umschling ich sie deine
589 1 | störte, will nun endlich lernen, mich~ im rechten Augenblick
590 1 | Seele fällt~ und dort das letzte, eisig Grässliche~ vor dieser
591 1 | du,~ dass ich voran dir leuchte?~Aegisth etwas zaudernd~
592 1 | Orest~ Nein!~Elektra~ Er leugnet's ab.~ Er bläst auf mich
593 1 | Die Dienerinnen mit den Lichtern,~wie gejagt, hinter ihr
594 1 | starren von Ringen. Die Lider ihrer Augen scheinen übermässig
595 1 | ein Weiberschicksal.~ Viel lieber tot als leben und nicht
596 1 | über die vor~der Schwelle Liegende hinweg:~ Platz da! wer lungert
597 1 | steh' ich~ vor dir, und nun liest du mit starrem Aug'~ das
598 1 | nichts andres denken,~ als Linderung zu schaffen.~ Lasst mich
599 1 | tot!~Elektra bewegt die Lippen.~Chrysothemis~ Ich kam hinaus,
600 1 | Gesicht,~ o bleib bei mir! Lös nicht~ in Luft dich auf,
601 1 | das Mark~ in den Knochen löst, und taumle wieder auf,~
602 1 | das ist wahr und das ist Lüge.~ Was die Wahrheit ist,
603 1 | ist als sie. Sie liegt~ in Lumpen auf der Schwelle, aber niemand,~
604 1 | Gewandes.~Elektra kaum ihrer mächtig:~ Wer bist du denn? Ich
605 1 | Elektra hält sie am Gewand:~ Mädchen, sträub' dich nicht!~ es
606 1 | wichtig genug, um eine eurer Mähren~im Abgehen~ zu Tod zu reiten.~
607 1 | zurückgeworfen wie eine Mänade. Sie wirft die Kniee,~sie
608 1 | Luft,~ von wo es kommen mag, einlassen, wie~ die Kranken
609 1 | dein und mein Gesicht~ sein Mal und draussen geht die Sonne
610 1 | morden. Wenn es an Leichen mangelt,~ drauf zu schlafen, müssen
611 1 | das schon erkannt vom Manne?~Elektra~ Ja! erkannt!~
612 1 | träume! dass sich mir das Mark~ in den Knochen löst, und
613 1 | wir dich fort, bis eine Mauer~ Alles sperrt, und dort --
614 1 | wie ein Schatten, dort~ im Mauerwinkel zeig dich deinem Kind!~
615 1 | hörst du?~ ein Gaul, ein Maultier, oder meinetwegen~ auch
616 1 | Gaul, ein Maultier, oder meinetwegen~ auch eine Kuh, nur rasch!~
617 1 | dem Vater opfern müssen. Meinst du,~ wenn ich an meinem
618 1 | und jenes andre Weib, die Memme, ei,~ Aegisth, der tapfre
619 1 | für dich und mich und alle Menschen an.~Elektra~ und diese Stunde
620 1 | einem Boten. Nichts -- Mit Messern~ gräbt Tag um Tag in dein
621 1 | ei,~ Aegisth, der tapfre Meuchelmörder, er,~ der Heldentaten nur
622 1 | wie der Silberdunst, der milchige des Monds,~ um jedes Weib
623 1 | Schleppträgerin flüstern miteinander~Elektra nähert sich langsam
624 1 | Geschöpf!~Chrysothemis~ Hab Mitleid mit der selber und mit mir!~
625 1 | drücken wir dich hin.~ Du möchtest schreien, doch die Luft
626 1 | wird's~ aus den gebunden Mördern fliessen,~ und in einem
627 1 | Turm, wo du von Sonn' und Mond~ das Licht nicht sehen wirst.~
628 1 | wie der dünne Strahl des Mondes~ in meines Körpers weisser
629 1 | Wasser~ das ewige Blut des Mordes von der Diele~ abspülen --~
630 1 | ist noch nicht der fahle Morgen, nein,~ immer noch die Fackel
631 1 | Kleid,~ zefressen von den Motten? Und dann schlaf' ich~ und
632 1 | sind schwer von Segen, mühn sich zum Brunnen~ heben
633 1 | Bissen hinwarfst, darum müss ihr Blut~ hinab, um dir
634 1 | jeder!~Klytämnestra~ Und müsst' ich jedes Tier, das kriecht
635 1 | nicht höre? ob ich die~ Musik nicht höre? sie kommt doch
636 1 | allzuhellen Laut~ der Lust. So musste er denn sterben.~Elektra~
637 1 | wie es Scheiternden zu Mute ist,~ wenn ihr vergebliches
638 per| Schauplatz der Handlung: Mykene~ ~ ******** ******** ******** ********~
639 1 | Tritte, deren uferlose~ Myriaden Tritte überall die Erde~
640 1 | fliesst über uns wie Öl und Myrrhen.~ Liebe ist Alles! Wer kann
641 1 | Aegisth.~ Und wenn ich nachts euch wekke, redet ihr~ nicht
642 1 | von Sinnen hälst du~ den Nacken hin, fühlst schon die Schärfe
643 1 | wenn auf einmal auf dem nackten Schoss~ dir ein Lebendiges
644 1 | in meines Körpers weisser Nacktheit badete~ so wie in einem
645 1 | durch freche unbescheidne Näh'~ dich störte, will nun
646 1 | unbekanntes~ Gesicht mir in die Nähe kommt!~Erkennt sie, zornig.~
647 1 | flüstern miteinander~Elektra nähert sich langsam Klytämnestra~
648 1 | dampfte von deinem Blut, da nahm er dich,~ der Feige, bei
649 1 | die Arme aus, es ist ein namenloser Tanz, in welchem sie nach~
650 1 | vor uns und Hündinnen uns nannte.~I. Magd~ Was?~ Sie sagte:
651 1 | zu heilen,~ ist nur ein Narr. Ich finde mir heraus,~
652 1 | sein~ als das weissglüh'nde Gesicht des Monds.~Chrysothemis~
653 1 | letzten Thule in blutroten Nebel:~ ich will nicht länger
654 1 | wüstes~ Gefild und diese Nessel wächst aus mir~ heraus,
655 1 | du nicht auf die Jagd mit Netz und mit Beil.~Klytämnestra~
656 1 | Elektra sieht sich von Neuem um und lauscht. Elektra
657 1 | Aegisth~ Nun, dich geht die Neuigkeit~ ja doch vor allen an. Wo
658 1 | wilde Katze.~III. Magd~ Neulich lag sie~ da und stöhnte --~
659 | nieder
660 1 | ersticktes Aufschreien, das Niedersausen einer Peitsche,~ein Aufraffen,
661 1 | Ich will~ vor ihr mich niederwerfen und die Füsse~ ihr küssen.
662 1 | Stösst sie in die offene niedrige Tür links vorne~V. Magd
663 1 | Rückseite des Palastes und niedrigen ~Gebäuden, in denen die
664 1 | Schwester sein,~ so wie ich niemals deine Schwester war!~ Getreu
665 1 | Tür.~ Was tanzest du? Gib Obacht.~Elektra indem sie ihn,
666 | oben
667 1 | Liebe fliesst über uns wie Öl und Myrrhen.~ Liebe ist
668 1 | Hinein!~Stösst sie in die offene niedrige Tür links vorne~
669 1 | Kammer drei Bewaffnete~ mit offenen Augen sitzen. Und aus dir~
670 1 | dein Auge,~ das starre, offne, sah herein ins Haus.~ So
671 1 | und Nacht,~ wenn ich mit offnen Augen lieg', ein Etwas~
672 1 | speist sich~ aus des Hauptes offner Wunde.~ Agamemnon! Vater!~
673 1 | Herr. Und ich,~ die so oft durch freche unbescheidne
674 1 | Haus!~I. Magd schreit auf:~ Oh!~II. Magd, III. Magd, 6
675 1 | Sie schleppen Tiere~ und Opfermesser. Schwester, wenn sie zittert,~
676 1 | Schauder~ hab' ich dem Vater opfern müssen. Meinst du,~ wenn
677 1 | heben:~ Wer schlachtet~ ein Opfertier im Schlaf! Er jagt dich
678 1 | ich.~ Den Namen sag des Opfertiers.~Elektra~ Ein Weib.~Klytämnestra
679 1 | hab' nicht Zeit. Hör zu.~ Orestes lebt.~Elektra wirft sich
680 1 | und wo?~Elektra~ An jedem Ort, zu jeder Stunde~ des Tags
681 1 | Lass mich!~Flüchtet ein paar Schritte~Elektra wild ihr
682 1 | begrenzt von der Rückseite des Palastes und niedrigen ~Gebäuden,
683 1 | dein Grab:~in begeistertem Pathos~ und über Leichen hin werd'
684 1 | das Niedersausen einer Peitsche,~ein Aufraffen, ein Weitertaumeln.~
685 1 | Elektra~ Die sind's, die in Person~ dir aufzuwarten wünschen,
686 per| Personen~ ~Klytämnestra~Elektra }
687 1 | wir kamen ihr~ zu nah. Da pfauchte sie wie eine katze~ uns
688 1 | erschlugen seine eignen Pferde.~ Ich war so alt wie er
689 1 | fremdem Land. Von seinen Pferden~ erschlagen und geschleift.~
690 1 | Haus!~ Gepresster Atem, pfui! und Röcheln von Erwürgten,~
691 1 | Eiterndes der kühlen Luft~ preisgeben abends, und nichts andres
692 1 | Bräutigam.~ So bin ich eine Prophetin immerfort gewesen~ und habe
693 1 | König~ wird hier ein grosses Prunkfest angestellt~ von seinem Fleisch
694 1 | ein königlicher Reif~ von Purpur ist um deine Stirn, der
695 1 | alles dies vollbracht und Purpur-~ gezelte aufgerichtet sind,
696 1 | wieder und aus ihnen selber~ quillt süsser Trank und säugend
697 1 | Klytämnestra~ Gib mir nicht Rätsel auf.~ Elektra, hör mich
698 1 | Knoten nur noch fester, ranken~ will ich mich rings um
699 1 | im Bade tot, dein Blut~ rann über deine Augen, und das
700 1 | Diese scheint erst nicht recht zu~verstehen. Allmählich
701 1 | endlich lernen, mich~ im rechten Augenblick zurückzuziehen.~
702 1 | schoss~ grässliche Blicke, reckte ihre Finger~ wie Krallen
703 1 | herum.~Orest~ Wenn du dich regst,~ verrätst du ihn.~Elektra~
704 1 | offen, und ein königlicher Reif~ von Purpur ist um deine
705 1 | bist wie eine Frucht an der Reife Tag.~Chrysothemis~ Lass
706 1 | die Arme sind voll von Reifen, ihre Finger~starren von
707 1 | alle warten,~ weil ich den Reigen führen muss, und ich~ kann
708 1 | dem blutigen Gewand~ mit reinem Leib ins hochzeitliche Hemd.~
709 1 | um zu zürnen!~ Aus deinem reinen starken Mund muss furchtbar~
710 1 | an einem kleinen Fenster, reisst den Vorhang~weg, schreiend:~
711 1 | Mähren~im Abgehen~ zu Tod zu reiten.~Ein alter Diener auch der
712 1 | unversehrt~ wie ich.~Elektra~ So rett ihn doch! bevor sie ihn~
713 1 | offen zu halten.~Elektra richtet sich hoch auf~Klytämnestra
714 1 | Bräuche.~ Es muss für alles richtige Bräuche geben.~ Darum bin
715 1 | treppauf, treppab, mir ist, als rief' es mich,~ und komm ich
716 1 | sie unter Schloss und Riegel.~IV. Magd~ Sind sie dir~
717 1 | ihre Finger~starren von Ringen. Die Lider ihrer Augen scheinen
718 1 | dein eignes Herz~ an deinen Rippen schlagen: diese Zeit~ --
719 1 | Gepresster Atem, pfui! und Röcheln von Erwürgten,~ nichts andres
720 1 | wir schlachten dir~ die Rosse, die im Hause sind, wir
721 1 | voll von Licht wird und~rotgelber Schein um die Mauern flutet.
722 1 | steht in der Tür, mit dem Rücken an die Tür gepresst.~Chrysothemis~
723 1 | gegen Träume?~Elektra näher rückend~ Träumst du, Mutter?~Klytämnestra~
724 1 | innere Hof, begrenzt von der Rückseite des Palastes und niedrigen ~
725 1 | aus dem sich ab und zu die Rufe des~Chors: "Orest" bestimmter
726 1 | hier warten,~ bis sie mich rufen~Elektra~ Die da drinnen?~
727 1 | kümmert's dich!~ Lass mich in Ruh!~Orest~ Ich muss hier warten.~
728 1 | Balsam, drauf die Seele ruhen kann,~ die eine Wunde ist,
729 1 | Ganz bis an den Hals sich sättigend mit~wilder Freude, streckt
730 1 | quillt süsser Trank und säugend hängt ein Leben~ an ihnen,
731 1 | Auge,~ das starre, offne, sah herein ins Haus.~ So kommst
732 1 | Ich fürchte mich.~Orest sanft:~ Die Hunde auf dem Hof
733 1 | abstreifen und das Fächeln sanfter Luft,~ von wo es kommen
734 1 | Kette sagen.~ Sagst du nicht satt, so sagst du's hungernd.
735 1 | andern Orests Hände und den Saum seines Gewandes.~Elektra
736 1 | selbst-~ gedrehten Schlinge, sausend fällt das Beil,~ und ich
737 1 | hat!~ ~Stimmen hinter der Scene im Hause~ Orest! Orest!
738 1 | umarmen!~ Tritt weg, ich schäme mich vor dir. Ich weiss
739 1 | das Bett! nach links, da schäumt das Bad~ wie Blut! das Dunkel
740 1 | heult,~ dass alle Wände schallen.~Elektra kommt aus der schon
741 1 | kommen Chrysothemis und eine Schar Dienerinnen ~heraus.~Elektra
742 1 | erscheint noch bleicher über dem scharlachroten Gewand. Sie stützt~sich
743 1 | Aasgeruch dich hält und scharrst~ nach einer alten Leiche!"~
744 1 | feige! Was du jetzt~ an Schaudern überwindest, wird vergolten~
745 1 | armes Kind. Ich weiss, es schaudert dich~ vor mir. Und war doch
746 1 | fühlt ich~ es mit keuschem Schauer.~ Ich fühlt' es, wie der
747 1 | schmatzen~ nach meiner Krämpfe Schaum."~IV. Magd~ "Geht ab, verkriecht
748 per| Dienerinnen und Diener~ ~ ~Schauplatz der Handlung: Mykene~ ~ ******** ******** ******** ********~
749 1 | Flüche und Verzweiflung.~ Was schaust du ängstlich um dich? sprich
750 1 | Ringen. Die Lider ihrer Augen scheinen übermässig gross~und es
751 1 | gegeben~ zu ahnen, wie es Scheiternden zu Mute ist,~ wenn ihr vergebliches
752 1 | erhängt am Halse,~ in einer Scheuer Dunkel hängen sehn~ um dessen
753 1 | Elektra~ Du lügst!~ Du schicktest Gold, damit sie ihn erwürgen.~
754 1 | weiss man nie, was sie im Schilde führt.~Die Vertraute und
755 1 | Gesichter verwandelt, allen~ schimmern die Augen und die alten
756 1 | von dem Bette heben:~ Wer schlachtet~ ein Opfertier im Schlaf!
757 1 | bluten muss, damit ich wieder schlafe.~Elektra mit einem Sprung
758 1 | Wär nicht dein Hass,~ dein schlafloses, unbändiges Gemüt,~ vor
759 1 | Lebens, doch er hält~ den Schlag zurück: die Bräuche sind
760 1 | Gesicht einer aufgerichteten Schlange gleichend, trägt~ihr die
761 1 | Es heisst, sie gaben~ ihm schlechte Wohnung und Tiere~ des Hofes
762 1 | Mach keine Türen auf! Schleich nicht herum.~ Sitz an der
763 1 | bevor er dich, die durch die Schleier glüht~ wie eine Fakkel,
764 1 | Kopf voraus,~ die Beine schleifend hinterher: dein Auge,~ das
765 1 | gleichend, trägt~ihr die Schleppe. Die Königin ist über und
766 1 | Muss ich dich~ noch sehn? Schleppst du dich hierher~ in meinen
767 1 | ist ein gebundnes Opfer. Schliefen~ sie nicht zusamm', könnt'
768 1 | in der selbst-~ gedrehten Schlinge, sausend fällt das Beil,~
769 1 | bei Gott! --~ sie unter Schloss und Riegel.~IV. Magd~ Sind
770 1 | am Leibe haften:~ schnell schlüpfst du aus dem blutigen Gewand~
771 1 | erleuchteten Fenstern klirrt und schlürft ein hastiger~Zug vorüber:
772 1 | auf meinen Wunden!"~ und schlug nach uns mit einem Strohwisch.~
773 1 | königlichen Bette schläft.~ Sie schlugen dich im Bade tot, dein Blut~
774 1 | vor dir wie ein finstrer Schlund~ von Jahren -- diese Zeit
775 1 | zurück wie ein Tier in seinen~Schlupfwinkel, den einen Arm vor dem Gesicht.~
776 1 | der Qual. Ihr sollt nicht schmatzen~ nach meiner Krämpfe Schaum."~
777 1 | kein Wort, es ist~ kein Schmerz, es drückt mich nicht, es
778 1 | Eisenklammern~ mich an den Boden schmiedet. Wärst nicht du,~ sie liessen
779 1 | Grässliche~ vor dieser Sonne schmilzt und du's in hellen~ Tränen
780 1 | hast mit langen spitzen Schnäbeln,~ die mir das Blut aussagen?
781 1 | ihm, sie tauschen einen schnellen Blick. Die Tür schliesst
782 1 | geschenktes~ Traumbild, schöner als alle Träume.~ Hehres,
783 1 | wehr' dir die Fliegen, schöpfe kühles Wasser,~ und wenn
784 1 | sie zittert,~ ist sie am schrecklichsten, geh ihr nur heut,~ nur
785 1 | wir dich hin.~ Du möchtest schreien, doch die Luft erwürgt~
786 1 | wie jetzt kannst du nicht schrein!~ da steh' ich~ vor dir,
787 1 | nicht jede etwas andres? Schreist nicht du,~ dass meine Augenlider
788 1 | keiner~ von allen diesen Schuften? Kann das Volk~ mir keine
789 1 | Innern des Hauses fällt ein schwacher~Schein durch den Flur auf
790 1 | fürchtet sich~ vor einem Schwachsinnigen.~Elektra~ Wie?~Klytämnestra~
791 1 | Chrysothemis~ Die über schwänglich guten Götter sind's,~ die
792 1 | vergebliches Geschrei die Schwärze~ der Wolken und des Tods
793 1 | fliessen,~ und in einem Schwall, in einem~ geschwollnen
794 1 | mir tauchen wie der junge Schwan~ und deinen Kopf an meiner
795 1 | von der letzten Helle sich schwarz abhebend.~Er tritt herein.
796 1 | Gestalt, mit zurückgekämmtem schwarzem Haar, einer Egypterin ähnlich,~
797 1 | gut!~Elektra~ Ich war ein schwarzer Leichnam unter Lebenden,~
798 1 | und die Fakkeln werfen~ schwarzrote Todesnetze über dich --~
799 1 | wir, dem ziemt nur eins:~ schweigen und tanzen!~Sie tut noch
800 1 | noch nicht erfüllt.~ alles schweigt, du hörst dein eignes Herz~
801 1 | schlank gekannt hab',~ sind schwer von Segen, mühn sich zum
802 1 | Klytämnestra Klytämnestras schwere Augenlider fallen zu~ Das
803 1 | dahin wie die Schärfe des Schwerts~ durch uns, die Götter,~
804 1 | schliesst einen Augenblick, schwindelnd, die Augen, der Pfleger
805 1 | ich es. Nun müssen wir es schwingen.~Chrysothemis~ Du? diese
806 1 | Elektra fasst sie wieder:~ Schwör', du kommst~ heut Nacht,
807 1 | gekannt hab',~ sind schwer von Segen, mühn sich zum Brunnen~
808 1 | ist so viel Kraft in dir! Sehnen~ hast du wie ein Füllen.
809 1 | Aug' da starrt mich an und seins ist Gallert.~ Dein Mund
810 1 | ist dir die Seele in der selbst-~ gedrehten Schlinge, sausend
811 1 | kommst: dann sterb ich~ seliger als ich gelebt. Orest! Orest!
812 1 | Haus.~ So kommst du wieder, setzest Fuss vor Fuss~ und stehst
813 1 | nicht hart genug mit ihr? Setzt man ihr nicht~ den Napf
814 1 | mich freute, drangen~ seine Seufzer, drang nicht sein Stöhnen~
815 1 | es wohnt in jedem~ ganz sicher eine Kraft. Man muss nur
816 1 | hohes Grab~ so königliche Siegestänze tanzen!~ Agamemnon! Agamemnon!~
817 1 | Ich kann nicht!~Elektra~ Sieh,~ ich lieg' vor dir, ich
818 1 | bin nicht einmal krank; du siehst mich doch:~ seh' ich wie
819 1 | die Scham,~ die wie der Silberdunst, der milchige des Monds,~
820 1 | krank ist?~ zerfallen wachen Sinnes, wie ein Kleid,~ zefressen
821 1 | kühlen Luft,~ am Teiche sitzend, abends ihre Beulen~ und
822 1 | ich diene dir~ wie deine Sklavin. Wenn du liegst in Weh'n,~
823 1 | jeder Dämon lässt von uns, sobald~ das rechte Blut geflossen
824 1 | Zimmer~ mich an. Ich habe soche Angst, mir zittern~ die
825 1 | glotzt er! Rasch, für mich!~ Sofort! für mich! Trab, trab! Weil
826 1 | Magd~ Dass die Königin~ solch einen Dämon frei in Haus
827 1 | Chrysothemis~ Wir, wir beide sollen hingehn? Wir? wir zwei?~
828 1 | zu Haus'.~ Und sie, was sollte sie mit dir?~Orest~ Ich
829 1 | Gold und wieder Gold, sie sollten ihn~ gut halten als ein
830 1 | in einen Turm, wo du von Sonn' und Mond~ das Licht nicht
831 | sonst
832 1 | Dafür lass~ du mich nur sorgen.~Elektra~ Das Beil! das
833 1 | windest dich durch jeden Spalt, du hebst dich~ durch's
834 1 | fuhr das Beil hinab und spaltete~ sein Fleisch. Was willst
835 1 | ist um deine Stirn, der speist sich~ aus des Hauptes offner
836 1 | fort, bis eine Mauer~ Alles sperrt, und dort -- im tiefsten
837 1 | Lampe~ ausblies vor meinem Spiegel, fühlt ich~ es mit keuschem
838 1 | gesehen hast mit langen spitzen Schnäbeln,~ die mir das
839 1 | noch Bruder,~ bin ich der Spott der Buben!~Orest~ Elektra!
840 1 | dich --~Klytämnestra, von sprachlosem Grauen geschüttelt.~ Hinab
841 1 | so isst du auch," da sprang sie auf und schoss~ grässliche
842 1 | Elektra~ Schweig still. Zu sprechen ist nichts.~ Nichts gibt
843 1 | Elektra!~I., II. Magd~ Warum spricht sie denn nicht?~Chrysothemis~
844 1 | willst du~ in eine Höhle, spring ich dich von seitwärts~
845 1 | schlafe.~Elektra mit einem Sprung aus dem Dunkel auf sie zu,
846 1 | hindurch, mit meiner Wange~ spür ich den Flaum auf deinen
847 1 | starken Schultern~ herab.~ Ich spüre durch die Kühle deiner Haut~
848 1 | aussagen? zeigst du nicht~ die Spuren mir an meinem Fleisch, und
849 1 | Edelsteinen geschmückten Stab. Eine gelbe~Gestalt, mit
850 1 | denen~ mich halte, die die Stärkern sind. Erlaubst du,~ dass
851 1 | der Hoftür:~ Was soll's im Stall?~Ein junger Diener~ Gesattelt~
852 1 | konnt' mir's denken! Heda, Stallung! he!~Ein alter Diener finsteren
853 1 | Vertraute~ Dass auch du~ vom Stamm der Götter bist.~Die Schleppträgerin
854 1 | Klytämnestra~ Es heisst,~ er stammelt, liegt im Hofe bei den Hunden~
855 1 | Immer sitzen wir auf der Stange~ wie angehängte Vögel, wenden
856 1 | Blut zu denen sein,~ die starben, Agamemnon und Orest.~Elektra~
857 1 | steht in der Hoftür, ein starker Greis mit blitzenden ~Augen.~
858 1 | hinterher: dein Auge,~ das starre, offne, sah herein ins Haus.~
859 1 | dir, und nun liest du mit starrem Aug'~ das ungeheure Wort,
860 1 | Elektra!~Elektra bleibt stehen, sieht starr auf sie hin:~
861 1 | auf.~Aegisth an der Tür stehend bleibend:~ He! Lichter!
862 1 | setzest Fuss vor Fuss~ und stehst auf einmal da, die beiden
863 1 | kann~Chrysothemis angstvoll steigernd~ Was für ein Werk?~Elektra~
864 1 | nicht einmal weinen,~ wie Stein ist Alles! Schwester, hab
865 1 | bin ich so~ behängt mit Steinen. Denn es wohnt in jedem~
866 1 | dass sie dich nicht sieht.~ Stell dich ihr heut' nicht in
867 1 | Tod hier schlafen! Eh ich sterbe,~ will ich auch leben! Kinder
868 1 | Tag wird kommen! Von den Sternen~ stürzt alle Zeit herab,
869 1 | herbei?~Elektra zu Boden stierend, wie abwesend:~ Ja, ja,
870 1 | und komm ich hin, so stiert ein leeres Zimmer~ mich
871 1 | ihren Napf von unserm Tische stiess,~ als man mit uns sie essen
872 1 | Orest, der es getan hat!~ ~Stimmen hinter der Scene im Hause~
873 1 | Orest!~Getümmel im Hause, Stimmengewirr, aus dem sich ab und zu
874 1 | von Purpur ist um deine Stirn, der speist sich~ aus des
875 1 | Seufzer, drang nicht sein Stöhnen~ an mein Bette? Eifersüchtig
876 1 | tief steht,~ liegt sie und stöhnt.~III. Magd~ Da gingen wir
877 1 | Neulich lag sie~ da und stöhnte --~I. Magd~ Immer, wenn
878 1 | ich dich heut einmal nicht störrisch finde.~Elektra~ Lässt du
879 1 | unbescheidne Näh'~ dich störte, will nun endlich lernen,
880 1 | kommt eilig aus dem Haus, stolpert über die vor~der Schwelle
881 1 | sie am Gewand:~ Mädchen, sträub' dich nicht!~ es bleibt
882 1 | deinen Leib, wie du dich sträubst,~ ziehst du den Knoten nur
883 1 | fühlt' es, wie der dünne Strahl des Mondes~ in meines Körpers
884 1 | selbst Wunden, und doch strahlen alle, alle~ umarmen sich --~
885 1 | sättigend mit~wilder Freude, streckt Klytämnestra die beiden
886 1 | den Flur auf den Hof und streift hie und da die Gestalten~
887 1 | Spannung. Sie läuft auf einem Strich~vor der Tür hin und her,
888 1 | so viel Kraft in dir! Sie strömt wie kühles~ verhaltnes Wasser
889 1 | schlug nach uns mit einem Strohwisch.~IV. Magd~ Schmeissfliegen,
890 1 | auf und,~auf beide sich stützend, eilig, gierig, an den Stufen
891 1 | scharlachroten Gewand. Sie stützt~sich auf eine Vertraute,
892 1 | kalten Nächten, wenn der Sturm die Hütte~ zusammenschüttelt!~
893 1 | wartet drinnen. Ihre Mägde suchen~ nach dir. Es ist kein Mann
894 1 | III. Magd~ "Ihr sollt das Süsse nicht~ abweiden von der
895 1 | Verstehst du's, Bruder! diese süssen Schauder~ hab' ich dem Vater
896 1 | Esst Fettes, und esst Süsses~ und geht zu Bett mit euren
897 1 | bin ich dir~ von diesem Tage an: ich diene dir~ wie deine
898 1 | Ort, zu jeder Stunde~ des Tags und der Nacht.~Klytämnestra~
899 1 | bedeckt mit Edelsteinen~und Talismanen, die Arme sind voll von
900 1 | zaudernd~ Bis zur Tür.~ Was tanzest du? Gib Obacht.~Elektra
901 1 | Memme, ei,~ Aegisth, der tapfre Meuchelmörder, er,~ der
902 1 | duftige Bad~ sollst du mir tauchen wie der junge Schwan~ und
903 1 | entzwei, so gehst du hin im Taumel, immer~ bist du als wie
904 1 | dem Mund~ mir redest? Was taumelst du so hin~ und her mit deinem
905 1 | in den Knochen löst, und taumle wieder auf,~ und nicht der
906 1 | ist dicht~hinter ihm, sie tauschen einen schnellen Blick. Die
907 1 | Licht herein.~ und jauchzen, tausend Fackeln~ sind angezündet.
908 1 | kommt doch aus mir.~ Die Tausende, die Fackeln tragen~ und
909 1 | sie der kühlen Luft,~ am Teiche sitzend, abends ihre Beulen~
910 1 | auf,~ und nicht der zehnte Teil der Wasseruhr~ ist abgelaufen,
911 1 | die Völker~ des letzten Thule in blutroten Nebel:~ ich
912 1 | Zerren, ein Schleppen von Tieren, ein~gedämpftes Keifen,
913 1 | die ihren Napf von unserm Tische stiess,~ als man mit uns
914 1 | furchtbar wie der Schrei~ der Todesgöttin, wenn man unter dir~ so
915 1 | den Tod und wiehern in die Todesluft~ und sterben, und wir schlachten
916 1 | Fakkeln werfen~ schwarzrote Todesnetze über dich --~Klytämnestra,
917 1 | Schwärze~ der Wolken und des Tods zerfrisst, diese Zeit~ ist
918 1 | furchtbares Warten. Von ferne tönt drinnen,~gellend, der Schrei
919 1 | Liebe?~Elektra~ Ai! Liebe tötet, aber keiner fährt dahin~
920 1 | her!~Elektra von seinen Ton getroffen:~ Wer~ bist denn
921 1 | Diener~ hab ich genug, die Tore zu bewachen,~ und wenn ich
922 1 | überall~ in allen Höfen liegen Tote, alle,~ die leben, sind
923 1 | Eifersüchtig sind~ die Toten: und er schickte mir den
924 1 | aufgerichteten Schlange gleichend, trägt~ihr die Schleppe. Die Königin
925 1 | Klytämnestra~ Wer älter wird, der träumt. Allein es lässt sich~ vertreiben.
926 1 | hier schliesst euch an! Ich trage die Last~ des Glükkes, und
927 1 | ihnen selber~ quillt süsser Trank und säugend hängt ein Leben~
928 1 | du, fremder Mensch? was treibst du dich~ zur dunklen Stunde
929 1 | sie ins Ohr~ dir zischen, trennt dein Denken fort und fort~
930 1 | die andre, ach!~ treppauf, treppab, mir ist, als rief' es mich,~
931 1 | Schwelle auf die andre, ach!~ treppauf, treppab, mir ist, als rief'
932 1 | geschüttelt.~ Hinab die Treppen durch Gewölbe hin,~ Gewölbe
933 1 | schreit auf wie ein Dämon:~ Triff noch einmal!~Von drinnen
934 1 | Höhle lebt~ und isst und trinkt und schläft und ich hier
935 1 | Spannung weicht einem~bösen Triumph. Es kommen immer mehr Dienerinnen
936 1 | Schritte des angespanntesten Triumphes~... Elektra stürzt zusammen.~
937 1 | und mit meinem Haar sie trocknen.~Die Aufseherin~ Hinein
938 1 | dich nicht!~ es bleibt kein Tropfen Blut am Leibe haften:~ schnell
939 1 | einander, Elektra in wilder Trunkenheit, Klytämnestra ~grässlich
940 1 | zischend:~ Sie meint es tückisch.~Klytämnestra Klytämnestras
941 1 | ihren Begleiterinnen in der~Türe~von der Türschwelle aus~
942 1 | an einem~eisernen Ring im Türpfosten. Orest und der Pfleger gehen
943 1 | Sie werfen dich~ in einen Turm, wo du von Sonn' und Mond~
944 | tut
945 1 | Bräuche,~ und sehr genau zu üben.~Klytämnestra~ Rede doch!~
946 1 | Lider ihrer Augen scheinen übermässig gross~und es scheint ihr
947 1 | Was du jetzt~ an Schaudern überwindest, wird vergolten~ mit Wonneschaudern
948 1 | und deren Tritte, deren uferlose~ Myriaden Tritte überall
949 1 | auf dein Grab!~ So wie aus umgeworfnen Krügen wird's~ aus den gebunden
950 1 | einem unheimlichen Tanz, umkreist,~sich plötzlich tief bückend:~
951 1 | Hass,~ dein schlafloses, unbändiges Gemüt,~ vor dem sie zittern,
952 1 | als alle Träume.~ Hehres, unbegreifliches, erhabenes Gesicht,~ o bleib
953 1 | hab' verboten, dass ein unbekanntes~ Gesicht mir in die Nähe
954 1 | die so oft durch freche unbescheidne Näh'~ dich störte, will
955 1 | doch die Luft erwürgt~ den ungebornen Schrei und lässt ihn lautlos~
956 1 | Lasst mich allein mit ihr.~Ungeduldig weist sie mit dem Stock
957 1 | Tier --~Elektra~ Mit einem ungeweihten!~Klytämnestra~ Das drin
958 1 | traurigen Winkel,~ Herold des Unglücks! Kannst du nicht die Botschaft~
959 1 | indem sie ihn, wie in einem unheimlichen Tanz, umkreist,~sich plötzlich
960 1 | zurück:~ Was ist das für ein unheimliches Weib?~ Ich hab' verboten,
961 1 | schreit sie,~ starrt von dem Unrat, dem wir dienstbar sind!~
962 | unser
963 | unserm
964 1 | nicht Mensch und Tier zu unterscheiden.~Elektra~ Das Kind war ganz
965 1 | wo ist er?~Orest~ Er ist unversehrt~ wie ich.~Elektra~ So rett
966 1 | erwürgen.~Orest~ Bei meines Vaters Leichnam! dazu kam ich her!~
967 1 | winkt: Mehr Lichter! Nun verändern sich ihre Züge allmählich
968 1 | deinen Kopf an meiner Brust verbergen~ bevor er dich, die durch
969 1 | Lebens,~ und meine Flamme verbrenn die Finsternis der Welt.~
970 1 | Nichts~ uns und das Werk verderben kann --~Der Pfleger des
971 1 | ihn. Dass dir das Herz~ verdorrt vor Grauen, weil du weisst:
972 1 | dich!~ Mit meinen traurigen verdorrten Armen~ umschling ich deinen
973 1 | Scheiternden zu Mute ist,~ wenn ihr vergebliches Geschrei die Schwärze~ der
974 1 | Und nur als hätt ich's~ vergessen, lang und lang. Sie kennt
975 1 | Schaudern überwindest, wird vergolten~ mit Wonneschaudern Nacht
976 1 | Blut! ich bin das hündisch~ vergossene Blut des Königs Agamemnon!~
977 1 | Sie strömt wie kühles~ verhaltnes Wasser aus dem Fels. Sie
978 1 | Ist mein Gesicht dir so verhasst?~Elektra~ Was willst du?
979 1 | Chrysothemis~ Geh fort, verkriech dich! dass sie dich nicht
980 1 | Schaum."~IV. Magd~ "Geht ab, verkriecht euch,"~ schrie sie uns nach. "
981 1 | abermals zuflüstern und verliert dabei Elektra keinen~Augenblick
982 1 | Orest~ Wenn du dich regst,~ verrätst du ihn.~Elektra~ So ist
983 1 | Tag. Du hast dich schon verraten,~ dass du das rechte Opfer
984 1 | Magd~ Alle~ Türen sind verriegelt.~IV. Magd~ Es sind Mörder!~
985 1 | alter Diener auch der Alte verschwindet.~Elektra vor sich hin, leise
986 1 | will ich mich rings um dich versenken meine Wurzeln~ in dich und
987 1 | Habt ihr gehört? habt ihr~ verstanden, was sie redet?~Die Vertraute~
988 1 | scheint erst nicht recht zu~verstehen. Allmählich kommt sie zu
989 1 | Männer zittern,~ dies Haar, versträhnt, beschmutzt, erniedrigt,~
990 1 | Leben, die Götter droben~ vertragen nicht den allzuhellen Laut~
991 1 | träumt. Allein es lässt sich~ vertreiben. Es gibt Bräuche.~ Es muss
992 1 | allen~ sind die Gesichter verwandelt, allen~ schimmern die Augen
993 1 | Agamemnon und Orest.~Elektra~ Verwandt? ich bin dies Blut! ich
994 1 | ich bin.~Orest~ du musst verwandtes Blut zu denen sein,~ die
995 1 | haben,~ bevor mein Leib verwelkt, und wärs ein Bauer,~ dem
996 1 | liegt ihr so auf mir?~ Warum verwüstet ihr mich so? warum~ muss
997 1 | uns geschehn.~Chrysothemis verwundert fragend~ Elektra?~Elektra~
998 1 | herein, laut heulend wie ein~verwundetes Tier.~Chrysothemis schreiend:~
999 1 | rechts und im Hintergrunde verzogen hat.~die Frauen sind hinausgelaufen,
1000 1 | Chrysothemis wirft sich verzweifelt auf den Boden.~Elektra Chrysothemis
1001 1 | meinem Leib als Flüche und Verzweiflung.~ Was schaust du ängstlich
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