aas-hunde | hunge-verzw | viele-zwisc
Fettdruck = Main text
Aufzug Grau = Kommentar
1002 1 | hat geträumt.~Der Lärm von vielen Kommenden drinnen, allmählich
1003 1 | alles stark.~ Du könntest vieles sagen, was mir nützt.~ Wenn
1004 | vielleicht
1005 1 | der Stange~ wie angehängte Vögel, wenden links~ und rechts
1006 1 | und schlafen gehn wie die Völker~ des letzten Thule in blutroten
1007 1 | diesen Schuften? Kann das Volk~ mir keine Zucht annehmen!~
1008 1 | wir drei, wenn alles dies vollbracht und Purpur-~ gezelte aufgerichtet
1009 1 | zusamm', könnt' ich's allein vollbringen.~ So aber musst du mit.~
1010 1 | sind bei den Göttern, wir Vollbringenden.~ Sie fahren dahin wie die
1011 1 | deinen jungen Armen.~ Du bist voller Kraft, du bist schön,~ du
1012 1 | Heldentaten nur im Bett vollführt.~ Was haben sie denn vor?~
1013 1 | und seiner ist~ mit Erde vollgefropft.~ Du lebst, und er, der
1014 1 | Erlaubst du,~ dass ich voran dir leuchte?~Aegisth etwas
1015 1 | aus dem Gemach, den Kopf voraus,~ die Beine schleifend hinterher:
1016 1 | Gänge.~ Sie kommen hier vorbei. Sie hat geträumt:~ Sie
1017 1 | schläft niemand in ihrem Vorgemach.~Chrysothemis~ Im schlaf
1018 1 | abheben.~ Komm!~ Er steht im Vorsaal, alle sind um ihn,~ und
1019 1 | schlürft ein hastiger~Zug vorüber: es ist ein Zerren, ein
1020 1 | Tanz, in welchem sie nach~vorwärts schreitet.~Chrysothemis
1021 1 | garnicht krank ist?~ zerfallen wachen Sinnes, wie ein Kleid,~
1022 1 | umarmen sich --~Draussen wachsender Lärm, der sich jedoch, wenn
1023 1 | Gefild und diese Nessel wächst aus mir~ heraus, und ich
1024 1 | Vater heult,~ dass alle Wände schallen.~Elektra kommt
1025 1 | und mit meinem Leib sie wärmen~ in kalten Nächten, wenn
1026 1 | mein Leib verwelkt, und wärs ein Bauer,~ dem sie mich
1027 1 | an den Boden schmiedet. Wärst nicht du,~ sie liessen uns
1028 1 | und das ist Lüge.~ Was die Wahrheit ist, das bringt kein Mensch
1029 1 | wie nicht das Tier des Waldes einsam~ und grässlich lebt
1030 1 | Blut hindurch, mit meiner Wange~ spür ich den Flaum auf
1031 1 | als dass ich endlich klug ward und zu denen~ mich halte,
1032 1 | Magd~ Sie heulte nur und warf sich~ in ihren Winkel.~I.
1033 1 | die Kühle deiner Haut~ das warme Blut hindurch, mit meiner
1034 1 | in fliegender Eile~ Sie wartet drinnen. Ihre Mägde suchen~
1035 1 | unter ihnen.~ ~I. Magd ihr Wassergefäss aufhebend:~ Wo bleibt Elektra?~
1036 1 | nicht der zehnte Teil der Wasseruhr~ ist abgelaufen, und was
1037 1 | hört~ mich niemand?~Er wird weggezerrt.~Noch einmal erscheint Aegisths
1038 1 | von ihr und ihrer Seele weghält,~ Verstehst du's, Bruder!
1039 1 | deinem Bette Tag und Nacht,~ wehr' dir die Fliegen, schöpfe
1040 1 | vor.~Elektra~ Die beiden Weiber?~Chrysothemis~ Wer?~Elektra~
1041 1 | bin~ ein Weib und will ein Weiberschicksal.~ Viel lieber tot als leben
1042 1 | badete~ so wie in einem Weiher, und mein Haar~ war solches
1043 1 | und doch Glieder~ und das Weisse von einem Auge doch, da
1044 1 | muss weisser sein~ als das weissglüh'nde Gesicht des Monds.~Chrysothemis~
1045 1 | allein mit ihr.~Ungeduldig weist sie mit dem Stock die Vertraute
1046 1 | die meinen Schatten~ von weiten nur so werden tanzen sehn,~
1047 | weiter
1048 1 | Peitsche,~ein Aufraffen, ein Weitertaumeln.~Chrysothemis~ Ich will'
1049 1 | Und wenn ich nachts euch wekke, redet ihr~ nicht jede etwas
1050 1 | Und wie das Opfer? und welche Stunde,~ und wo?~Elektra~
1051 1 | zittern diesen Leib.~ Er ahnt welchen Weg ich ihn führe.~Elektra~
1052 | wen
1053 1 | Pathos~ und über Leichen hin werd' ich das Knie~ hochheben
1054 1 | geklemmt~ Ihr alle seid nicht wert,~ die Luft zu atmen, die
1055 1 | frei in Haus und Hof~ sein Wesen treiben lässt.~II. Magd~
1056 1 | aus~ Sie ist heute~ nicht widerlich. Sie redet wie ein Arzt.~
1057 1 | und sie ahnen~ den Tod und wiehern in die Todesluft~ und sterben,
1058 1 | ein paar Schritte~Elektra wild ihr nach, fasst sie am Gewand:~
1059 1 | Magd~ Giftig~ wie eine wilde Katze.~III. Magd~ Neulich
1060 1 | sie deine Hüften sind!~ Du windest dich durch jeden Spalt,
1061 1 | tun wirst.~Chrysothemis windet sich los:~ Lass mich!~Elektra
1062 1 | meine Leber krank ist, und winselst~ nicht du ins andre Ohr,
1063 1 | Aegisth erschrickt vor der wirren Gestalt im zuckenden Licht,~
1064 1 | Elektra~ Drinnen. Eine liebe Wirtin~ fanden sie vor, und sie
1065 1 | Dunkel,~ doch ich seh ihn wohl, ein Schatten, und doch
1066 1 | Gebäuden, in denen die Diener wohnen. Dienerinnen am Ziehbrunnen,
1067 1 | zweiter Schrei.~Aus dem Wohngebäude links kommen Chrysothemis
1068 1 | behängt mit Steinen. Denn es wohnt in jedem~ ganz sicher eine
1069 1 | sie gaben~ ihm schlechte Wohnung und Tiere~ des Hofes zur
1070 1 | Geschrei die Schwärze~ der Wolken und des Tods zerfrisst,
1071 1 | nützen kann. Wenn du nur wolltest,~ du könntest etwas sagen,
1072 | womit
1073 1 | überwindest, wird vergolten~ mit Wonneschaudern Nacht für Nacht --~Chrysothemis~
1074 1 | sie melden's nicht~ mit worten blos, nein, mit leibhaftigen
1075 1 | Kopf! Mir fällt nichts ein. Worüber freut sich~ das weib?~Chrysothemis
1076 | wozu
1077 1 | mir jedes Glied mit seiner Wucht, ich kann mich~ nicht heben!~
1078 1 | Elektra~ Lass mein Kleid, wühl nicht mit deinem Blick daran.~
1079 1 | Sitz an der Tür wie ich und wünsch den Tod~ und das Gericht
1080 1 | Person~ dir aufzuwarten wünschen, Herr. Und ich,~ die so
1081 1 | dass meine Seele~ sich wünscht, erhängt zu sein, und jedes
1082 1 | es drückt mich nicht, es würgt mich nicht,~ nichts ist
1083 1 | länger.~Klytämnestra~ Also wüsstest du, mit welchem~ geweihten
1084 1 | lebendigen Leibes wie ein wüstes~ Gefild und diese Nessel
1085 1 | was für Bräuche?~Elektra~ Wunderbare Bräuche,~ und sehr genau
1086 1 | um dich versenken meine Wurzeln~ in dich und mit meinem
1087 1 | dir leuchte?~Aegisth etwas zaudernd~ Bis zur Tür.~ Was tanzest
1088 1 | Sinnes, wie ein Kleid,~ zefressen von den Motten? Und dann
1089 1 | wieder auf,~ und nicht der zehnte Teil der Wasseruhr~ ist
1090 1 | nein, mit leibhaftigen Zeichen,~ an denen auch kein Zweifel
1091 1 | Schatten, dort~ im Mauerwinkel zeig dich deinem Kind!~ Vater!
1092 1 | die mir das Blut aussagen? zeigst du nicht~ die Spuren mir
1093 1 | der Wolken und des Tods zerfrisst, diese Zeit~ ist dir gegeben,
1094 1 | Zug vorüber: es ist ein Zerren, ein Schleppen von Tieren,
1095 1 | schlachte Opfer~ um Opfer? Zerrt ihr mich mit euren Reden~
1096 1 | Feige, bei den Schultern, zerrte dich~ hinaus aus dem Gemach,
1097 1 | Diener wohnen. Dienerinnen am Ziehbrunnen, links ~vorne. Aufseherinnen
1098 1 | glücklich ist wie wir, dem ziemt nur eins:~ schweigen und
1099 1 | dich. Was sie ins Ohr~ dir zischen, trennt dein Denken fort
1100 1 | bist.~Die Schleppträgerin zischend:~ Sie meint es tückisch.~
1101 1 | V. Magd ganz jung, mit zitternder erregter Stimme:~ Ich will~
1102 1 | Opfermesser. Schwester, wenn sie zittert,~ ist sie am schrecklichsten,
1103 1 | auch von ihm. Ganz ohne Zögern~ muss es geschehn.~Elektra~
1104 1 | Haus. Diese verschwinden zögernd in der Tür. Auch die Fackeln ~
1105 1 | die Augen, zitternd vor Zorn tritt sie ans~Fenster und
1106 1 | Nähe kommt!~Erkennt sie, zornig.~ Was, du?~ Wer heisst dich,
1107 1 | Kann das Volk~ mir keine Zucht annehmen!~Elektra nimmt
1108 1 | vor der wirren Gestalt im zuckenden Licht,~weicht zurück:~ Was
1109 1 | der Tür,~ die grässlich zuckt wie ein Lebendiges~ und
1110 1 | Nun verändern sich ihre Züge allmählich und die Spannung
1111 1 | geblähtem Hals~ und nach mir züngelt! und das lass ich frei~
1112 1 | sich einmal auftut um zu zürnen!~ Aus deinem reinen starken
1113 1 | fährt zusammen und starrt zuerst wie aus einem Traum~erwachend
1114 1 | sich~die Botschaft abermals zuflüstern und verliert dabei Elektra
1115 1 | und schlürft ein hastiger~Zug vorüber: es ist ein Zerren,
1116 1 | mir ist die Kehle~ wie zugeschnürt, ich kann nicht einmal weinen,~
1117 1 | du mir Mund auf Mund es zugeschworen,~ dass du es tun wirst.~
1118 1 | fühlst schon die Schärfe zukken~ bis an den Sitz des Lebens,
1119 1 | Eine gelbe~Gestalt, mit zurückgekämmtem schwarzem Haar, einer Egypterin
1120 1 | die Vertraute. Elektra ist zurückgesprungen,~steht im Dunkel. Die Vertraute
1121 1 | herunter.~Sie hat den Kopf zurückgeworfen wie eine Mänade. Sie wirft
1122 1 | uns in's Haus!~IV. Magd zurückkommend:~ Zurück!~IV. Magd~ Aegisth!
1123 1 | mich~ im rechten Augenblick zurückzuziehen.~Aegisth geht ins Haus.
1124 1 | Opfer. Schliefen~ sie nicht zusamm', könnt' ich's allein vollbringen.~
1125 1 | wenn der Sturm die Hütte~ zusammenschüttelt!~ Hörst du mich an? Sprich
1126 1 | III. Magd~ Da gingen wir zuzweit~ und kamen ihr zu nah --~
1127 1 | Ozean, der ungeheure,~ der zwanzigfache Ozean begräbt~ mir jedes
1128 1 | Zeichen,~ an denen auch kein Zweifel möglich ist.~Aegisth~ Was
1129 1 | melden so, dass nicht~ zu zweifeln ist?~Elektra~ O Herr, sie
1130 1 | einmal!~Von drinnen ein zweiter Schrei.~Aus dem Wohngebäude
1131 | zwischen
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