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Hugo von Hoffmansthal
Elektra

IntraText - Konkordanzen

(Hapax - Wörter, die nur einmal vorkommen)


aas-hunde | hunge-verzw | viele-zwisc

                                                 Fettdruck = Main text
     Aufzug                                      Grau = Kommentar
1002 1 | hat geträumt.~Der Lärm von vielen Kommenden drinnen, allmählich 1003 1 | alles stark.~ Du könntest vieles sagen, was mir nützt.~ Wenn 1004 | vielleicht 1005 1 | der Stange~ wie angehängte Vögel, wenden links~ und rechts 1006 1 | und schlafen gehn wie die Völker~ des letzten Thule in blutroten 1007 1 | diesen Schuften? Kann das Volk~ mir keine Zucht annehmen!~ 1008 1 | wir drei, wenn alles dies vollbracht und Purpur-~ gezelte aufgerichtet 1009 1 | zusamm', könnt' ich's allein vollbringen.~ So aber musst du mit.~ 1010 1 | sind bei den Göttern, wir Vollbringenden.~ Sie fahren dahin wie die 1011 1 | deinen jungen Armen.~ Du bist voller Kraft, du bist schön,~ du 1012 1 | Heldentaten nur im Bett vollführt.~ Was haben sie denn vor?~ 1013 1 | und seiner ist~ mit Erde vollgefropft.~ Du lebst, und er, der 1014 1 | Erlaubst du,~ dass ich voran dir leuchte?~Aegisth etwas 1015 1 | aus dem Gemach, den Kopf voraus,~ die Beine schleifend hinterher: 1016 1 | Gänge.~ Sie kommen hier vorbei. Sie hat geträumt:~ Sie 1017 1 | schläft niemand in ihrem Vorgemach.~Chrysothemis~ Im schlaf 1018 1 | abheben.~ Komm!~ Er steht im Vorsaal, alle sind um ihn,~ und 1019 1 | schlürft ein hastiger~Zug vorüber: es ist ein Zerren, ein 1020 1 | Tanz, in welchem sie nach~vorwärts schreitet.~Chrysothemis 1021 1 | garnicht krank ist?~ zerfallen wachen Sinnes, wie ein Kleid,~ 1022 1 | umarmen sich --~Draussen wachsender Lärm, der sich jedoch, wenn 1023 1 | Gefild und diese Nessel wächst aus mir~ heraus, und ich 1024 1 | Vater heult,~ dass alle Wände schallen.~Elektra kommt 1025 1 | und mit meinem Leib sie wärmen~ in kalten Nächten, wenn 1026 1 | mein Leib verwelkt, und wärs ein Bauer,~ dem sie mich 1027 1 | an den Boden schmiedet. Wärst nicht du,~ sie liessen uns 1028 1 | und das ist Lüge.~ Was die Wahrheit ist, das bringt kein Mensch 1029 1 | wie nicht das Tier des Waldes einsam~ und grässlich lebt 1030 1 | Blut hindurch, mit meiner Wange~ spür ich den Flaum auf 1031 1 | als dass ich endlich klug ward und zu denen~ mich halte, 1032 1 | Magd~ Sie heulte nur und warf sich~ in ihren Winkel.~I. 1033 1 | die Kühle deiner Haut~ das warme Blut hindurch, mit meiner 1034 1 | in fliegender Eile~ Sie wartet drinnen. Ihre Mägde suchen~ 1035 1 | unter ihnen.~ ~I. Magd ihr Wassergefäss aufhebend:~ Wo bleibt Elektra?~ 1036 1 | nicht der zehnte Teil der Wasseruhr~ ist abgelaufen, und was 1037 1 | hört~ mich niemand?~Er wird weggezerrt.~Noch einmal erscheint Aegisths 1038 1 | von ihr und ihrer Seele weghält,~ Verstehst du's, Bruder! 1039 1 | deinem Bette Tag und Nacht,~ wehr' dir die Fliegen, schöpfe 1040 1 | vor.~Elektra~ Die beiden Weiber?~Chrysothemis~ Wer?~Elektra~ 1041 1 | bin~ ein Weib und will ein Weiberschicksal.~ Viel lieber tot als leben 1042 1 | badete~ so wie in einem Weiher, und mein Haar~ war solches 1043 1 | und doch Glieder~ und das Weisse von einem Auge doch, da 1044 1 | muss weisser sein~ als das weissglüh'nde Gesicht des Monds.~Chrysothemis~ 1045 1 | allein mit ihr.~Ungeduldig weist sie mit dem Stock die Vertraute 1046 1 | die meinen Schatten~ von weiten nur so werden tanzen sehn,~ 1047 | weiter 1048 1 | Peitsche,~ein Aufraffen, ein Weitertaumeln.~Chrysothemis~ Ich will' 1049 1 | Und wenn ich nachts euch wekke, redet ihr~ nicht jede etwas 1050 1 | Und wie das Opfer? und welche Stunde,~ und wo?~Elektra~ 1051 1 | zittern diesen Leib.~ Er ahnt welchen Weg ich ihn führe.~Elektra~ 1052 | wen 1053 1 | Pathos~ und über Leichen hin werd' ich das Knie~ hochheben 1054 1 | geklemmt~ Ihr alle seid nicht wert,~ die Luft zu atmen, die 1055 1 | frei in Haus und Hof~ sein Wesen treiben lässt.~II. Magd~ 1056 1 | aus~ Sie ist heute~ nicht widerlich. Sie redet wie ein Arzt.~ 1057 1 | und sie ahnen~ den Tod und wiehern in die Todesluft~ und sterben, 1058 1 | ein paar Schritte~Elektra wild ihr nach, fasst sie am Gewand:~ 1059 1 | Magd~ Giftig~ wie eine wilde Katze.~III. Magd~ Neulich 1060 1 | sie deine Hüften sind!~ Du windest dich durch jeden Spalt, 1061 1 | tun wirst.~Chrysothemis windet sich los:~ Lass mich!~Elektra 1062 1 | meine Leber krank ist, und winselst~ nicht du ins andre Ohr, 1063 1 | Aegisth erschrickt vor der wirren Gestalt im zuckenden Licht,~ 1064 1 | Elektra~ Drinnen. Eine liebe Wirtin~ fanden sie vor, und sie 1065 1 | Dunkel,~ doch ich seh ihn wohl, ein Schatten, und doch 1066 1 | Gebäuden, in denen die Diener wohnen. Dienerinnen am Ziehbrunnen, 1067 1 | zweiter Schrei.~Aus dem Wohngebäude links kommen Chrysothemis 1068 1 | behängt mit Steinen. Denn es wohnt in jedem~ ganz sicher eine 1069 1 | sie gaben~ ihm schlechte Wohnung und Tiere~ des Hofes zur 1070 1 | Geschrei die Schwärze~ der Wolken und des Tods zerfrisst, 1071 1 | nützen kann. Wenn du nur wolltest,~ du könntest etwas sagen, 1072 | womit 1073 1 | überwindest, wird vergolten~ mit Wonneschaudern Nacht für Nacht --~Chrysothemis~ 1074 1 | sie melden's nicht~ mit worten blos, nein, mit leibhaftigen 1075 1 | Kopf! Mir fällt nichts ein. Worüber freut sich~ das weib?~Chrysothemis 1076 | wozu 1077 1 | mir jedes Glied mit seiner Wucht, ich kann mich~ nicht heben!~ 1078 1 | Elektra~ Lass mein Kleid, wühl nicht mit deinem Blick daran.~ 1079 1 | Sitz an der Tür wie ich und wünsch den Tod~ und das Gericht 1080 1 | Person~ dir aufzuwarten wünschen, Herr. Und ich,~ die so 1081 1 | dass meine Seele~ sich wünscht, erhängt zu sein, und jedes 1082 1 | es drückt mich nicht, es würgt mich nicht,~ nichts ist 1083 1 | länger.~Klytämnestra~ Also wüsstest du, mit welchem~ geweihten 1084 1 | lebendigen Leibes wie ein wüstes~ Gefild und diese Nessel 1085 1 | was für Bräuche?~Elektra~ Wunderbare Bräuche,~ und sehr genau 1086 1 | um dich versenken meine Wurzeln~ in dich und mit meinem 1087 1 | dir leuchte?~Aegisth etwas zaudernd~ Bis zur Tür.~ Was tanzest 1088 1 | Sinnes, wie ein Kleid,~ zefressen von den Motten? Und dann 1089 1 | wieder auf,~ und nicht der zehnte Teil der Wasseruhr~ ist 1090 1 | nein, mit leibhaftigen Zeichen,~ an denen auch kein Zweifel 1091 1 | Schatten, dort~ im Mauerwinkel zeig dich deinem Kind!~ Vater! 1092 1 | die mir das Blut aussagen? zeigst du nicht~ die Spuren mir 1093 1 | der Wolken und des Tods zerfrisst, diese Zeit~ ist dir gegeben, 1094 1 | Zug vorüber: es ist ein Zerren, ein Schleppen von Tieren, 1095 1 | schlachte Opfer~ um Opfer? Zerrt ihr mich mit euren Reden~ 1096 1 | Feige, bei den Schultern, zerrte dich~ hinaus aus dem Gemach, 1097 1 | Diener wohnen. Dienerinnen am Ziehbrunnen, links ~vorne. Aufseherinnen 1098 1 | glücklich ist wie wir, dem ziemt nur eins:~ schweigen und 1099 1 | dich. Was sie ins Ohr~ dir zischen, trennt dein Denken fort 1100 1 | bist.~Die Schleppträgerin zischend:~ Sie meint es tückisch.~ 1101 1 | V. Magd ganz jung, mit zitternder erregter Stimme:~ Ich will~ 1102 1 | Opfermesser. Schwester, wenn sie zittert,~ ist sie am schrecklichsten, 1103 1 | auch von ihm. Ganz ohne Zögern~ muss es geschehn.~Elektra~ 1104 1 | Haus. Diese verschwinden zögernd in der Tür. Auch die Fackeln ~ 1105 1 | die Augen, zitternd vor Zorn tritt sie ans~Fenster und 1106 1 | Nähe kommt!~Erkennt sie, zornig.~ Was, du?~ Wer heisst dich, 1107 1 | Kann das Volk~ mir keine Zucht annehmen!~Elektra nimmt 1108 1 | vor der wirren Gestalt im zuckenden Licht,~weicht zurück:~ Was 1109 1 | der Tür,~ die grässlich zuckt wie ein Lebendiges~ und 1110 1 | Nun verändern sich ihre Züge allmählich und die Spannung 1111 1 | geblähtem Hals~ und nach mir züngelt! und das lass ich frei~ 1112 1 | sich einmal auftut um zu zürnen!~ Aus deinem reinen starken 1113 1 | fährt zusammen und starrt zuerst wie aus einem Traum~erwachend 1114 1 | sich~die Botschaft abermals zuflüstern und verliert dabei Elektra 1115 1 | und schlürft ein hastiger~Zug vorüber: es ist ein Zerren, 1116 1 | mir ist die Kehle~ wie zugeschnürt, ich kann nicht einmal weinen,~ 1117 1 | du mir Mund auf Mund es zugeschworen,~ dass du es tun wirst.~ 1118 1 | fühlst schon die Schärfe zukken~ bis an den Sitz des Lebens, 1119 1 | Eine gelbe~Gestalt, mit zurückgekämmtem schwarzem Haar, einer Egypterin 1120 1 | die Vertraute. Elektra ist zurückgesprungen,~steht im Dunkel. Die Vertraute 1121 1 | herunter.~Sie hat den Kopf zurückgeworfen wie eine Mänade. Sie wirft 1122 1 | uns in's Haus!~IV. Magd zurückkommend:~ Zurück!~IV. Magd~ Aegisth! 1123 1 | mich~ im rechten Augenblick zurückzuziehen.~Aegisth geht ins Haus. 1124 1 | Opfer. Schliefen~ sie nicht zusamm', könnt' ich's allein vollbringen.~ 1125 1 | wenn der Sturm die Hütte~ zusammenschüttelt!~ Hörst du mich an? Sprich 1126 1 | III. Magd~ Da gingen wir zuzweit~ und kamen ihr zu nah --~ 1127 1 | Ozean, der ungeheure,~ der zwanzigfache Ozean begräbt~ mir jedes 1128 1 | Zeichen,~ an denen auch kein Zweifel möglich ist.~Aegisth~ Was 1129 1 | melden so, dass nicht~ zu zweifeln ist?~Elektra~ O Herr, sie 1130 1 | einmal!~Von drinnen ein zweiter Schrei.~Aus dem Wohngebäude 1131 | zwischen


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